Rotes Gold im hohen Norden

Safran – kein anderes Gewürz verbinde ich so sehr mit der schwedischen Weihnachtszeit. Die kostbaren roten Fäden der Krokusblüte Crocus sativus wurden schon in der Antike mit Gold aufgewogen und auch heute noch ist Safran das teuerste Gewürz der Welt.

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Die Hauptanbaugebiete dieser besonderen Krokuspflanze liegen zwar im Iran aber auch in Schweden wird Safran angebaut. Auf der schwedischen Insel Gotland am Hof Stafva Gård befindet sich Schwedens größtes Anbaugebiet. Ob es ein Zufall ist, dass Saffranspannkaka Gotlands Nationalgericht ist?

Aber heute will ich euch eigentlich ein Safrangebäck vorstellen, welches in Schweden aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken ist – Lussekatter.
Dieses traditionelle Hefegebäck mit dem feinen Safrangeschmack hat vor allem am 13. Dezember, dem Tag der heiligen Lucia, in Schweden seinen großen Auftritt. Egal ob zum Frühstück mit einer Tasse Tee oder Kaffee oder am späten Abend mit einer Tasse Glögg, am 13. Dezember isst ganz Schweden Lussekatter oder Saffransbröd wie es auch genannt wird.

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Ich backe jedes Jahr ca. 30 Stück dieser Köstlichkeit. Durch den Topfen im Germteig bleibt das Gebäck lange saftig. Es kann aber auch eingefroren werden.

Hier aber erst einmal das Rezept für ca. 32 Stück Lussekatter:

1 Würfel Hefe
150 g Butter
5 dl Milch
250 g Topfen (10%ig)
0,5 tsk Salz
2 dl Zucker
3 – 4 g Safran + 1 Stück Würfelzucker
1 Ei
17 dl Weizenmehl
1 Ei zum Bestreichen
1 dl Rosinen

Zubereitung:
Als erstes bröselt ihr die Hefe in eine Rührschüssel. Danach gebt ihr die Butter in einen Topf und lasst sie bei geringer Wärme schmelzen. Jetzt gebt ihr die Milch dazu und erwärmt beides auf ca. 37 Grad.
Das Butter-Milch-Gemisch gießt ihr nun über die Hefe und rührt um bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Den Safran gebt ihr gemeinsam mit einem Stück Würfelzucker in einen Mörser und zerreibt beides ganz fein und rührt es in die Milchmischung ein. Nun kommen Zucker, Salz, Topfen und das Ei dazu und ein großer Teil des Mehls. Das ganze wird jetzt so lange verrührt bzw. abgeschlagen, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

Den fertigen Teig, der nun eine wunderbar gelbe Farbe hat und schon ganz herrlich nach Safran duftet lasst ihr nun ca. 1 Stunde rasten.

Für die Herstellung der Lussekatter teilt ihr nun den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 32 gleich große Stücke und formt diese zu kleinen Kugeln. Die Kugeln rollt ihr mit beiden Händen zu dünnen Strängen und dreht diese an den Enden gegengleich zu Schnecken.

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Die geformten Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und noch einmal für ca. 30 Minuten rasten lassen. Jetzt könnt ihr auch schon den Ofen auf  225 Grad vorheizen.

Nach dem Rasten werden die Lussekatter mit verquirltem Ei bestrichen und  mit Rosinen verziert.

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Gebacken werden sie ca. 8-10 Minuten.

Glaubt mir das Geruchserlebnis während dem Backen ist sensationell. Die Lussekatter sind fertig gebacken, wenn sie schön dunkelgelb sind und beginnen ganz leicht braun zu werden.

Jetzt müsst ihr nur noch genug Geduld aufbringen bis die Gebäckstücke ausgekühlt sind, wobei ich euch gestehen muss, dass ich sie lauwarm auch schon gegessen habe.

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An einem kalten Wintertag gibt es für mich nichts Schöneres als mit einer heissen Tasse Glögg und einem frisch gebackenen Stück Lussekatt vor dem Kamin zu sitzen. Wenn dann vielleicht draussen auch noch ein paar Schneeflocken vom Himmel fallen und die CD mit meinen schwedischen Weihnachtsliedern leise im Hintergrund läuft, dann ist das für mich ein perfekter Moment.

