Vänskap – Freundschaft

 

Was liegen doch für turbulente Wochen hinter mir. So viele wichtigen, beruflichen Entscheidungen waren zu treffen und noch immer bin ich dabei irgendwie einen Rhythmus in meinen „neuen“ Arbeitsalltag zu bringen. Ich habe lange überlegt ob ich diese Woche überhaupt einen neuen Post schreiben soll. Irgendwie läuft mir Tag für Tag die Zeit davon. Jeder der schon einmal versucht hat unter Druck einen Artikel zu schreiben weiß, daß das nicht leicht ist.

Doch die vergangenen Wochen haben mir einmal mehr gezeigt, was man gemeinsam mit Familie und Freunden bewirken und auf die Beine stellen kann. Wie wichtig es ist Menschen um sich zu haben auf die man sich verlassen kann. Und plötzlich war er doch da, mein Post für diese Woche.

Freundschaft ist für mich neben Familie und Gesundheit das Wichtigste und Wertvollste, das ein Mensch besitzen kann. Gute Freunde sind etwas Kostbares, ja sogar Unbezahlbares für mich. Gerade in den letzten Wochen, in denen mein Leben so eine komplett andere Richtung genommen hat als ich das eigentlich geplant hatte, ist mir wieder bewusst geworden wie reich ich bin. Denn ich habe wirklich sehr gute Freunde.

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„Gute Freunde sind wie Sterne, du siehst sie nicht immer, aber du weißt das sie da sind.“

Ich gehe mit dem Wort Freundschaft sehr vorsichtig um. In Zeiten von Facebook, wo es „virtuell“ schnell mal ein paar hundert Freunde werden können, sollte man sich der Wichtigkeit von wahrer Freundschaft bewusst werden. Wer sind wirkliche Freunde und wer nur „Bekannte“?

Gute Freunde lassen dich nicht im Stich. Sie werden Himmel und Erde in Bewegung setzen um dir zu helfen und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie teilen deine Leidenschaften, haben Verständnis für deine Macken und wissen, dass du, auch wenn ihr mal nicht einer Meinung seid, im Grunde doch genauso tickst wie sie.

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Gehe nicht vor mir her, vielleicht folge ich dir nicht. Geh nicht hinter mir, vielleicht führe ich dich nicht. Geh einfach neben mir und sei mein Freund.“

Freundschaft ist lagom, sie funktioniert auf Dauer nur, wenn sie ausgewogen ist. Wenn sich Helfen und Hilfe annehmen die Waage halten. Jemand der nur nimmt und niemals gibt kann kein guter Freund sein. Und derjenige der nur gibt und sich selbst darüber vergisst wird auf Dauer an dieser Einseitigkeit zerbrechen.

Wahre Freundschaften überdauern Jahre, ja oft Jahrzehnte und nicht selten überbrücken sie weite Entfernungen. Mit einem richtig guten Freund kann ich nach Jahren in denen wir uns nicht gesehen haben, dort anknüpfen wo wir beim letzten Treffen aufgehört haben.

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Ein wahrer Freund ist jemand der dich hören kann, auch wenn du still bist.“

Kenn ihr auch diese Situation: ihr tragt tagelang schon Sorgen und Gedanken mit euch herum, grübelt und quält euch  ohne zu einem Ergebnis zu kommen und dann kommt eure beste Freundin oder euer bester Freund und fragt einfach nur nach was denn los ist, was euch quält und bedrückt. Dabei habt ihr euch so bemüht euch nichts anmerken zu lassen, aber die Menschen die euch so gut kennen, merken sofort das etwas nicht stimmt. Ist das nicht wunderbar beruhigend?

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Mit einem ersten Frühlingsgruß aus meinem Schwedenhäuschen und dem wunderschönen Bild von meiner Svea, das ich von meinen besten Freunden geschenkt bekommen habe, möchte ich mich für diese Woche von euch verabschieden. Nehmt euch Zeit für eure Freunde und genießt das Beisammensein mit den Menschen, die euch so gut kennen!

