Sommarkänslor – Sommergefühle

Wenn ich an den schwedischen Sommer denke, dann entstehen in meinem Kopf Bilder von bunten Blumenwiesen, spiegelglatten Seen im warmen Licht der tiefstehende Sonne, hellen Nächten in denen die Sonne nie untergeht und ich höre das fröhliche Plaudern und Lachen von Menschen, die die meiste Zeit des nicht enden wollenden Tages im Freien verbringen.

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Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele liebevoll eingerichtete „Gartenzimmer“ und gemütliche Aussensitzplätze gesehen zu haben, wie in Schweden. Die Menschen verlagern im Sommer ihr ganzes Leben nach draußen. Es wird draußen gekocht, gegrillt, gegessen, geduscht, gearbeitet. Und die Freude daran lassen sich die Schweden auch nicht von Mückenschwärmen oder Kaltfronten verderben.

Den Höhepunkt und zugleich Startschuss für dieses Leben draußen bildet das Midsommarfest, das traditionell an dem Samstag gefeiert wird, der zwischen dem 20. und dem 26. Juni liegt. Wenn man als Schwedenurlauber erwartet, bei einer solchen Midsommarfeier jede Menge Bier oder Wein zu bekommen und bis spät in die Nacht ausgelassen feiern zu können, dann irrt man. Die öffentlichen Midsommarfeste sind geprägt vom gemeinsamen schmücken der Majstange, von Volksmusik und gemeinsamem Singen und Tanzen um die Majstange. Dazu bringen viele Schweden ihr eigenes kleines Picknick mit und für alle anderen gibt es Kaffee und Kuchen und die typisch schwedischen Hotdog.

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Ausgelassen und fröhlich wird es dann erst in den eigenen vier Wänden mit Familie und Freunden. Dort kommt dann der klassische eingelegte Hering mit den im Dillsud gekochten Frühkartoffeln auf den Tisch, es gibt Lachs und Knäckebrot, gegrillten Fisch oder Huhn und zur Nachspeise Erdbeeren in den verschiedensten Variationen.

Seit 1998 gibt es diese Tradition des Midsommarfestes mit Majstange und typisch schwedischem Essen auch bei uns im Schwedenhäuschen. Bis auf die Jahre, die wir an Midsommar in Schweden waren, haben wir noch kein Fest ausgelassen. Und auch unser „Uteplats“ (Terrasse) vor dem Schwedenhäuschen wird von Jahr zu Jahr schwedischer.

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Die strahlend weissen Gartenmöbel mit den charakteristisch gekreuzten Brettern in der Lehne stehen nicht nur in vielen schwedischen Gärten sondern man findet sie auch in vielen Gartencafés und vor den typischen Sommercafés im ganzen Land.

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Ein paar gestreifte Sitzkissen und ein wenig sommerlich, maritime Deko – mehr brauche ich nicht für mein schwedisches Gartenglück.

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Meine Lieben, ich wünsche euch einen wunderbaren Sommer und gemütliche, gesellige Abende an eurem ganz speziellen Lieblingsplatz. Sei er nun bei euch im Garten, am Balkon oder aber im Park.

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Ich setze mich jetzt wieder mit einem kühlen Getränk auf meine Terrasse und träume mich ein wenig in den Norden. Schließlich haben wir für heuer ja noch eine Reise nach Schweden vor und die will ja geplant werden.

Ha det bra, Conny

Lagom geht auch im Garten

Ist es tatsächlich erst Ende April? Da haben wir aber doch schon wieder eine Jahreszeit übersprungen. Wenn man auf das Thermometer blickt könnte man das fast annehmen. 28 Grad!!! Die Natur ist nahezu explosionsartig aufgeblüht, irgendwie alles zur gleichen Zeit.

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Ich habe ja seit vielen Jahren so ein morgendliches Ritual. Sobald die Temperaturen morgens über 5 Grad steigen gehe ich direkt nach dem Aufstehen, gemeinsam mit meinem Hund, in den Garten und sehe nach, wo was Neues aus der Erde sprießt. Das hat zum Vorteil, dass ich danach hellwach bin, vor allem wenn die Temperaturen noch knackig kühl sind, und immer auf dem Laufenden bin, was in welcher Ecke des Gartens in Kürze blühen wird. Abends, wenn ich dann nach der Arbeit wieder meine Gartenrunde drehe, sieht es oft schon wieder ganz anders aus. Die Tulpen, die morgens noch ganz geschlossen waren, haben ihre Kelche in der Frühlingssonne weit geöffnet und die Knospen an der Forsythie sind dann auch schon aufgesprungen.