Ich wünsche euch für die letzte Woche vor Weihnachten ein wenig Zeit für eure ganz persönlichen perfekten Momente. Gönnt euch etwas Ruhe und lasst euch nicht zu sehr vom Weihnachtstrubel antreiben.

Ha det bra, Conny

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Schwedischer Weihnachtsmarkt in Wien

Wahnsinn, wo ist die Zeit geblieben! Habe nur ich den Eindruck als würde die Vorweihnachtszeit heuer doppelt so schnell vergehen als in den letzten Jahren?
Wir sind ja schon wieder fast mittendrin in der Adventzeit.

Aber lasst uns kurz noch einmal zurück gehen zum ersten Adventwochenende. Das ist nämlich seit mehr als 20 Jahren bei uns mit einer fixen Tradition verbunden. Dem Besuch des schwedischen Weihnachtsmarktes in Wien. Jedes Jahr freue ich mich auf Glögg, Pepparkaka, Lussekatter, gemütliches Zusammensitzen mit Freunden, dem stimmungsvollen Auftritt von Lucia mit ihrem Gefolge und natürlich darauf meinen Vorrat an schwedischen Lebensmitteln an den Verkaufsständen wieder aufzufüllen.

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Seit 40 Jahren wird dieser Markt von der schwedischen Kirche in Wien organisiert und bring damit am ersten Sonntag im Advent in Österreich lebende Schweden und viele Freunde der schwedischen Kultur zusammen. Heuer fand der Markt wie schon die beiden Jahre davor im Erdgeschoss des Gesundheitsministeriums in Wien in der Radetzkystraße statt.

An den Verkaufsständen bekommt man nahezu alles was das Schwedenherz begehrt: Lebensmittel, Bücher, Backzutaten, Fischkonserven, Handwerk und Tischtücher. Jede Menge Weihnachtsdekoration gibt es natürlich auch zu kaufen.

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Im großen Saal, in dem auch die Bühne für den Lucia-Chor aufgebaut ist, kann man sich an einem der vielen Tische vom Weihnachtseinkauf ausrasten und am schwedischen Buffet leckere Brötchen oder köstliche Mehlspeisen genießen.
Und alle warten dort auch gespannt auf Lucia und ihr Gefolge. Ein Video vom heurigen Auftritt des Luciachors könnt ihr hier sehen.

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Für mich persönlich ist es jedes Jahr wie ein kleiner Kurztrip nach Schweden. An vielen Tischen und Verkaufsständen wird schwedisch gesprochen. Und auch ich frische dabei alljährlich meine Sprachkenntnisse ein wenig auf indem ich meine Einkäufe natürlich in schwedischer Sprache erledige.

Es war ein absolut gelungener Adventauftakt und unsere Einkaufstaschen waren sehr gut gefüllt als wir nach hause fuhren. Jetzt kann Weihnachten kommen und unserem typisch schwedischen Julbord steht nichts mehr im Weg.

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Vielleicht habt ihr ja Lust im nächsten Jahr auch einmal am schwedischen Weihnachtsmarkt in Wien vorbei  zu schauen. Er findet immer am ersten Adventsonntag statt und auf der Homepage der schwedischen Kirche in Wien erfahrt ihr alle Details zu Ort und Zeit.

Ich wünsche euch jetzt noch ein wunderschönes zweites Adventwochenende.

Ha det bra, Conny

Lagom Weihnachtsstimmung im Schwedenhäuschen

Meine Lieben, was soll ich euch sagen, ich bin aufgeregt wie ein Kind vor Heiligabend. Dabei haben wir doch fast noch ein Monat bis dahin. Aber meine Aufregung hat nichts mit dem Weihnachtstag selber zu tun. Nein, ich darf heuer zum ersten Mal bei der Österreichischen Blogger Christmas Home Tour dabei sein und das bereitet mir ganz schön Kribbeln im Bauch.