Ha det bra, Conny

 

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Sju sorters kakor – Schwedisch lernen auf die etwas andere Art

Immer wieder werde ich gefragt ob ich nach all den Jahren denn auch Schwedisch spreche, ob es eine schwer zu lernende Sprache ist und wie ich es gelernt hätte.
Natürlich spreche ich Schwedisch, lese schwedische Bücher, höre via Internet schwedisches Radio und sehe mir auch gerne schwedische Filme im Originalton an. Ich bin der Meinung die Sprache ist nicht schwer zu lernen. Da habe ich mir während meiner Schulzeit mit Französisch viel schwerer getan.

Man kann sich in Schweden zwar problemlos in Englisch und teilweise sogar in Deutsch verständigen – viele Schweden sprechen beide Sprachen sogar sehr gut – aber für mich war nach ein paar Jahren klar, das ich die Sprache meines Lieblingslandes sprechen und verstehen möchte. Und ganz ehrlich, ich erkennne immer wieder ein freudiges Leuchten in den Augen der Schweden, wenn sie  merken, dass ich zwar „nur“ Tourist bin, mich aber trotzdem näher mit ihrem Land und der Sprache beschäftigt habe.

Gelernt habe ich die ersten schwedischen Worte allerdings nicht mit einem Sprachbuch oder auf der Volkshochschule. Nein, ich habe die ersten Worte mit einem Kochbuch, besser gesagt einem Backbuch, gelernt. Erst ein Jahr später habe ich dann einen Volkshochschulkurs für Schwedisch besucht und hatte das Glück die ersten Jahre einen genialen Lehrer zu haben, der es wirklich verstanden hat seinen Schülern nicht nur die schwedische Sprache sondern auch die schwedische Seele näher zu bringen.

Das Buch „Sju sorters kakor“ (sieben Sorten Kekse), war sozusagen mein erstes Lehrbuch. Es ist 1945 im ICA bokförlag erschienen und wurde seit damals mehr als 3,4 Millionen Mal verkauft und 2005 zum 60 jährigen Jubiläum in der 83. Ausgabe neu aufgelegt.

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Der Titel bezieht sich auf eine schwedische Tradition, wonach es mindestens sieben verschiedene Gebäckstücke sein müssen, die bei einem Kaffeekränzchen gereicht werden sollen. In vielen schwedischen Cafés gibt es auch heute noch diesen kakbord (Kuchentisch) der das Herz jeder Naschkatze höher schlagen lässt.

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In meiner Küche steht mittlerweile auch schon die dritte Ausgabe dieses schwedischen Backbuchklassikers. Und obwohl ich viele Rezepte daraus nach all den Jahren schon im Kopf habe, nehme ich das Buch immer wieder gerne zur Hand und erinnere mich daran, wie ich zu Beginn, ausgerüstet mit einem dicken Wörterbuch, die Rezepte Zutat für Zutat mühsam übersetzt habe.

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Eines der ersten Rezepte, dass ich vor vielen Jahren übersetzt und gebacken habe und seitdem immer und immer wieder backe ist Farmors Choklad Kaka – Großmutters Schokoladekuchen. Genauer gesagt der Schokoladekuchen der Großmutter väterlicherseits. In Schweden erspart man sich nämlich die Frage mütterlicher- oder väterlicherseits. Da gibt es ganz klare Bezeichnungen. Far ist der Vater, mor ist die Mutter, farmor ist die Mutter des Vaters und – ihr ahnt es schon – mormor ist die Mutter der Mutter. Also ganz einfach und logisch!

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Aber zurück zum Schokoladekuchen, der ist nämlich sowas von lecker und saftig, den müsst ihr unbedingt probieren. Und hier kommt auch schon das Rezept für euch:

1 dl Kakao
2 dl Milch
1 dl Zucker
125 gr Butter
1,5 dl Zucker
2 Eier
1,5 msk Vanillezucker
3,5 dl Mehl
1,5 tsk Backpulver

Ich backe den Kuchen meistens in einer Kastenform, aber ihr könnt auch jede andere Form verwenden. Sie sollte jedoch mindestens 1,2 Liter fassen. Die Form wird eingefettet und mit Mehl ausgestaubt.

