Ein lagom Sommer in Schweden…

… das ist jeden Tag frische Erdbeeren essen. Eine Sonne die wärmt und nicht sengend heiß vom Himmel glüht. Wiesen voll mit den wunderbarsten Sommerblumen. Helle Nächte in denen man nicht schlafen gehen möchte und gemütliche Cafés mitten im Niergendwo, wo es köstliche selbstgebackene Mehlspeisen gibt.

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Sommer in Schweden sind aber auch Millionen von Mücken mit denen man sich den wunderschönen Platz am Waldsee teilen muss oder ein kräftiger Regenguss der schnurgerade vom Himmel prasselt. Mit den Mücken und mit dem Regen ist das so eine Sache, man kann sich darüber ärgern und sich damit die Laune verderben oder sich mit Mückenmittel einsprühen und auch dem Regentag einfach etwa Schönes abgewinnen.

Genau so ein Regentag ist heute. Ich sitze mit einer Tasse frischem Kaffee im Wohnmobil und genieße das Geräusch der Regentropfen am Dach. Dieses Geräusch hat für mich etwas unheimlich Gemütliches. Schon in der Nacht hat es begonnen zu regnen. Und die Natur hier oben braucht den Regen ohnehin schon sehr dringend. Die Böden sind trocken, der Wald ebenso und es herrscht im ganzen Land strengstes Feuerverbot.

Wir sind auf unserer Reise durch Schweden bereits wieder im Västra Götaland angekommen. Nach dem Abstecher auf das Nordkap hatten wir wunderbare Tage in Lappland. Auf der E45, dem Inlandsvägen, sind wir von Karesuando über Gällivare nach Jokkmokk gefahren.

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Mit Jokkmokk verbindet mich seit fast 30 Jahren etwas ganz Besonderes. Hier oben nördlich des Polarkreises habe ich damals das erste Mal endlose Weite und taghelle Nächte erlebt. Ich habe damals erst begriffen, was Lappland überhaupt ist. Wie groß, wie weit und wie einzigartig die Landschaft ist. Die letzte große Wildnis Nordeuropas ist geprägt von weiter Tundra, schneebedecktem Fjäll, Rentierherden und dem Leben der Samen, der Ureinwohner Lapplands.

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Von Jokkmokk aus sind wir auf dem Weg Richtung Süden für eine Nacht auf dem Campingplatz Sandsjögården geblieben. In der Gemeinde Blattnicksele haben sich Caroline und Daniel Schafer vor mehreren Jahren gemeinsam mit ihren über 20 Schlittenhunden einen Traum verwirklicht. Sie betreiben einen kleine Campingplatz mit Hüttenvermietung und einem Restaurant.

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Schon im Vorjahr haben wir die beiden kennengelernt und waren von der herzlichen und familiären Atmosphäre auf ihrem Hof begeistert. Und auch heuer haben wir gerne wieder dort Halt gemacht und uns wieder sehr wohl gefühlt. Vor allem nach dem köstlichen Abendbuffet und dem Genuss der im Freien zubereiteten Wokpfanne mit regionalem Gemüse und Elchfleisch wollten wir eigentlich gar nicht mehr weg.

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Leider fehlte heuer die Zeit für einen längeren Aufenthalt, aber wir haben uns vorgenommen sehr bald und dann aber für länger auf den Sandsjögården zu kommen.

Für uns gings über Storuman und Vilhelmina weiter nach Östersund wo wir zwei Tage auf der Insel Frösö verbracht haben. Die Insel im Storsjön ist von Östersund aus über eine Brücke zu erreichen und bietet herrliche Natur und wunderschöne Wanderwege nur wenige Autominuten vom Stadtzentrum entfernt.

