Sju sorters kakor – Schwedisch lernen auf die etwas andere Art

Immer wieder werde ich gefragt ob ich nach all den Jahren denn auch Schwedisch spreche, ob es eine schwer zu lernende Sprache ist und wie ich es gelernt hätte.
Natürlich spreche ich Schwedisch, lese schwedische Bücher, höre via Internet schwedisches Radio und sehe mir auch gerne schwedische Filme im Originalton an. Ich bin der Meinung die Sprache ist nicht schwer zu lernen. Da habe ich mir während meiner Schulzeit mit Französisch viel schwerer getan.

Man kann sich in Schweden zwar problemlos in Englisch und teilweise sogar in Deutsch verständigen – viele Schweden sprechen beide Sprachen sogar sehr gut – aber für mich war nach ein paar Jahren klar, das ich die Sprache meines Lieblingslandes sprechen und verstehen möchte. Und ganz ehrlich, ich erkennne immer wieder ein freudiges Leuchten in den Augen der Schweden, wenn sie  merken, dass ich zwar „nur“ Tourist bin, mich aber trotzdem näher mit ihrem Land und der Sprache beschäftigt habe.

Gelernt habe ich die ersten schwedischen Worte allerdings nicht mit einem Sprachbuch oder auf der Volkshochschule. Nein, ich habe die ersten Worte mit einem Kochbuch, besser gesagt einem Backbuch, gelernt. Erst ein Jahr später habe ich dann einen Volkshochschulkurs für Schwedisch besucht und hatte das Glück die ersten Jahre einen genialen Lehrer zu haben, der es wirklich verstanden hat seinen Schülern nicht nur die schwedische Sprache sondern auch die schwedische Seele näher zu bringen.

Das Buch „Sju sorters kakor“ (sieben Sorten Kekse), war sozusagen mein erstes Lehrbuch. Es ist 1945 im ICA bokförlag erschienen und wurde seit damals mehr als 3,4 Millionen Mal verkauft und 2005 zum 60 jährigen Jubiläum in der 83. Ausgabe neu aufgelegt.

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Der Titel bezieht sich auf eine schwedische Tradition, wonach es mindestens sieben verschiedene Gebäckstücke sein müssen, die bei einem Kaffeekränzchen gereicht werden sollen. In vielen schwedischen Cafés gibt es auch heute noch diesen kakbord (Kuchentisch) der das Herz jeder Naschkatze höher schlagen lässt.

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In meiner Küche steht mittlerweile auch schon die dritte Ausgabe dieses schwedischen Backbuchklassikers. Und obwohl ich viele Rezepte daraus nach all den Jahren schon im Kopf habe, nehme ich das Buch immer wieder gerne zur Hand und erinnere mich daran, wie ich zu Beginn, ausgerüstet mit einem dicken Wörterbuch, die Rezepte Zutat für Zutat mühsam übersetzt habe.

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Eines der ersten Rezepte, dass ich vor vielen Jahren übersetzt und gebacken habe und seitdem immer und immer wieder backe ist Farmors Choklad Kaka – Großmutters Schokoladekuchen. Genauer gesagt der Schokoladekuchen der Großmutter väterlicherseits. In Schweden erspart man sich nämlich die Frage mütterlicher- oder väterlicherseits. Da gibt es ganz klare Bezeichnungen. Far ist der Vater, mor ist die Mutter, farmor ist die Mutter des Vaters und – ihr ahnt es schon – mormor ist die Mutter der Mutter. Also ganz einfach und logisch!

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Aber zurück zum Schokoladekuchen, der ist nämlich sowas von lecker und saftig, den müsst ihr unbedingt probieren. Und hier kommt auch schon das Rezept für euch:

1 dl Kakao
2 dl Milch
1 dl Zucker
125 gr Butter
1,5 dl Zucker
2 Eier
1,5 msk Vanillezucker
3,5 dl Mehl
1,5 tsk Backpulver

Ich backe den Kuchen meistens in einer Kastenform, aber ihr könnt auch jede andere Form verwenden. Sie sollte jedoch mindestens 1,2 Liter fassen. Die Form wird eingefettet und mit Mehl ausgestaubt.

Jetzt mischt ihr Kakao, Milch und Zucker in einem Topf und kocht die Flüssigkeit kurz auf und lasst sie wieder abkühlen.
Als nächstens schlagt ihr die Butter und den Zucker cremig und rührt den Vanillezucker sowie nach und nach die Eier ein. Das Backpulver mischt ihr mit dem Mehl und gebt die Mischung abwechselnd mit dem ausgekühlten Kakao in den Teig.

Den gut verrührten Teig füllt ihr jetzt in eure Backform und backt ihn bei 175°C ca. 1 Stunde. Jetzt muss Farmors Choklad Kaka nur noch auskühlen und einer typisch schwedischen Kaffeejause steht nichts mehr im Weg.

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Ich wünsche euch gutes Gelingen und vielleicht wird ja Farmors Choklad Kaka auch euer Lieblingskuchen am Kuchentisch. Ich jedenfalls habe noch niemanden kennengelernt, der nach dem ersten Bissen nicht begeistert war.

Und ganz ehrlich, bei so einem unfreundlichen und nassen Wetter wie wir es im Moment haben, tut es der Seele ganz gut, wenn man sie mit ein wenig Schokoladekuchen verwöhnt.

Ich für meinen Teil hoffe ja immer noch auf Schnee und Kälte in diesem Winter. Ich will durch knirschenden Schnee spazieren, Eiskristalle in der Wintersonne funkeln sehen und nach dem Heimkommen mit dem Hund nicht ewig mit schmutzigen Hundepfoten kämpfen müssen.

Und so warte ich weiter, bei einem flaumigen Stück Farmors Choklad Kaka auf meinen weißen Wintertraum und sage bis dahin,

ha det bra, Conny

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Autor: Conny

Alter: 49 Wohnort: Niederösterreich Familienmitglieder: ein Mann, ein Hund und ein Pferd Das bin ich: schwedenverliebt, dekoverrückt, naturverbunden

2 Kommentare zu „Sju sorters kakor – Schwedisch lernen auf die etwas andere Art“

  1. LIebe Conny, Schokokuchen geht bei mir IMMER…und dieses Rezept auf jeden Fall. Sonntag kommen meine Kinder zu Besuch und da wird Geburtstag von Mimis Freund gefeiert. Es liebt Schoko. Da kommt mir dein Rezept ja wie gerufen.
    Und wenn wir uns Montag sehen, dann darfst du ihn höchstpersönlich verkosten. ( Falls noch was da ist 😉 )
    Ich hoffe er hält deinem fachmännischen Urteil dann auch stand.
    Bis ganz bald im Haus am Berg
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Barbara

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  2. Der Schokoladekuchen sieht wirklich lecker aus (und interessant, dass die Schokolade vorher gekocht wird, bevor sie zum Kuchteig kommt), aber was mich echt fasziniert sind „farmor“ und „mormor“ – genial. Das könnten wir in Deutsch auch gut gebrauchen.

    Ganz liebe Grüße
    Hilda

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