Jetzt mischt ihr Kakao, Milch und Zucker in einem Topf und kocht die Flüssigkeit kurz auf und lasst sie wieder abkühlen.
Als nächstens schlagt ihr die Butter und den Zucker cremig und rührt den Vanillezucker sowie nach und nach die Eier ein. Das Backpulver mischt ihr mit dem Mehl und gebt die Mischung abwechselnd mit dem ausgekühlten Kakao in den Teig.

Den gut verrührten Teig füllt ihr jetzt in eure Backform und backt ihn bei 175°C ca. 1 Stunde. Jetzt muss Farmors Choklad Kaka nur noch auskühlen und einer typisch schwedischen Kaffeejause steht nichts mehr im Weg.

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Ich wünsche euch gutes Gelingen und vielleicht wird ja Farmors Choklad Kaka auch euer Lieblingskuchen am Kuchentisch. Ich jedenfalls habe noch niemanden kennengelernt, der nach dem ersten Bissen nicht begeistert war.

Und ganz ehrlich, bei so einem unfreundlichen und nassen Wetter wie wir es im Moment haben, tut es der Seele ganz gut, wenn man sie mit ein wenig Schokoladekuchen verwöhnt.

Ich für meinen Teil hoffe ja immer noch auf Schnee und Kälte in diesem Winter. Ich will durch knirschenden Schnee spazieren, Eiskristalle in der Wintersonne funkeln sehen und nach dem Heimkommen mit dem Hund nicht ewig mit schmutzigen Hundepfoten kämpfen müssen.

Und so warte ich weiter, bei einem flaumigen Stück Farmors Choklad Kaka auf meinen weißen Wintertraum und sage bis dahin,

ha det bra, Conny

Skåne – wo Schweden am südlichsten ist

„Da begriff der Junge, dass das große gewürfelte Tuch, über das er hinflog, der flache Erdboden von Schonen war. Und er begann zu verstehen, warum es so gewürfelt und farbig aussah. Die hellgrünen Vierecke erkannte er zuerst, das waren die Roggenfelder, die im vorigen Herbst bestellt worden waren und sich unter dem Schnee grün erhalten hatten. Die gelbgrauen Vierecke waren die Stoppelfelder, wo im vorigen Sommer Frucht gewachsen war, die bräunlichen waren alte Kleeäcker und die schwarzen leere Weideplätze oder ungepflügtes Brachfeld. Die braunen Vierecke mit einem gelben Rand waren sicherlich die Buchenwälder, denn da sind die großen Bäume die mitten im Wald wachsen, im Winter entlaubt, während die jungen Buchen am Waldessaum ihre vergilbten Blätter bis zum Frühjahr behalten. Es waren auch dunkle Vierecke da mit etwas Grauem in der Mitte. Das waren die großen viereckig gebauten Höfe mit den geschwärzten Strohdächern und den gepflasterten Hofplätzen. Und dann wieder waren Vierecke da, die in der Mitte grün waren und einen braunen Rand hatten. Das waren die Gärten, wo die Rasenplätze schon grünten, während das Buschwerk und die Bäume, die sie umgaben noch in der nackten braunen Rinde dastanden.“

So beschrieb Selma Lagerlöf die südlichste Provinz Schwedens in ihrem 1906/1907 erschienen Schullesebuch „Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“.

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Und hier in Skåne möchte ich eine virtuelle Reise durch Schweden mit euch beginnen. Eine Reise zu meinen schwedischen Lieblingsplätzen. Und ich verrate euch schon mal soviel, es wird eine sehr lange Reise mit vielen Stationen. Vom südlichen Skåne bis hinauf nach Lappland wird uns diese Reise führen. So wie in Selma Lagerlöfs Buch der kleine Junge Nils Holgersson auf seiner Reise mit den Wildgänsen von Skåne nach Lappland geflogen ist.

