Weihnachtsplätzchen für Wildvögel

Was die Fütterung von Wildvögeln im Winter angeht, gibt es ja bekanntlich verschiedene Meinungen. Die einen füttern gar nicht, die andere wieder karren Vogelfutter tonnenweise nach hause. Ich versuche auch dabei die goldene Mitte zu finden. Bis zum ersten Frost steht den Wildvögeln bei mir im Garten ein Futtersilo zur Verfügung der mit verschiedenen Samen und Körnern gefüllt ist. Ja, den fülle ich auch im Sommer. Der Futtersilo hängt in unserem Marillenbaum und von meinem Frühstücksplatz aus habe ich eine guten Blick darauf. Ich freue mich dann beim Frühstücken immer, wenn sich Meisen, Spatzen und Finken die Körner holen.

Auch die Samenstände verschiedener Stauden und natürlich die Beeren der Vogelbeere bleiben in unserem Garten für die Vögel am Strauch. Sobald es aber die ersten Nachtfröste gibt, steht bei mir fetthaltiges Futter am Speiseplan. Da ich jedoch kein Freund der klassischen Meisenknödel im Netz bin – man hört immer wieder, dass Vögel mit den Krallen darin hängen bleiben können und ganz ehrlich, sehr hübsch anzusehen sind sie auch nicht – gibt es bei mir DIY Fettfutter. Und wo könnte ich diese weihnachtlichen Futterplätzchen für die Wildvögeln in meinem Garten besser herstellen, als in meinem Gewächshaus. Weil es aber jetzt doch schon etwas kalt ist zünde ich eine halbe Stunde bevor ich mit der Arbeit beginne ein paar Kerzen an. Mit geschlossener Tür hält sich die Wärme ganz gut im Gewächshaus und ich bekomme beim Basteln keine kalten Finger. Außerdem sorgen die Kerzen zusätzlich für eine wunderbare Stimmung. Ein heißer Kaffee dazu und es kann schon passieren, dass ich total die Zeit vergesse.

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Aber zurück zum DIY-Fettfutter, folgende Zutaten braucht ihr: Einen Sack Wildvogelfutter, ein paar Ziegel Kokosfett oder Rindertalg, Keksausstecher, kleine Tontöpfe, dünne Zweige sowie Schnur oder Bänder zum Aufhängen.

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In einem Topf wird das Kokosfett oder der Talg geschmolzen und die Körnermischung eingerührt. Lasst alles danach eine Weile Abkühlen, bis es ein richtiger Körnerbrei ist. Wenn ihr die Masse zu früh verarbeitet, rinnt euch das Fett aus den Keksformen.

Nun füllt ihr verschiedene Keksausstecher mit dem Körnerbrei und steckt in die Mitte einen dünnen Zweig oder einfach ein Stück von einem Holzspieß. Durch das dadurch entstandene Loch, wird nach dem Aushärten die Schnur zum Aufhängen gezogen. Am besten lasst ihr die Masse über Nacht aushärten.

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In die kleinen Tontöpfe wird von oben ein Faden durch das Loch gefädelt und daran wird ebenfalls ein Stück Zweig oder Holzspieß geknotet, damit der Faden nicht durch das Loch rutschen kann und ihr eine Möglichkeit habt die Töpfe in den Baum zu hängen. Nun wird die Körnermasse in den Topf gefüllt. Damit die Meisen und Finken sich beim herauspicken der Körner wo festhalten können, steckt ihr einfach ein verzweigtes Aststück in die Masse und lasst das Ganze auch aushärten.

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Das war’s eigentlich auch schon. Ich habe die Futterplätzchen mit einem dicken roten Wollfaden aufgehängt und die Töpfe mit etwas Tannenreisig und einer roten Schleife geschmückt.

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Mit all den  Plätzchen und Töpfen wird unser Marillenbaum jedes Jahr zur Adventzeit und weit bis ins Frühjahr hinein ein reicher Gabentisch für Wildvögeln. Und weil die kleinen Kerle immer jede Menge Körner auf die Erde schmeißen, haben wir in der Nähe der Futterstelle im Sommer immer jede Menge Sonnenblumen, die ganz von selber aufkeimen.