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Dieses Jahr aber habe ich das Gefühl man könnte den Pflanzen beim Wachsen zusehen. Ich bin fast nicht mit dem Fotografieren nachgekommen. Dabei fotografiere ich gerade den Garten so gerne.

Mein Garten ist übrigens, wie könnte es auch anders sein, lagom. Er ist nicht allzu groß, aber groß genug um ihn ein wenig räumlich zu gliedern. An der sonnigsten Stelle im Garten haben wir ein Blumenbeet angelegt. Hier teilen sich Frühjahrsblüher mit mehrjährigen Stauden und Englischen Rosen und Pfingstrosen den Platz. Auch das ein oder andere Unkraut darf bei mir wachsen. Schließlich sind viele dieser Unkräuter gerade im Frühling eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und so bleiben Löwenzahn und Gundelrebe in meinem Garten stehen.

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Da unser Grundstück ost/west ausgerichtet ist haben wir auf der einen Seite jede Menge Sonne aber auf der Nordseite dafür auch jede Menge Schatten und da glücklicherweise feuchten Schatten. An dieser Nordseite des Grundstücks steht ein sehr alter Hühnerstall, den wir als Brennholzlager nutzen und an dessen alter Mauer wächst alles was mein nordisches Herz höher schlagen lässt. Hier ist der ideale Platz für Farne, Moos, Bärlauch und Waldmeister.

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Und was darf im Garten eines Nordlichts auf keinen Fall fehlen? Natürlich Birken! Ich liebe diese Bäume. Kein anderer Baum strahlt für mich so viel Leichtigkeit und Eleganz aus wie die Birke. Und obwohl sie zu jeder Jahreszeit wunderschön aussieht, mag ich sie im Frühling, wenn die jungen hellgrünen Blätter austreiben am liebsten.

Lövsprickning nennen die Schweden diese Zeit im Jahr, wenn die Blattknospen der Bäume aufspringen und das erste zarte Grün zu sehen ist.

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Ich mag es mir im Garten gemütliche Ecken einzurichten. Ein bequemer Sessel, ein Hocker der als Tischchen dient und ein paar Blumen und duftende Kräuter – mehr brauche ich nicht.

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Dieses Jahr habe ich meine Wohlfühlecke ganz hinten im Garten eingerichtet. Dort wo die Birkenscheite für den Winter lagern. Von dort aus habe ich einen wunderbaren Blick auf meine geliebten Birken, unser Schwedenhäuschen und den ganzen Garten. Und da sitze ich dann und plane meine nächsten Projekte. Vielleicht den Platz vorm Schwedenhäuschen doch mit Holzdielen verkleiden? Welche Sommerblumen sollen heuer auf der Terrasse blühen? Dort in meiner Lieblingsecke habe ich einfach die besten Ideen.

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Habt ihr auch so eine Lieblingsecke im Garten oder auf der Terrasse die euch inspiriert? Wo ihr ausspannen könnt oder einfach nur so vor euch hinträumen könnt? Wenn nicht, dann schafft euch so einen Platz und nehmt euch die Zeit dort ein wenig ganz für euch alleine zu sein. Gerade in unserer schnelllebigen und lauten Zeit werden solche Momente immer kostbarer.

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Das war ein kleiner Rundgang durch meinen Lagom-Garten an einem Frühlingstag der sich anfühlt als wäre schon Sommer. Bald werden Tulpen und Bärlauch verblüht sein und den Sommerstauden und Gemüsepflanzen Platz machen. Bis dahin genießt ruhige Momente in der Natur, die zu keiner Jahreszeit so lebendig und frisch ist wie im Frühling. Lasst das ein oder andere Unkraut im Garten ruhig wachsen, ein kurzer Augenblick in Ruhe genossen, ist mehr wert als ein perfekter Rasen.