Also lehnt euch zurück und macht es euch gemütlich, hier kommen meine ersten drei Lieblingsplätze im südöstlichen Skåne.

Kommt man mit der Fähre von Deutschland nach Schweden, durchfährt man unweigerlich Schwedens südlichste Provinz „Skåne“ (Schonen) welche gleichzeitig auch die südlichste Spitze Skandinaviens bildet. Skåne war für uns lange Zeit nur Anlegeplatz der Fähre. In Trelleborg angekommen haben wir meist eine der Autobahnen oder Schnellstraßen gewählt, um so schnell wie möglich weiter in den Norden zu gelangen.

Erst nach einigen Jahren haben wir begonnen uns die südlichste Provinz Schwedens genauer anzusehen und haben dabei Orte entdeckt, die seitdem zu unseren Lieblingsplätzen gehören. Und bei jeder Fahrt durch Skåne wird mir bewußt, wie treffend Selma Lagerlöf die Landschaft beschrieben hat. Skåne ist die Kornkammer Schwedens und die Landschaft dadurch geprägt von riesigen Feldern und verstreut liegenden großen Höfen.

Der erste und mein absoluter Lieblingsplatz in Skåne ist die beeindruckende und faszinierende Schiffssetzung Ales Stenar oberhalb des kleinen Fischerdorfes Kåseberga in der Gemeinde Ystad.

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Rund um die Bedeutung dieses Steinmonumentes gibt es viele Spekulationen. Die Einen sagen es wäre eine Art „schwedisches Stonehenge“, die Anderen sehen darin eine Grabstätte. Was auch immer sich die Menschen damals gedacht haben, sie haben für dieses Monument einen ganz besonderen Platz ausgesucht. Hoch oben auf einem Plateau an der Steilküste schwebt die Schiffssetzung förmlich zwischen Himmel, Erde und Meer.

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Unzählige Male schon sind wir zwischen den Steinen gesessen, haben zugesehen wie der Mond eine helle Lichtstraße auf die Ostsee malt und haben die beinahe körperlich spürbare Energie dieses besonderen Platzes auf uns wirken lassen.

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Fährt man von Kåseberga die Küstenstraße weiter Richtung Norden erreicht man nach ein paar Kilometern das wunderschöne Naturschutzgebiet Sandhammaren mit kilometerlangen weißen Sandstränden. In der Hauptsaison kann es hier schon ganz schön voll mit Menschen sein, Nebensaisonliebhaber wie wir, haben die weiten Sandstrände ganz für sich alleine.

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Vom Stenshuvud dem „steinernen Haupt“, einem 97 Meter hohen Urberg an der Osteeküste südlich von Kivik, hat man zumindest annähernd eine ähnliche Perspektive auf das Land, wie der kleine Nils Holgersson vom Rücken seiner Gans aus. Es wird behauptet, dass man an klaren Tagen bis zur dänischen Insel Bornholm sehen kann. Als wir das erste Mal im Nationalpark und oben auf dem Stenshuvud waren, hatten wir leider ziemlich dunstiges Wetter. Aber nachdem es einer unserer Lieblingsplätze ist, werden wir vielleicht beim nächsten Mal das Glück haben eine tolle Fernsicht zu genießen.

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Und schon sind wir am Ende der heutigen Etappe  durch Südschweden angekommen. Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen ersten Eindruck davon vermitteln wie schön es schon nach ein paar Autokilometern in Schweden sein kann.

Ich überlege mir jetzt, wo ich euch beim nächsten Mal hin mitnehmen werde. Möglichkeiten gibt es ja mehr als genug in meinem Sehnsuchtsland Schweden.

Ha det bra, Conny

 

 

 

 

Das war Lagom 2017

Ich weiß noch genau wann ich das erste Mal darüber nachgedacht habe einen Blog über Schweden bzw. schwedisches Lebensgefühl zu starten.