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Bei Mora in Dalarna haben wir dann die E45 verlassen und sind dem Ufer des Siljansees folgend über Rättvik nach Leksand und dort auf den Tällberg gefahren. Diese Gegend Schwedens bezeichne ich immer als die „schwedischste“ überhaupt. Man kann gar nicht aufhören, die wunderbaren Häuser auf den weitläufigen Grundstücken zu bewundern. Wenn man dann, so wie wir, auch nicht traumhaftes Wetter hat, dann steht die Kamera gar nicht mehr still.
Aber ich hör jetzt mal auf zu reden und lasse euch die Gegend in Ruhe zu genießen:

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Na, habe ich euch zu viel versprochen? Will man da nicht sofort vor einem der Häuser in der Sonne Platz nehmen und die Aussicht über den See genießen?

Für uns bricht nun leider schon die letzte Woche des Urlaubs an, aber auch die werden wir bestimmt genießen. Wo es uns hintreibt? Mal sehen, ihr erfahrt es auf jeden Fall im nächsten Post.

Bis dahin, ha det bra, Conny

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Lagom zu Besuch beim Nachbarn

Es lohnt sich wirklich auch einmal ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Keine Frage Schweden wird für mich immer Urlaubs- und Sehnsuchtsland Nummer eins bleiben, aber es gibt da schon einiges, das das Nachbarland Norwegen zu bieten hat.

Wir sind die letzten zwei Tage in Nordnorwegen gewesen. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, hat meine große Liebe zu Schweden, ja vor fast 30 Jahren auf einer Reise ans Nordkap begonnen. Und genau dahin, hat es uns gestern wieder verschlagen – ans nördlichste Ende Europas.

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Beinahe 4.000 km haben wir in den letzten 7 Tagen zurückgelegt. Wir sind über Deutschland nach Dänemark, über die Öresundbrücke nach Schweden und dort auf der E4 quer durchs Land an die Ostküste gefahren, durch Stockholm hinauf an die „Höga Kusten“ und weiter über Umeå, Piteå und Luleå bis nach Pajala, wo wir dann über die Grenze nach Finnland gefahren sind. Nach ein paar hundert Kilometern entlang der finnischen Grenze sind wir nach Norwegen gekommen und dort dann über Kautokeino nach Karasjok und entlang der Küste weiter bis ans Nordkap.
Bei unserer ersten Reise 1989 gab es den fast 7 km langen Nordkaptunnel, der unter dem Meer auf die Insel Magerøya führt, noch nicht. Damals fuhren zwischen Festland und Insel noch Autofähren. Die Fahrt durch diesen Tunnel, der erst bergab und ab der Hälfte wieder bergauf verläuft, war schon sehr beeindruckend. Aber ganz ehrlich, beeindruckend ist in Norwegen so einiges. Nicht nur die Landschaft bietet extreme Kontraste, auch das Wetter hat so einiges an Extremen zu bieten.

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Sturmböen, Graupelschauer, blauer Himmel, dichte Wolken, Schneeschauer und noch mehr Sturm – wir haben auf unserer Fahrt ans Nordkap von allem etwas abbekommen. Ich habe großen Respekt vor den Naturgewalten in dieser kargen und schroffen Landschaft und gleichzeitig fasziniert sie mich. Vor allem aber habe ich Respekt vor den Menschen, die in dieser Region ihrem ganz normalen Alltag nachgehen

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Das Nordkap selber ist natürlich das touristische Highlight dieser Gegend. Bussweise werden die Touristen dorthin gekarrt um im Nordkapcenter ein mehr oder weniger kitschiges Souvenier zu ergattern und sich vor dem großen Eisenglobus fotografieren zu lassen. Aber man erfährt auch einiges über die Geschichte des Nordkaps und ein kurzer Film auf Panoramaleinwand vermittelt einen Eindruck vom Wandel der Jahreszeiten.

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Es war durchaus die lange Anfahrt wert, auch wenn wir aufgrund des extremen Wetters keine Mitternachtssonne hatten, aber die hatten wir ja schließlich schon vor 30 Jahren.

Jetzt geht es auf jeden Fall wieder zurück nach Schweden. Wir planen von Karesuando aus auf dem Inlandsvägen Richtung Süden zu fahren. Es gibt also in Kürze wieder schwedisches Lebensgefühl hier am Blog!