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Seit Montag läuft die Christmas Home Tour nun schon und nachdem uns Barbara von Herzenswärme Fotoblog gerade so liebevoll durch ihr wunderbar weihnachtlich geschmücktes Haus am Berg geführt hat, darf ich euch nun einladen, mich in mein Schwedenhäuschen zu begleiten.

Seit vielen Jahren schon sind meine Weihnachtsfarben rot, weiß und grün. Der Stil meiner Weihnachtsdekoration hat sich in den letzten Jahren zwar geändert, aber meinen Farben bin ich immer treu geblieben. Habe ich früher gerne fix fertige Dekorationen gekauft, die man nur auspacken und hinstellen musste, macht es mir in letzter Zeit mehr Spaß Dinge selber herzustellen.

Als Nordlicht liebe ich Birkenholz, Moos und kuschelige Felle. Und getreu dem Lagom-Motto „weniger ist mehr“ sind heuer viele Dekoelemente der vergangenen Jahren in den Weihnachtskisten geblieben. Aber ihr könnt euch ja jetzt in Ruhe umschauen in meinem weihnachtlichen Schwedenhäuschen.

Obwohl . . . ., wartet noch einen Moment! Weihnachten beginnt bei mir ja eigentlich schon vor der Tür. Jetzt hätte ich um ein Haar vergessen euch meinen Lieblingsplatz im Garten zu zeigen.

Ja ihr habt richtig gehört, ich habe auch im Winter einen Lieblingsplatz im Garten. Aber keine Angst, wer hier Platz nimmt muss nicht frieren, denn das dicke Rentierfell ist so warm, da hält man es auch bei Minusgraden ein Weilchen aus. Wenn wir im Winter Gäste haben, dann kommen die meisten von ihnen immer schon warm eingepackt weil sie wissen, dass wir vor dem Essen eine heiße Tasse Glögg und ein paar Häppchen Fingerfood im Garten am Feuerkorb genießen, bevor wir uns im Haus an den Tisch setzen.

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Es gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen die Terrasse vor unserem Schwedenhäuschen den Jahreszeiten entsprechend mit Blumen und anderen Naturmaterialien zu dekorieren.

Während der kalten Jahreszeit sind es Christrosen und Scheinbeeren, die für wunderbare Winterstimmung sorgen. Felle, Geweihstücke und Birkenholz sorgen zusätzlich für skandinavische Gemütlichkeit.

Wenn dann abends in den Laternen und Windlichtern die Kerzen brennen will ich manchmal trotz Kälte gar nicht ins Haus gehen, sondern einfach nur auf dem Rentierfell sitzend die warme Kerzenstimmung genießen.

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Aber jetzt will ich euch nicht mehr länger in der Kälte stehen lassen, sondern möchte euch in meinem Schwedenhäuschen herzlich willkommen heißen.

Varmt välkommen!

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Unser Vorzimmer war früher einmal eine Veranda. Daher gibt es neben der Tür in die Küche auch einen Fensterrahmen. Er ist heuer Präsentationsfläche für meine Adventlåda. In Schweden gibt es nämlich keinen Adventkranz, sondern eine Adventlåda. Das ist meistens ein längliches Metallgefäß mit vier Kerzenhaltern, welches mit Islandmoos, Tannenreisig und  Preiselbeerlaub geschmückt wird. Die Kerzen stehen also nicht im Kreis sondern in einer Reihe.

Meine Adventlåda ist heuer ein Stück Birkenholz von dem wir in unserem Brennholzschuppen jede Menge haben. Ich habe das Schönste ausgesucht, vier Löcher für die Kerzenhalter gebohrt und ein wenig Reisig, Zimtstangen und Orangenscheiben dazwischengelegt. Ein Band locker um die Kerzen gewunden und schon ist die Låda bereit für ihren Auftritt am ersten Advent.