Ha det bra, Conny

 

Mein schwedisches Gartenzimmer

Kennt ihr auch diese Projekte die manchmal Jahre brauchen bis sie verwirklicht werden? Ihr habt es eigentlich schon lange fix fertig im Kopf, wisst genau wie es aussehen soll, aber immer wieder kommt euch der Alltag dazwischen. Viel zu viele Dinge von denen man selber glaubt, dass sie so wichtig sind und man deswegen die eigenen Herzensprojekte in den Hintergrund drängt. „Na dann mach ich das eben ein anderes Mal!“

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Genau so ging es mir mit meinem Gewächshaus. Ich träumte immer von einem richtigen Gartenzimmer, einem gemütlichen Raum in dem ich im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Sonne angenehm warm durch die Glasscheiben strahlt, mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch sitzen kann und trotzdem das Gefühl habe ich sitze mitten im Grünen. Als ich mir vor einigen Jahren dann endlich diesen lang gehegten Traum erfüllt habe, benutzte ich das Gewächshaus erst einmal nur für die Anzucht von Pflanzen. In den heißen Sommermonaten, diente es als Aufbewahrungsplatz für die Auflagen der Gartenmöbel und während der Wintermonate als Stauraum für all die Gartengeräte, Pflanzkübel und Utensilien, für die im Haus kein Platz war. Ich muss gestehen es gab Zeiten, da sah es eher aus wie eine Rumpelkammer. Weit entfernt von dem Wohlfühlort, den ich mir immer erträumt hatte.

IMG_4497Dann fiel mir eine Ausgabe der schwedischen Wohn- und Gartenzeitschrift Drömhem & Trädgård in die Hände. Darin war eine Reportage über ein Gewächshaus, das von seinen Besitzern liebevoll in ein gemütliches Gartenzimmer verwandelt wurde. Es diente nicht nur als Gartenarbeitsraum sondern auch als Ort für diverse andere kreative Arbeiten, als Rückzugsort und als Lesezimmer.

Ich war begeistert! Und mit einem Mal war er wieder da mein Traum vom Gartenzimmer. Alles im Leben hat seine Zeit! Und diesen Frühsommer kam die Zeit für mein „Gartenzimmer-Projekt“.

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Die alten Tische, die bisher als Arbeitstische und Abstellflächen genutzt wurden flogen auf den Sperrmüll und ein Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsplatte durfte stattdessen einziehen. Alles was an Kleinutensilien für die Anzucht von Jungpflanzen nötig ist findet in der geräumigen Lade des Tisches Platz. Kleine Anzuchttöpfe, Dekomaterial das ich von meinen Streifzügen durch den Wald mitbringe sowie Gefäße für Schnittblumen werden in den schlichten Holzkisten Knagglig vom bekannte schwedischen Möbelhaus verstaut.

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Zwei alte Ladenkästchen die eigentlich schon für den Sperrmüll vorgesehen waren bekamen einen weißen Anstrich sowie neue Griffe und schon strahlen sie eine skandinavische Leichtigkeit aus. In den Laden ist viel Stauraum für Kerzen, Bänder und alles was ich sonst für Dekoarbeiten brauche.

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IMG_4495Auch die geräumige Munitionskiste vom Flohmarkt hat durch den weißen Anstrich ihr militärisch strenges Aussehen verloren und passt nun perfekt ins Bild. In ihr hat alles Platz was groß und sperrig ist und mit einer hübschen Auflage oder einem Fell lädt sie zum genießen und Verweilen ein.

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Rechtzeitig zu Beginn der kühleren Jahreszeit ist es nun fertig geworden, mein schwedisches Gartenzimmer. Ein paar Urlaubserinnerungen und schwedische Gartenbilder machen es jetzt endlich zu meinem ganz persönlichen Wohlfühlort. Hier kann ich über zukünftige Gartenprojekte nachdenken, Blumensträuße oder Kränzen binden oder einfach nur mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch ein wenig die Zeit vergessen.

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Gerade jetzt an schon etwas kühlen Herbstabenden gibt es nichts Romantischeres als gemeinsam mit meinem Lebensmensch ein Glas Wein im schwedischen Gartenzimmer zu genießen. Die Kerzen geben nicht nur warmes Licht sondern wärmen auch den Raum rasch auf. Und wenn ein stürmischer Herbstwind bläst, dann schließen wir einfach die Türe und lauschen den Blättern wenn sie von den Bäumen auf das Glasdach fallen.

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Ich hoffe der kleine Ausflug in mein schwedisches Gartenzimmer hat euch gefallen. Und vielleicht konnte ich euch ein wenig dazu inspirieren, ein schon lange aufgeschobenes Herzensprojekt von euch zu verwirklichen. Nehmt euch die Zeit dafür, lasst nicht den Alltag und die Gesellschaft euer Leben bestimmen, bestimmt selber darüber. Schließlich ist es euer Leben. Und damit es „lagom“ wird braucht es die richtige Balance zwischen Alltagspflichten und Herzensprojekten.

 

Ha det bra, Conny