Es war im Frühsommer 2017. Wir waren gerade zurück von einer fantastischen Reise quer durch Schweden. Es war ein „ONCE IN A LIFETIME-URLAUB“. Wir hatten einen Monat lang perfektes Wetter, fuhren durch einzigartig schöne Landschaft, durften wunderbare Menschen kennenlernen und viele unvergessliche Momente erleben. Es war ein Urlaub in dem ich intensiver als je zuvor gespürt habe wie sich Lagom anfühlt.

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Wieder daheim wollte ich allen davon erzählen wie entspannend es ist lagom zu leben, zu essen, zu reisen und zu wohnen. Also habe ich mich an den Laptop gesetzt und habe begonnen zu schreiben. Als ich dann den ersten Blogentwurf wieder und wieder gelesen hatte waren auf einmal Zweifel da: Interessiert das irgend jemandem? Wird das überhaupt jemand lesen?  Was wenn keiner sich für schwedisches Lebensgefühl interessiert?

Aber die Idee lies mich einfach nicht mehr los und nach einigen Wochen in denen ich mich durch unzählige Blogs zum Thema Bloggen gelesen hatte und dadurch erst recht wieder verunsichert war ob ich das alles so hinkriegen würde, habe ich einfach den Sprung ins kalte Wasser gewagt und am 15. September das erste mal auf den Button „Veröffentlichen“ gedrückt. Ich war ganz schön aufgeregt dabei, das könnt ihr mir glauben.

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Jetzt sind es gerade mal 3 1/2 Monate seit „Lagom schwedisches Lebensgefühl“ online gegangen ist und trotzdem ist in dieser kurzen Zeit so wahnsinnig viel passiert. Ich habe viel tolles Feedback bekommen. So viele Menschen schreiben mir, dass sie sich Woche für Woche auf meine Posts freuen. Manchmal kann ich es gar nicht glauben aus wieviel verschiedenen Ländern der Welt die Menschen kommen, die meinen Blog lesen.

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Auch auf Facebook folgen mittlerweile mehr als 750 Fans dem schwedischen Lebensgefühls. Alleine das Foto mit den Schwedenhäusern im Herbst erreichte via Facebook mehr als 10.000 Menschen.

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Auch das weiße Dalarhäst war eines der meistgeklickten Bilder auf Facebook.

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Als die Tage kühler wurden habe ich euch in mein schwedisches Gartenzimmer mitgenommen und ich kann euch jetzt schon versprechen, dass ich euch im kommenden Frühling wieder dorthin mitnehmen werde.

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Ich durfte viele liebe Bloggerkolleginnen kennenlernen und die Einladung zur 2. Österreichischen Blogger Christmas Home Tour war für mich ja dann sowieso DAS Highlight des Jahres.

Mal sehen welche Überraschungen und Highlights das kommende Jahr für mich bereithält. Aber eines ist sicher, ich werde euch auch 2018 immer wieder mitnehmen in mein Sehnsuchtsland Schweden.

Zum Schluss dieses Posts möchte ich mich ganz herzlich bei jedem Einzelnen von euch für eure Treue und die lieben Kommentare bedanken. Es ist eine wunderschöne Bestätigung für einen Blogger, wenn Leser sich die Zeit nehmen ein paar nette Worte unter den Post zu schreiben. Denn dann hat man die Gewissheit, dass die geschriebenen Zeilen und die mit großer Sorgfalt ausgewählten Fotos im Leser etwas bewegt haben.

Kommt alle gut ins Jahr 2018!

Ha det bra och „Gott Nytt År“, Conny

 

 

 

 

 

Lagom Weihnachten

Genau das wünsche ich euch – lagom Weihnachten!

Es muss nicht der größte und teuerste Baum sein, es muss nicht das perfekte Weihnachtsessen sein und es müssen auch nicht Berge von Päckchen unter dem Christbaum liegen.

Leider beschäftigen wir uns Jahr für Jahr genau damit am häufigsten in der Vorweihnachtszeit. Wir lassen uns von Werbung, sozialen Medien und verschiedenen Trends diese ruhigste Zeit im Jahr viel zu oft verderben.

