Hus vid havet

Kennt ihr das, kaum ist man vom Urlaub daheim hat einen der Alltag wieder fest im Griff. Jeden Tag habe ich mir vorgenommen den Post über die letzte Woche unserer Schwedenreise für euch zu schreiben, aber immer ist etwas dazwischen gekommen.

Aber jetzt ist es endlich soweit. Ich habe mich, bewaffnet mit meinem Laptop und einem großen Krug erfrischendem Zitronenwasser, in den kühlen Schatten meiner großen Birken gesetzt und höre, während ich diese Zeilen schreibe, meine schwedischen Lieblingslieder.

„Jag vill ha ett hus vid havet
där jag kan se på alla båtarna
som lägger till“

Die wunderbare Stimme von Marie Fredriksson macht es mir leicht die letzten Tage unserer Schwedenreise noch einmal in Gedanken zu erleben. Nach den herrlichen Tagen in Dalarna sind wir über Värmland und Dalsland an die schwedische Westküste gefahren. In Kungshamn haben wir einen Platz am schönen Campingplatz Solvik gefunden, von wo aus es nur ein paar Kilometer nach Smögen sind.

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Smögen ist während der Hauptsaison der Touristenmagnet an der schwedischen Westküste. Tausende Menschen schlendern während der Sommermonate die Holzstege am Hafen entlang, die von Cafés, Bars, Restaurants und kleinen Läden gesäumt sind. Im Wasser liegen teure Segeljachten neben kleinen Jollen und Fischerbooten und in den vielen kleinen Bootshäusern verbringen sowohl Einheimische als auch Touristen sonnige Tage und laue Abende.

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Es hat schon einen besonderen Reiz dieses „easy living“ am Wasser. Die Rufe der Möwen, die morgendlichen Fachgespräche der Fischer wie denn wohl der nächste Fang ausfallen wird und die salzig schmeckende Seeluft bewirken bei mir immer ein Gefühl von Leichtigkeit. Ich bin an diesem Tag sehr lange auf einer Holzbank im Hafen gesessen, im Rücken den von der Sonne aufgewärmten Felsen, und habe mit geschlossenen Augen diese Stimmung genossen. Da wir schon sehr früh am Morgen Richtung Hafen aufgebrochen sind, waren keine Touristenmassen unterwegs. Und so hatten wir auch jede Menge Zeit viele schöne Motive mit der Kamera einzufangen.

Während im Landesinneren von Schweden der Großteil der Häuser faluröd gestrichen ist, ist es hier an der Küste die Farbe Weiß, die die Häuser vor dem blitzblauen Himmel noch freundlicher, noch strahlender und noch einladender wirken lässt. Maritime Motive in den Fenstern und üppig blühende Rosenbüsche verleihen den Häusern noch einen ganz besonders reizenden Charme.

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Den schlichten Kontrast dazu bilden die einfachen Bootshütten die dicht aneinander gereiht vor den blankgeschliffenen Felsen stehen.

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Mit ausreichend Räucherfisch von Gösta’s Fisk im Hafen von Smögen versorgt haben wir uns dann auf den Weg Richtung Helsingborg gemacht von wo aus wir die Fähre Richtung Dänemark genommen haben.

Ich versuche ja immer den letzten Tag in Schweden irgendwie besonders zu gestalten. Heuer war es ein Spaziergang durch das schöne Freilichtmuseum Fredriksdal in Helsingborg. Eine weitläufige Parkanlage mitten in der Stadt mit einem Herrenhaus im gustavianischen Stil, alten Hofgebäude aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, einem Stadtquartier mit Häusern aus der Altstadt Helsingborgs sowie wunderbaren Rosengärten.

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Das Zentrum der Stadt Helsingborg bildet der 35 m hohe mittelalterliche Turm „Kärnan“ der auf einem Felsen hoch über dem historischen Stadtkern Helsingborgs steht. Von der Plattform des Turms hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt, den Hafen und das Meer.

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Wie schnell doch 3 Wochen vorbei gehen. Natürlich überkam mich wie jedes Jahr die Wehmut, als ich an Deck der Fähre gestanden bin und die Entfernung zum schwedischen Festland immer größer wurde. Aber zu dieser Wehmut mischt sich auch jedes Mal Freude und Dankbarkeit dafür, dass ich das alles erleben durfte.

Es bleibt die Gewissheit, dass wir im nächsten Jahr wiederkommen. Und bis dahin werde ich, wie schon so oft, in stillen Momenten in Gedanken zurückwandern an den einsamen Waldsee, in die unendliche Weite Lapplands, auf die karge Nordkapinsel oder auf die sonnenwarme Bank an der Seebrücke in Smögen.

Ha det bra, Conny

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