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Die große Fensterfront unserer Veranda bietet jede Menge Platz für Lichtertreppen.  Sie gehören für mich einfach zu Weihnachten dazu und leuchten in Schweden nahezu in jedem Fenster. Ich mag es ganz besonders, wenn ich abends heimkomme und mein Lebensmensch schon alle Lichter angesteckt hat. Es gibt während der dunklen Jahreszeit keinen schöneren Willkommensgruß.

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Schon seit letztem Jahr gibt es bei mir keinen klassischen Reisigkranz zum Advent, sondern eine umfunktionierte alte Pepparkakadose. Im Inneren befindet sich ein feuchter Steckschwamm der zum einen den Kerzen Halt gibt und zum anderen dafür sorgt, dass das Moos feucht und dadurch frisch und grün bleibt.

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In meiner Küche halte ich mich während der Vorweihnachtszeit eigentlich am meisten auf. Es werden Kekse und Weihnachtsbrot („vörtbröd“)gebacken, die Gewürze für den Glögg werden angesetzt und kurz vor Heiligabend wird für das traditionelle schwedische Weihnachtsessen („julbord“) gekocht. Was es da für Köstlichkeiten gibt, verrate ich euch aber ein anderes Mal, heute soll schließlich die Weihnachtsdekoration im Mittelpunkt stehen. Obwohl die schwedischen Keksdosen und Glöggtassen natürlich auch Teil von dieser Weihnachtsdekoration sind.

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So wie im Garten habe ich natürlich auch im Haus einen Lieblingsplatz. Und der ist ganz klar vor unserem Kaminofen. Ich könnte stundenlang davor sitzen, in die Flammen schauen und dem Knistern der Holzscheite zuhören.

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Der Birkenast über dem Ofen bekommt zu jeder Jahreszeit eine passende Dekoration. Aber zur Weihnachtszeit mag ich ihn fast am liebsten.

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Das wunderschöne Lebkuchenherz aus Ton, dessen Schriftzug „eine gesegnete Weihnacht“ wünscht, habe ich vor vielen Jahren während eines Winterurlaubs in Schweden gekauft. Bevor es nicht an der Wand neben dem Ofen hängt, ist meine Weihnachtsdekoration einfach nicht komplett.

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Außer dem Lebkuchenherz sind auch viele andere Dekorationselemente in meinem Haus aus Schweden. Jedes Einzelne erinnert mich an einen schönen Urlaub oder an die Region in der ich es gekauft habe. Ich mag es mein Haus mit Dingen zu dekorieren, die gleichzeitig auch Erinnerungsstücke sind und mit denen ich die ein oder andere Geschichte verbinde.

So wie das Teelichthäuschen aus Visby. Es erinnert mich nicht nur an die einzigartige Mittelalterstadt auf Gotland, sondern auch daran, dass ich bald wieder auf diese traumhafte schwedische Insel in der Ostsee zurück möchte.

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Die Kugeln mit dem schwedischen Weihnachtsgruß besitze ich nun schon seit 17 Jahren. Ich habe sie während eines Weihnachtsurlaubs im Värmland gekauft. Sie haben damals schon den Weihnachtsbaum in unserem Ferienhaus geschmückt und sind seither Jahr für Jahr das Highlight an unserem Weihnachtsbaum daheim. Da dieser aber erst in ein paar Wochen aufgestellt wird, dürfen die Kugeln in der Zwischenzeit in der Weihnachtsdekoration glänzen.

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Und schon sind wir fast am Ende meiner Christmas Home Tour angelangt. Aber ich möchte euch nicht gehen lassen ohne euch noch ein paar Eindrücke mitzugeben, wie es aussieht, wenn es abends dunkel wird und im Schwedenhäuschen alle Lichter und Kerzen angehen. Dann nämlich wird es erst so richtig gemütlich oder „mysig“ wie man in Schweden sagt.

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Ich hoffe ich konnte euch mit meiner Christmas Home Tour ein wenig in Vorweihnachtsstimmung bringen. Ich freue mich jetzt auf eine wunderschöne und ruhige Zeit in meinem weihnachtlich geschmückten Schwedenhäuschen.