Dabei sind es nich die materiellen Dinge, die dieses Fest ausmachen, sondern die Menschen mit denen wir es feiern.

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Ich wünsche euch ein richtiges Lagom-Weihnachtsfest, nicht zu üppig, nicht zu schlicht, gemütlich und behaglich mit den Menschen die euch wichtig sind und die ihr gerne um euch habt.

God jul och ha det bra, Conny

 

 

Rotes Gold im hohen Norden

Safran – kein anderes Gewürz verbinde ich so sehr mit der schwedischen Weihnachtszeit. Die kostbaren roten Fäden der Krokusblüte Crocus sativus wurden schon in der Antike mit Gold aufgewogen und auch heute noch ist Safran das teuerste Gewürz der Welt.

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Die Hauptanbaugebiete dieser besonderen Krokuspflanze liegen zwar im Iran aber auch in Schweden wird Safran angebaut. Auf der schwedischen Insel Gotland am Hof Stafva Gård befindet sich Schwedens größtes Anbaugebiet. Ob es ein Zufall ist, dass Saffranspannkaka Gotlands Nationalgericht ist?

Aber heute will ich euch eigentlich ein Safrangebäck vorstellen, welches in Schweden aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken ist – Lussekatter.
Dieses traditionelle Hefegebäck mit dem feinen Safrangeschmack hat vor allem am 13. Dezember, dem Tag der heiligen Lucia, in Schweden seinen großen Auftritt. Egal ob zum Frühstück mit einer Tasse Tee oder Kaffee oder am späten Abend mit einer Tasse Glögg, am 13. Dezember isst ganz Schweden Lussekatter oder Saffransbröd wie es auch genannt wird.

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Ich backe jedes Jahr ca. 30 Stück dieser Köstlichkeit. Durch den Topfen im Germteig bleibt das Gebäck lange saftig. Es kann aber auch eingefroren werden.

Hier aber erst einmal das Rezept für ca. 32 Stück Lussekatter:

1 Würfel Hefe
150 g Butter
5 dl Milch
250 g Topfen (10%ig)
0,5 tsk Salz
2 dl Zucker
3 – 4 g Safran + 1 Stück Würfelzucker
1 Ei
17 dl Weizenmehl
1 Ei zum Bestreichen
1 dl Rosinen

Zubereitung:
Als erstes bröselt ihr die Hefe in eine Rührschüssel. Danach gebt ihr die Butter in einen Topf und lasst sie bei geringer Wärme schmelzen. Jetzt gebt ihr die Milch dazu und erwärmt beides auf ca. 37 Grad.
Das Butter-Milch-Gemisch gießt ihr nun über die Hefe und rührt um bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Den Safran gebt ihr gemeinsam mit einem Stück Würfelzucker in einen Mörser und zerreibt beides ganz fein und rührt es in die Milchmischung ein. Nun kommen Zucker, Salz, Topfen und das Ei dazu und ein großer Teil des Mehls. Das ganze wird jetzt so lange verrührt bzw. abgeschlagen, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

Den fertigen Teig, der nun eine wunderbar gelbe Farbe hat und schon ganz herrlich nach Safran duftet lasst ihr nun ca. 1 Stunde rasten.

Für die Herstellung der Lussekatter teilt ihr nun den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 32 gleich große Stücke und formt diese zu kleinen Kugeln. Die Kugeln rollt ihr mit beiden Händen zu dünnen Strängen und dreht diese an den Enden gegengleich zu Schnecken.

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Die geformten Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und noch einmal für ca. 30 Minuten rasten lassen. Jetzt könnt ihr auch schon den Ofen auf  225 Grad vorheizen.

Nach dem Rasten werden die Lussekatter mit verquirltem Ei bestrichen und  mit Rosinen verziert.

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Gebacken werden sie ca. 8-10 Minuten.

Glaubt mir das Geruchserlebnis während dem Backen ist sensationell. Die Lussekatter sind fertig gebacken, wenn sie schön dunkelgelb sind und beginnen ganz leicht braun zu werden.