Ha det bra, Conny

Offene Landschaft – Öppna landskap

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen,
einige Monate des Jahres, damit die Seele Ruhe finden kann

So beginnt mein ganz persönliches schwedisches Lieblingslied. Schon bei den ersten Takten dieses Liedes bekomme ich Gänsehaut und spätestens wenn die rauchig, kratzige Stimme des Sängers Ulf Lundell erklingt, möchte ich meine Sachen packen und losfahren.

„Öppna landskap“ (offene Landschaft) ist die in Musik gefasste Liebeserklärung an Schweden. Ein Lied über die schwedische Seele, die Sehnsucht nach Freiheit und ein einfaches Leben am Meer. Als das Lied 1982 auf dem Album „Kär och galen“ (Verliebt und verrückt) erschien traf es auch die Schweden mitten ins Herz. Der damals schon nicht unbekannte Sänger Ulf Lundell erlangte damit Kultstatus und  „Öppna landskap“ wurde zur heimlichen, inoffiziellen Nationalhymne Schwedens.

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
dort wo die Winde an Fahrt gewinnen,
dort wo die Lärchen hoch im Himmel fliegen
und wunderbar singen

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Dort brenne ich meinen Brantwein selbst
und würze ihn mit Johanniskraut
und trinke es mit Wohlbehagen
zu Hering und selbstgebackenem Gewürzbrot

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen.

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für Körper und auch für die Seele
Keiner kommt in meine Nähe
der mich begrenzt und mich bestiehlt

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Ich fühle mich am wohlsten wenn der Tag anbricht
wenn die Felder von Sonne erfüllt sind
wenn die Hähne von weit weg krähen
wenn es weit ist bis zum nächsten Haus

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Aber doch so nahe,
dass man in einer geräuschlosen und stillen Nacht,
wenn man unter den Sternen sitzt
das Lachen von einem Fest hören kann

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für beide, Körper und Seele

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
wenn der Strand voll von Muschelschalen ist
mit Meeresmusik gefüllt

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Wenn das Klare und das Einfache
waltet wie es will,
wenn ein Ja ein Ja ist und ein Nein ein Nein
und der Zweifel still schweigt

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Da binde ich einen Kranz aus Blättern
und lege ihn auf den nächsten Stein
wo Runen für uns eingeritzt wurden
irgendwann vor langer Zeit

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft
am Meer will ich wohnen

Und, habt ihr jetzt auch Gänsehaut? Also ich auf jeden Fall. Das ist ein Lied, das mir bis unter die Haut geht und es kann sogar vorkommen das ich beim Zuhören feuchte Augen bekomme. Denn dieses Lied beschreibt wie kein Anderes meine Sehnsucht nach Schweden.

Habt Ihr Lust euch das Lied anzuhören? Hier ist der Link dazu: Öppna landskap

Wie wunderbar, dass es für mich nun wirklich nicht mehr lange dauert, bis ich wieder dort bin, in meiner „öppna landskap“. In Kürze packen wir unseren Camper und kehren dem Alltag für mehr als 3 Wochen den Rücken. Ich habe mir vorgenommen euch ein wenig an unserem Roadtrip durch mein Sehnsuchtsland teilhaben zu lassen. Also bleibt dran, am Blog, auf Facebook oder auf Instagram dann verpasst ihr nichts.

Bis dahin, ha det bra, Conny

Lagom geht auch im Garten

Ist es tatsächlich erst Ende April? Da haben wir aber doch schon wieder eine Jahreszeit übersprungen. Wenn man auf das Thermometer blickt könnte man das fast annehmen. 28 Grad!!! Die Natur ist nahezu explosionsartig aufgeblüht, irgendwie alles zur gleichen Zeit.