Die nächste Teilnehmerin der Tour Manuela von „Es war einmal“ wartet bestimmt auch schon voll Freude auf euren Besuch.  Ihr werdet begeistert sein von ihrer nostalgischen Weihnachtsdekoration. Ich schaue auf jeden Fall auch jetzt gleich bei ihr vorbei.

Bevor ich mich verabschiede, möchte ich noch ein großes Dankeschön an zwei Teilnehmerinnen dieser Christmas Home Tour aussprechen:
Zum einen unserer Home-Tour-Mama Hilda von „Hildi’s Good Life“  für ihr Vertrauen und die herzliche Betreuung im Vorfeld der Tour.
Und zum anderen Barbara von „Herzenswärme Fotoblog“ ohne deren Überredungskunst ich „Bloggerneuling“ mich wohl nie an diese Home Tour gewagt hätte.

Ich wünsche euch allen von Herzen eine ganz wunderbare Vorweihnachtszeit.

God Jul och ha det bra, Conny

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Montag

Dienstag
Mittwoch
Donnerstag

Stockholm bei Nacht

Seit einigen Jahren schon verbringe ich immer ein Wochenende in der Vorweihnachtszeit in Schwedens wunderschöner Hauptstadt Stockholm. Ich kenne die Stadt schon seit vielen Jahren und zu nahezu jeder Jahreszeit, aber im Advent strahlt sie ein ganz besonderes Flair aus.

Dieses Jahr werde ich nicht nach Stockholm fliegen, dieses Jahr ist alles ein wenig anders. Natürlich tut es mir leid wenn ich die Ankündigungen der Stockholmer Weihnachtsmärkte in den sozialen Medien sehe und weiß, dass ich heuer nicht durch die kleinen Gassen der Altstadt schlendern werde. Aber hej, schließlich wäre mir dadurch die einzigartige Chance entgangen bei der bevorstehenden Österreichischen Blogger Christmas Home Tour mitzumachen die vom 27.-30.11. stattfindet. Ich habe die letzten Tage so viel gebastelt, dekoriert, fotografiert und geschrieben, da blieb für Wehmut fast keine Zeit.

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Um euch die Tage bis zum Start der Christmas Home Tour ein wenig zu verkürzen habe ich euch aus den vergangenen Jahren ein paar Fotos von Stockholm im Advent zusammengesucht. Habt ihr Lust mich zu begleiten?

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Wir starten, wie kann es anders sein, bei dem Stockholmer Wahrzeichen überhaupt: dem Stadshuset. Es ist nicht nur Sitz der Stadtregierung, hier findet auch jedes Jahr am 10. Dezember das große Bankett zu ehren der Nobelpreisträger statt. Für mich ist es ohne Zweifel, das am schönsten gelegenste Gebäude der Stadt. Und den schönsten Blick auf das Stadshuset hat man von der Insel Riddarholmen aus. Fest verzurrt am Kai von Riddarholmen liegt auch das Hotel in dem ich seit Jahren übernachte wenn ich in Stockholm bin – die Mälardrottningen. Ja, ihr habt schon richtig gelesen „verzurrt“! Die Mälardrottningen ist nämlich ein Schiff, dass zum Hotel umgebaut wurde. Die Zimmer sind entsprechend klein und man spürt bei starkem Wind auch ein wenig den Seegang, aber die Lage und die Nähe zur Altstadt entschädigen allen Luxus, den man vielleicht in einem modernen, geräumigen Hotel hätte.

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Von Riddarholmen sind es nur wenige Gehminuten bis ins Zentrum der Altstadt Gamla Stan. Ich habe keine Ahnung wie viele Kilometer ich schon in den vielen engen Gassen gegangen bin. Tagsüber schieben sich zu fast jeder Jahreszeit viele Touristen durch die schmalen Gassen, aber spätabends oder am frühen Morgen hat man gute Chancen die wunderschönen Gassen ganz für sich zu haben.