Jetzt müsst ihr nur noch genug Geduld aufbringen bis die Gebäckstücke ausgekühlt sind, wobei ich euch gestehen muss, dass ich sie lauwarm auch schon gegessen habe.

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An einem kalten Wintertag gibt es für mich nichts Schöneres als mit einer heissen Tasse Glögg und einem frisch gebackenen Stück Lussekatt vor dem Kamin zu sitzen. Wenn dann vielleicht draussen auch noch ein paar Schneeflocken vom Himmel fallen und die CD mit meinen schwedischen Weihnachtsliedern leise im Hintergrund läuft, dann ist das für mich ein perfekter Moment.

Ich wünsche euch für die letzte Woche vor Weihnachten ein wenig Zeit für eure ganz persönlichen perfekten Momente. Gönnt euch etwas Ruhe und lasst euch nicht zu sehr vom Weihnachtstrubel antreiben.

Ha det bra, Conny

Schwedischer Weihnachtsmarkt in Wien

Wahnsinn, wo ist die Zeit geblieben! Habe nur ich den Eindruck als würde die Vorweihnachtszeit heuer doppelt so schnell vergehen als in den letzten Jahren?
Wir sind ja schon wieder fast mittendrin in der Adventzeit.

Aber lasst uns kurz noch einmal zurück gehen zum ersten Adventwochenende. Das ist nämlich seit mehr als 20 Jahren bei uns mit einer fixen Tradition verbunden. Dem Besuch des schwedischen Weihnachtsmarktes in Wien. Jedes Jahr freue ich mich auf Glögg, Pepparkaka, Lussekatter, gemütliches Zusammensitzen mit Freunden, dem stimmungsvollen Auftritt von Lucia mit ihrem Gefolge und natürlich darauf meinen Vorrat an schwedischen Lebensmitteln an den Verkaufsständen wieder aufzufüllen.

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Seit 40 Jahren wird dieser Markt von der schwedischen Kirche in Wien organisiert und bring damit am ersten Sonntag im Advent in Österreich lebende Schweden und viele Freunde der schwedischen Kultur zusammen. Heuer fand der Markt wie schon die beiden Jahre davor im Erdgeschoss des Gesundheitsministeriums in Wien in der Radetzkystraße statt.

An den Verkaufsständen bekommt man nahezu alles was das Schwedenherz begehrt: Lebensmittel, Bücher, Backzutaten, Fischkonserven, Handwerk und Tischtücher. Jede Menge Weihnachtsdekoration gibt es natürlich auch zu kaufen.

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Im großen Saal, in dem auch die Bühne für den Lucia-Chor aufgebaut ist, kann man sich an einem der vielen Tische vom Weihnachtseinkauf ausrasten und am schwedischen Buffet leckere Brötchen oder köstliche Mehlspeisen genießen.
Und alle warten dort auch gespannt auf Lucia und ihr Gefolge. Ein Video vom heurigen Auftritt des Luciachors könnt ihr hier sehen.

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Für mich persönlich ist es jedes Jahr wie ein kleiner Kurztrip nach Schweden. An vielen Tischen und Verkaufsständen wird schwedisch gesprochen. Und auch ich frische dabei alljährlich meine Sprachkenntnisse ein wenig auf indem ich meine Einkäufe natürlich in schwedischer Sprache erledige.

Es war ein absolut gelungener Adventauftakt und unsere Einkaufstaschen waren sehr gut gefüllt als wir nach hause fuhren. Jetzt kann Weihnachten kommen und unserem typisch schwedischen Julbord steht nichts mehr im Weg.

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Vielleicht habt ihr ja Lust im nächsten Jahr auch einmal am schwedischen Weihnachtsmarkt in Wien vorbei  zu schauen. Er findet immer am ersten Adventsonntag statt und auf der Homepage der schwedischen Kirche in Wien erfahrt ihr alle Details zu Ort und Zeit.

Ich wünsche euch jetzt noch ein wunderschönes zweites Adventwochenende.

Ha det bra, Conny