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Ich habe ja seit vielen Jahren so ein morgendliches Ritual. Sobald die Temperaturen morgens über 5 Grad steigen gehe ich direkt nach dem Aufstehen, gemeinsam mit meinem Hund, in den Garten und sehe nach, wo was Neues aus der Erde sprießt. Das hat zum Vorteil, dass ich danach hellwach bin, vor allem wenn die Temperaturen noch knackig kühl sind, und immer auf dem Laufenden bin, was in welcher Ecke des Gartens in Kürze blühen wird. Abends, wenn ich dann nach der Arbeit wieder meine Gartenrunde drehe, sieht es oft schon wieder ganz anders aus. Die Tulpen, die morgens noch ganz geschlossen waren, haben ihre Kelche in der Frühlingssonne weit geöffnet und die Knospen an der Forsythie sind dann auch schon aufgesprungen.

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Dieses Jahr aber habe ich das Gefühl man könnte den Pflanzen beim Wachsen zusehen. Ich bin fast nicht mit dem Fotografieren nachgekommen. Dabei fotografiere ich gerade den Garten so gerne.

Mein Garten ist übrigens, wie könnte es auch anders sein, lagom. Er ist nicht allzu groß, aber groß genug um ihn ein wenig räumlich zu gliedern. An der sonnigsten Stelle im Garten haben wir ein Blumenbeet angelegt. Hier teilen sich Frühjahrsblüher mit mehrjährigen Stauden und Englischen Rosen und Pfingstrosen den Platz. Auch das ein oder andere Unkraut darf bei mir wachsen. Schließlich sind viele dieser Unkräuter gerade im Frühling eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und so bleiben Löwenzahn und Gundelrebe in meinem Garten stehen.

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Da unser Grundstück ost/west ausgerichtet ist haben wir auf der einen Seite jede Menge Sonne aber auf der Nordseite dafür auch jede Menge Schatten und da glücklicherweise feuchten Schatten. An dieser Nordseite des Grundstücks steht ein sehr alter Hühnerstall, den wir als Brennholzlager nutzen und an dessen alter Mauer wächst alles was mein nordisches Herz höher schlagen lässt. Hier ist der ideale Platz für Farne, Moos, Bärlauch und Waldmeister.

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Und was darf im Garten eines Nordlichts auf keinen Fall fehlen? Natürlich Birken! Ich liebe diese Bäume. Kein anderer Baum strahlt für mich so viel Leichtigkeit und Eleganz aus wie die Birke. Und obwohl sie zu jeder Jahreszeit wunderschön aussieht, mag ich sie im Frühling, wenn die jungen hellgrünen Blätter austreiben am liebsten.

Lövsprickning nennen die Schweden diese Zeit im Jahr, wenn die Blattknospen der Bäume aufspringen und das erste zarte Grün zu sehen ist.

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Ich mag es mir im Garten gemütliche Ecken einzurichten. Ein bequemer Sessel, ein Hocker der als Tischchen dient und ein paar Blumen und duftende Kräuter – mehr brauche ich nicht.

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Dieses Jahr habe ich meine Wohlfühlecke ganz hinten im Garten eingerichtet. Dort wo die Birkenscheite für den Winter lagern. Von dort aus habe ich einen wunderbaren Blick auf meine geliebten Birken, unser Schwedenhäuschen und den ganzen Garten. Und da sitze ich dann und plane meine nächsten Projekte. Vielleicht den Platz vorm Schwedenhäuschen doch mit Holzdielen verkleiden? Welche Sommerblumen sollen heuer auf der Terrasse blühen? Dort in meiner Lieblingsecke habe ich einfach die besten Ideen.

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Habt ihr auch so eine Lieblingsecke im Garten oder auf der Terrasse die euch inspiriert? Wo ihr ausspannen könnt oder einfach nur so vor euch hinträumen könnt? Wenn nicht, dann schafft euch so einen Platz und nehmt euch die Zeit dort ein wenig ganz für euch alleine zu sein. Gerade in unserer schnelllebigen und lauten Zeit werden solche Momente immer kostbarer.