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Am Stortorget, dem großen Marktplatz der Altstadt, findet im Advent der traditionelle Weihnachtsmarkt statt. Hier kann man Kunsthandtwerk, Ren- oder Elchwurst, Käse, Knäckebrot und andere schwedische Delikatessen kaufen. Rund um den Stortorget liegen auch ein paar der ältesten Häuser Stockholms. In einigen von ihnen befinden sich kleine Cafés oder Restaurants mit urigem, mittelalterlichem Flaire. Eines der originellsten Restaurants ist das „Sten Sture“ dessen Kellergewölbe im 17. Jahrhundert ein Gefängnis war.Es liegt tief unter den Straßen der Stadt und bietet bodenständige schwedische Hausmannskost an.

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Von Gamla Stan gelangt man mit einer Fähre zur Insel Djurgården. Sie ist die grüne Lunge Stockholms und war bis 1809 königliches Jagdrevier. Viele wichtige Museen Stockholms liegen auf Djurgården. Sicher eines der Spektakulärsten ist das Vasamuseum. Ich werde jedesmal fast ein wenig ehrfürchtig, wenn ich das Gebäude betrete. Das Licht ist gedämpft und imposant und mächtig liegt sie da, die Vasa. Gesunken bei ihrer Jungfernfahrt im Jahr 1628 im Hafenbecken von Stockholm und 333 Jahre später gehoben, restauriert und seit vielen Jahren das meistbesuchte Schiff Schwedens.

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Eine weitere Attraktion auf Djurgården ist das Freilichtmuseum Skansen. Auch hier gibt es an den Adventwochenenden einen traditionellen Weihnachtsmarkt. In den unzählige Häusern die aus allen Landesteilen Schwedens zusammengetragen und wiederaufgebaut wurden, werden altes Handwerk und das Leben wie in früherer Zeit gezeigt. Am 13. Dezember findet im Skansen die große Luciafeier statt. Ganz Stockholm ist dann auf den Beinen und wartet bei klirrender Kälte auf die Kutsche mit der Lichterkönigin.

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Ein wirklich krönender Abschluss für ein Wochenende in Stockholm ist der Kaknestornet, ein 155 Meter hoher Aussichts- und Funkturm von dem aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt hat.

Und jetzt stellt euch vor, ihr sitzt im Panoramarestaurant des Turms, habt eine dampfende Tasse Glögg in der Hand, ein paar Stücke Pepparkaka dazu und euch zu Füßen liegt Stockholm bei Nacht.

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Jetzt hat mich doch ein wenig die Wehmut gepackt. Ich denke, ich werde die Tradition des Adventwochenendes in Stockholm im nächsten Jahr wieder aufnehmen. Und vielleicht habe ich ja im nächsten Jahr Glück und es gibt sogar ein wenig Schnee in Schwedens wunderschöner Hauptstadt.

Ich hoffe mein Streifzug durch Stockholm bei Nacht hat euch gefallen und ihr seid schon ein wenig in Vorweihnachtsstimmung. Ich widme mich jetzt wieder meiner Weihnachtsdeko, schließlich soll bis Montag alles bereit sein für die Christmas Home Tour.

Ha det bra, Conny

Weihnachtsplätzchen für Wildvögel

Was die Fütterung von Wildvögeln im Winter angeht, gibt es ja bekanntlich verschiedene Meinungen. Die einen füttern gar nicht, die andere wieder karren Vogelfutter tonnenweise nach hause. Ich versuche auch dabei die goldene Mitte zu finden. Bis zum ersten Frost steht den Wildvögeln bei mir im Garten ein Futtersilo zur Verfügung der mit verschiedenen Samen und Körnern gefüllt ist. Ja, den fülle ich auch im Sommer. Der Futtersilo hängt in unserem Marillenbaum und von meinem Frühstücksplatz aus habe ich eine guten Blick darauf. Ich freue mich dann beim Frühstücken immer, wenn sich Meisen, Spatzen und Finken die Körner holen.