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Das war ein kleiner Rundgang durch meinen Lagom-Garten an einem Frühlingstag der sich anfühlt als wäre schon Sommer. Bald werden Tulpen und Bärlauch verblüht sein und den Sommerstauden und Gemüsepflanzen Platz machen. Bis dahin genießt ruhige Momente in der Natur, die zu keiner Jahreszeit so lebendig und frisch ist wie im Frühling. Lasst das ein oder andere Unkraut im Garten ruhig wachsen, ein kurzer Augenblick in Ruhe genossen, ist mehr wert als ein perfekter Rasen.

Ha det bra, Conny

 

Frühling im Schwedenhäuschen

Und plötzlich ist es Frühling! Habt ihr auch den Eindruck, dass er heuer förmlich über Nacht gekommen ist. Gerade noch lag alles unter einer dicken Schneedecke und nur innerhalb weniger Stunden sind die zauberhaften Eislichter aus meinem letzten Post dahingeschmolzen. Aber traurig bin ich darüber natürlich nicht. Auch ich freue mich selbstverständlich auf den Frühling und ich kann es kaum erwarten meine Finger wieder in die Erde meiner Blumen- und Gemüsebeete zu graben.

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Aber wisst ihr was ich am Frühling am allermeisten liebe? Das frische Grün der jungen Blätter und Sprossen. Zu keiner anderen Jahreszeit gibt es dieses zarte Grün in der Natur.  Kein Wunder also, dass ich diese Farbe auch in mein Schwedenhäuschen geholt habe.

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Das Geschirr habe ich schon voriges Jahr bei meinem schwedischen Lieblingsmöbelhaus entdeckt und war sofort begeistert. Es hat genau die richtige Farbe für den Frühling in meiner Küche und die etwas unregelmäßige Optik lässt meinen es wäre von Hand getöpfert.

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Und noch etwas Grünes gehört für mich unbedingt zum Frühling – frische Kräuter. Was gibt es Köstlicheres als weichgekochte Eier mit frischem Schnittlauch. Noch dazu wenn dieser auf einem schwedischen Brett geschnitten wird. Ja, ihr seht richtig, das Holzbrett ist nicht nur aus Schweden, es hat auch die Form des Landes.

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Die Frühlingsblumen im Haus habe ich in diesem Jahr auch in grün und weiß gehalten. Sie wirken frisch und klar und passen perfekt zu den zarten weißen Häschen die gemeinsam mit den Palmkätzchen und Wachteleiern schon auf das kommende Osterfest  hinweisen.

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Und wie könnte es anders sein, gibt es im Schwedenhäuschen natürlich auch schwedischen Osterschmuck. Påskris – Osterreisig – ist in Schweden der traditionelle Osterschmuck. Dabei wird Birkenreisig zu Buschen gebunden und mit bunten Federn und Ostereiern geschmückt. Bei mir schmückt es heuer gemeinsam mit den schwedischen Worten „Glad Påsk“ (Frohe Ostern) die Eingangstür.

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Auch wenn der Wetterbericht für das kommende Wochenende wieder Temperaturen knapp über Null Grad und Schneefall angesagt hat, es wird bestimmt nicht mehr lange dauern bis das erste frische Grün an Bäumen und Sträuchern zu sprießen beginnt. Bis dahin erfreue ich mich Tag für Tag am zarten Grün in meinem Schwedenhäuschen.

Also, zieht euch für die nächsten Tage nochmal warm an und holt euch mit zarten Farben doch einfach schon ein wenig Frühling ins Haus.

Ha det bra, Conny

 

 

Vinterträdgård – mein Garten im Winter

Es war lange Zeit still hier am Lagom-Blog, bitte verzeiht mir, aber berufliche Veränderungen haben in den letzten Monaten meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Und es wird auch in den kommenden Woche noch sehr turbulent weitergehen. Aber soviel sei verraten: es macht mir großen Spaß, es ist ein lang gehegter Traum von mir, den ich mir gerade verwirkliche und es hat auch ein kleines bisschen mit Schweden zu tun. Mal sehen, vielleicht widme ich der Sache ja irgendwann einmal einen eigenen Post, aber noch ist es zu früh dafür.