Auch die Samenstände verschiedener Stauden und natürlich die Beeren der Vogelbeere bleiben in unserem Garten für die Vögel am Strauch. Sobald es aber die ersten Nachtfröste gibt, steht bei mir fetthaltiges Futter am Speiseplan. Da ich jedoch kein Freund der klassischen Meisenknödel im Netz bin – man hört immer wieder, dass Vögel mit den Krallen darin hängen bleiben können und ganz ehrlich, sehr hübsch anzusehen sind sie auch nicht – gibt es bei mir DIY Fettfutter. Und wo könnte ich diese weihnachtlichen Futterplätzchen für die Wildvögeln in meinem Garten besser herstellen, als in meinem Gewächshaus. Weil es aber jetzt doch schon etwas kalt ist zünde ich eine halbe Stunde bevor ich mit der Arbeit beginne ein paar Kerzen an. Mit geschlossener Tür hält sich die Wärme ganz gut im Gewächshaus und ich bekomme beim Basteln keine kalten Finger. Außerdem sorgen die Kerzen zusätzlich für eine wunderbare Stimmung. Ein heißer Kaffee dazu und es kann schon passieren, dass ich total die Zeit vergesse.

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Aber zurück zum DIY-Fettfutter, folgende Zutaten braucht ihr: Einen Sack Wildvogelfutter, ein paar Ziegel Kokosfett oder Rindertalg, Keksausstecher, kleine Tontöpfe, dünne Zweige sowie Schnur oder Bänder zum Aufhängen.

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In einem Topf wird das Kokosfett oder der Talg geschmolzen und die Körnermischung eingerührt. Lasst alles danach eine Weile Abkühlen, bis es ein richtiger Körnerbrei ist. Wenn ihr die Masse zu früh verarbeitet, rinnt euch das Fett aus den Keksformen.

Nun füllt ihr verschiedene Keksausstecher mit dem Körnerbrei und steckt in die Mitte einen dünnen Zweig oder einfach ein Stück von einem Holzspieß. Durch das dadurch entstandene Loch, wird nach dem Aushärten die Schnur zum Aufhängen gezogen. Am besten lasst ihr die Masse über Nacht aushärten.

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In die kleinen Tontöpfe wird von oben ein Faden durch das Loch gefädelt und daran wird ebenfalls ein Stück Zweig oder Holzspieß geknotet, damit der Faden nicht durch das Loch rutschen kann und ihr eine Möglichkeit habt die Töpfe in den Baum zu hängen. Nun wird die Körnermasse in den Topf gefüllt. Damit die Meisen und Finken sich beim herauspicken der Körner wo festhalten können, steckt ihr einfach ein verzweigtes Aststück in die Masse und lasst das Ganze auch aushärten.

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Das war’s eigentlich auch schon. Ich habe die Futterplätzchen mit einem dicken roten Wollfaden aufgehängt und die Töpfe mit etwas Tannenreisig und einer roten Schleife geschmückt.

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Mit all den  Plätzchen und Töpfen wird unser Marillenbaum jedes Jahr zur Adventzeit und weit bis ins Frühjahr hinein ein reicher Gabentisch für Wildvögeln. Und weil die kleinen Kerle immer jede Menge Körner auf die Erde schmeißen, haben wir in der Nähe der Futterstelle im Sommer immer jede Menge Sonnenblumen, die ganz von selber aufkeimen.

Ich freue mich jedenfalls schon auf morgen früh, wenn ich vom Frühstückstisch aus das Treiben in unserem „Vogelbaum“ beobachten kann.

Ha det bra, Conny

 

 

Wie kann etwas Winziges so satt machen?

Übersetzt man den Namen des klassischen schwedischen Gerichtes Pytt i Panna auf deutsch heißt es „winzig in der Pfanne“. Spätestens nach den ersten Bissen dieses köstlichen Resteessens merkt man, dass dieses Gericht mit winzig recht wenig zu tun hat. Im Gegenteil, Pytt i Panna ist eigentlich ziemlich deftig und sättigend. Aber eben auch unheimlich lecker.

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Zugegeben, wenn man die Zutatenliste liest könnte man meinen es handelt sich um ein typisch österreichisches Tiroler Gröstl. Aber das besondere beim Pytt ist eben genau die Winzigkeit. Im Gegensatz zum Gröstl werden die Zutaten für ein Pytt i Panna in „winzig“ kleine Würfel geschnitten.