Den heutigen Post möchte ich ganz dem herrlichen Winterwetter widmen, dass wir zur Zeit erlebe. Wir haben Ende Februar und nach einem gefühlten 4 Monate andauerndem November ist es nun doch noch endlich Winter geworden. Ich habe mir im Dezember so sehr Schnee und Kälte gewünscht, aber statt dessen gab es monatelang nur Nieselwetter, graue Wolken oder unnatürlich hohe Plusgrade.

Jetzt hat uns eine Kältewelle im Griff, die einem Nordlicht wie mir ein verklärtes Lächeln ins Gesicht zaubert. Bei meiner morgendlichen Runde mit dem Hund knirscht der eisige Schnee unter meinen Schuhen und die frische  Luft vertreibt augenblicklich meine Müdigkeit. Wenn wir dann vom Spaziergang nach hause kommen sind das Einzige, was der Hund am Teppich hinterläßt, eine paar nasse Pfotenabdrücke vom Schnee der im Fell zwischen den Zehen hängengeblieben ist.

Meinen Garten haben Schnee und tiefen Temperaturen nun in eine stille Winterstarre versetzt. Habt Ihr Lust auf einen kurzen Rundgang, bevor die Dämmerung einsetzt? Kommt, wir fangen gleich beim Gewächshaus an.

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Das Dach hat eine dicke Schneehaube und der Frost hat wunderschöne Eisblumen an die Glasscheiben gezaubert. Noch herrscht im Inneren Ruhe, aber in meinem Kopf habe ich schon jede Menge Pläne für die ersten warmen Frühlingstage.  Obwohl ganz ungenutzt ist das Gewächshaus bei mir ja nie. Bei diesen tiefen Temperaturen dient es als Lagerort für Wildvogelfutter. Denn gerade jetz ist es wichtig den Vögeln energiereiches Futter anzubieten. Die Herzform ist mit einem Gemisch aus Fett und Sonnenblumenkörnern gefüllt und liegt zum Aushärten im Schnee. Wenn sie fest ist kommt sie zum Futterplatz und wird bestimmt gerne angenommen.

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Den Eingang zum Gewächshaus schmücken heute selbstgemachte Eislichtern. Die tiefen Temperaturen lassen das Wasser im Moment so schnell gefrieren, da geht die Herstellung dieser Eislichter einfach über Nacht. Und sie sehen wunderschön aus.

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Auch am Haus zieren Eislichter die Gartenregale. Sie geben schönes Licht und sind ein toller Blickfang solange es für Frühlingsblüher noch zu kalt ist.

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Der Teich liegt starr unter einer dicken Eisschicht. Die Molche sind zum Überwintern schon im Herbst aus dem Wasser gekrochen und haben sich unter dem Altholzhaufen oder den großen Steinen am Ufer verkrochen um auf das Frühjahr zu warten.

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Wenn man allerdings ganz genau hinschaut, dann erkennt man da und dort schon die ersten Anzeichen davon, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Die Tulpenblätter ragen schon aus dem Schnee und die Rosen zeigen erste winzige Knospenansätze. Auch die Birken am Teichufer haben schon Knospen gebildet.

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Ist es nicht wunderbar, was es an einem so klirrend kalten Wintertag in der Natur alles zu entdecken gibt. Wie schnell doch dabei die Zeit vergangen ist. Mittlerweile ist es schon dunkel geworden und die Eislichter haben nun endgültig ihren ganz großen Auftritt. Und auch wenn sie noch so schön anzusehen sind, allmählich kriecht die Kälte unter meine Kleidung und ich freue mich auf meinen wärmenden Kamin im Schwedenhäuschen.

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Schön, dass ihr mitgekommen seid auf meine winterliche Gartenrunde. Ich bin mir sicher beim nächsten Mal entdecken wir schon die ersten Frühlingsblüher. Bis dahin packt euch warm ein wenn ihr in die Natur geht, dann könnt ihr die winterlichen Schönheiten, die sie für euch bereithält auch entsprechend genießen.

Ha det bra, Conny

Vänskap – Freundschaft

 

Was liegen doch für turbulente Wochen hinter mir. So viele wichtigen, beruflichen Entscheidungen waren zu treffen und noch immer bin ich dabei irgendwie einen Rhythmus in meinen „neuen“ Arbeitsalltag zu bringen. Ich habe lange überlegt ob ich diese Woche überhaupt einen neuen Post schreiben soll. Irgendwie läuft mir Tag für Tag die Zeit davon. Jeder der schon einmal versucht hat unter Druck einen Artikel zu schreiben weiß, daß das nicht leicht ist.

Doch die vergangenen Wochen haben mir einmal mehr gezeigt, was man gemeinsam mit Familie und Freunden bewirken und auf die Beine stellen kann. Wie wichtig es ist Menschen um sich zu haben auf die man sich verlassen kann. Und plötzlich war er doch da, mein Post für diese Woche.

Freundschaft ist für mich neben Familie und Gesundheit das Wichtigste und Wertvollste, das ein Mensch besitzen kann. Gute Freunde sind etwas Kostbares, ja sogar Unbezahlbares für mich. Gerade in den letzten Wochen, in denen mein Leben so eine komplett andere Richtung genommen hat als ich das eigentlich geplant hatte, ist mir wieder bewusst geworden wie reich ich bin. Denn ich habe wirklich sehr gute Freunde.

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„Gute Freunde sind wie Sterne, du siehst sie nicht immer, aber du weißt das sie da sind.“

Ich gehe mit dem Wort Freundschaft sehr vorsichtig um. In Zeiten von Facebook, wo es „virtuell“ schnell mal ein paar hundert Freunde werden können, sollte man sich der Wichtigkeit von wahrer Freundschaft bewusst werden. Wer sind wirkliche Freunde und wer nur „Bekannte“?

Gute Freunde lassen dich nicht im Stich. Sie werden Himmel und Erde in Bewegung setzen um dir zu helfen und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie teilen deine Leidenschaften, haben Verständnis für deine Macken und wissen, dass du, auch wenn ihr mal nicht einer Meinung seid, im Grunde doch genauso tickst wie sie.

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Gehe nicht vor mir her, vielleicht folge ich dir nicht. Geh nicht hinter mir, vielleicht führe ich dich nicht. Geh einfach neben mir und sei mein Freund.“

Freundschaft ist lagom, sie funktioniert auf Dauer nur, wenn sie ausgewogen ist. Wenn sich Helfen und Hilfe annehmen die Waage halten. Jemand der nur nimmt und niemals gibt kann kein guter Freund sein. Und derjenige der nur gibt und sich selbst darüber vergisst wird auf Dauer an dieser Einseitigkeit zerbrechen.

Wahre Freundschaften überdauern Jahre, ja oft Jahrzehnte und nicht selten überbrücken sie weite Entfernungen. Mit einem richtig guten Freund kann ich nach Jahren in denen wir uns nicht gesehen haben, dort anknüpfen wo wir beim letzten Treffen aufgehört haben.

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Ein wahrer Freund ist jemand der dich hören kann, auch wenn du still bist.“

Kenn ihr auch diese Situation: ihr tragt tagelang schon Sorgen und Gedanken mit euch herum, grübelt und quält euch  ohne zu einem Ergebnis zu kommen und dann kommt eure beste Freundin oder euer bester Freund und fragt einfach nur nach was denn los ist, was euch quält und bedrückt. Dabei habt ihr euch so bemüht euch nichts anmerken zu lassen, aber die Menschen die euch so gut kennen, merken sofort das etwas nicht stimmt. Ist das nicht wunderbar beruhigend?

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Mit einem ersten Frühlingsgruß aus meinem Schwedenhäuschen und dem wunderschönen Bild von meiner Svea, das ich von meinen besten Freunden geschenkt bekommen habe, möchte ich mich für diese Woche von euch verabschieden. Nehmt euch Zeit für eure Freunde und genießt das Beisammensein mit den Menschen, die euch so gut kennen!

Ha det bra, Conny