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Das dauert zwar in der Zubereitung etwas länger, aber für mich macht genau dieses Kleingeschnittene den besonderen Geschmack aus.

In ein Pytt gehören neben Zwiebeln auf jeden Fall Kartoffeln. Ihr könnt vom Vortag übrige Salzkartoffeln nehmen, immerhin ist Pytt i Panna ja ein Resteessen oder aber auch rohe Kartoffel. Beim Fleisch ist so ziemlich alles erlaubt. Klassisch wird das Pytt i Panna mit Rindfleisch zubereitet (Oxpytt – Ochsenpytt), es gibt aber auch Varianten mit Selchfleisch, Wurstresten oder mit Hühnerfleisch. Sogar eine fleischlose Variante gibt es (grönsakspytt – Gemüsepytt).

Ich verwende gerne Selchfleisch, weil das schon viel Geschmack mitbringt und man dann nicht mehr soviel würzen muss.

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Die Zubereitung ist wirklich simpel. Nachdem ihr die Zwiebel, Kartoffeln und das Fleisch klein würfelig geschnitten habt, bratet ihr alles zusammen in etwas Butter in einer Pfanne an bis die Kartoffeln schön knusprig sind. Und schon ist es fertig das Pytt i Panna.

Serviert wird es traditionell mit in Scheiben geschnittenen, eingelegten Roten Rüben und einem Spiegelei. Nachdem wir immer schwedisches Bier aus dem Urlaub mitbringen, gibt es bei uns diesmal eine Bier aus der nordschwedischen Region Höga Kusten.

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Bleibt mir nur noch euch smaklig måltid (guten Appetit) und skål (Prost) zu wünschen.

Ha det bra, Conny

 

 

Heute muss es Kladdkaka sein

Kennt ihr das auch, diese Tage an denen es einfach nicht schokoladig genug sein kann. Irgendwie hat man ein wenig den Herbstblues, ist auch noch nicht so ganz in Adventstimmung und braucht etwas um das Gemüt ein wenig aufzuhellen.

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Schokolade funktioniert bei mir leider immer um schlechte Laune zu bekämpfen. Aber nicht etwa einfach so ein Stück aus der Packung, nein, ein richtig schokoladiger  Kuchen muss es dann sein. So einer wie ihn heute am „Kladdkakans dag“ (Tag des klebrigen Schokoladekuchens) in Schweden alle essen.

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Das tolle am Kladdkaka ist nicht nur, dass er unglaublich cremig schokoladig schmeckt, er ist auch ganz einfach und schnell zuzubereiten.

Ihr braucht folgendes dazu:

eine Kuchenform mit ca 24 cm Durchmesser

etwas Butter für die Form

2,5 dl Zucker

2 Eier

100 gr Butter

1,5 dl Mehl

3 Esslöffel Kakao

1 Teelöffel Vanillezucker

dl ist die Maßeinheit mit der in Schweden die meisten Rezeptzutaten angegeben sind. Eine kurze Erklärung dazu findet ihr in meinem Kanelbullerezept.

Die Eier und den Zucker schlagt ihr schaumig und gebt danach die geschmolzene Butter dazu. Dann mischt ihr Kakao, Vanillezucker und Mehl dazu und verrührt alles zu einem herrlich cremigen Teig. Den füllt ihr in die mit Butter gefettete Form und schiebt das Ganze für ca 20-25 Minuten bei 175 Grad in den Backofen.

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Nach dem Auskühlen kommt noch etwas Staubzucker oben drauf und serviert wird der Kladdkaka in Schweden traditionell mit einem Klecks Sahne. Und seid nicht überrascht wenn ihr den Kuchen anschneidet, er muss so richtig schön klebrig sein – kladdig eben!

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Ich hab heute schon was für mein Gemüt getan und mir den Kladdkaka zum Nachmittagskaffee gegönnt. Was soll ich euch sagen, es hat gewirkt!

Ich wünsche euch nun gutes Gelingen und einen schokoladig guten Appetit!

Ha det bra, Conny