Ich freue mich jedenfalls schon auf morgen früh, wenn ich vom Frühstückstisch aus das Treiben in unserem „Vogelbaum“ beobachten kann.

Ha det bra, Conny

 

 

Mein schwedisches Gartenzimmer

Kennt ihr auch diese Projekte die manchmal Jahre brauchen bis sie verwirklicht werden? Ihr habt es eigentlich schon lange fix fertig im Kopf, wisst genau wie es aussehen soll, aber immer wieder kommt euch der Alltag dazwischen. Viel zu viele Dinge von denen man selber glaubt, dass sie so wichtig sind und man deswegen die eigenen Herzensprojekte in den Hintergrund drängt. „Na dann mach ich das eben ein anderes Mal!“

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Genau so ging es mir mit meinem Gewächshaus. Ich träumte immer von einem richtigen Gartenzimmer, einem gemütlichen Raum in dem ich im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Sonne angenehm warm durch die Glasscheiben strahlt, mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch sitzen kann und trotzdem das Gefühl habe ich sitze mitten im Grünen. Als ich mir vor einigen Jahren dann endlich diesen lang gehegten Traum erfüllt habe, benutzte ich das Gewächshaus erst einmal nur für die Anzucht von Pflanzen. In den heißen Sommermonaten, diente es als Aufbewahrungsplatz für die Auflagen der Gartenmöbel und während der Wintermonate als Stauraum für all die Gartengeräte, Pflanzkübel und Utensilien, für die im Haus kein Platz war. Ich muss gestehen es gab Zeiten, da sah es eher aus wie eine Rumpelkammer. Weit entfernt von dem Wohlfühlort, den ich mir immer erträumt hatte.

IMG_4497Dann fiel mir eine Ausgabe der schwedischen Wohn- und Gartenzeitschrift Drömhem & Trädgård in die Hände. Darin war eine Reportage über ein Gewächshaus, das von seinen Besitzern liebevoll in ein gemütliches Gartenzimmer verwandelt wurde. Es diente nicht nur als Gartenarbeitsraum sondern auch als Ort für diverse andere kreative Arbeiten, als Rückzugsort und als Lesezimmer.

Ich war begeistert! Und mit einem Mal war er wieder da mein Traum vom Gartenzimmer. Alles im Leben hat seine Zeit! Und diesen Frühsommer kam die Zeit für mein „Gartenzimmer-Projekt“.

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Die alten Tische, die bisher als Arbeitstische und Abstellflächen genutzt wurden flogen auf den Sperrmüll und ein Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsplatte durfte stattdessen einziehen. Alles was an Kleinutensilien für die Anzucht von Jungpflanzen nötig ist findet in der geräumigen Lade des Tisches Platz. Kleine Anzuchttöpfe, Dekomaterial das ich von meinen Streifzügen durch den Wald mitbringe sowie Gefäße für Schnittblumen werden in den schlichten Holzkisten Knagglig vom bekannte schwedischen Möbelhaus verstaut.

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Zwei alte Ladenkästchen die eigentlich schon für den Sperrmüll vorgesehen waren bekamen einen weißen Anstrich sowie neue Griffe und schon strahlen sie eine skandinavische Leichtigkeit aus. In den Laden ist viel Stauraum für Kerzen, Bänder und alles was ich sonst für Dekoarbeiten brauche.

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IMG_4495Auch die geräumige Munitionskiste vom Flohmarkt hat durch den weißen Anstrich ihr militärisch strenges Aussehen verloren und passt nun perfekt ins Bild. In ihr hat alles Platz was groß und sperrig ist und mit einer hübschen Auflage oder einem Fell lädt sie zum genießen und Verweilen ein.

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Rechtzeitig zu Beginn der kühleren Jahreszeit ist es nun fertig geworden, mein schwedisches Gartenzimmer. Ein paar Urlaubserinnerungen und schwedische Gartenbilder machen es jetzt endlich zu meinem ganz persönlichen Wohlfühlort. Hier kann ich über zukünftige Gartenprojekte nachdenken, Blumensträuße oder Kränzen binden oder einfach nur mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch ein wenig die Zeit vergessen.

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Gerade jetzt an schon etwas kühlen Herbstabenden gibt es nichts Romantischeres als gemeinsam mit meinem Lebensmensch ein Glas Wein im schwedischen Gartenzimmer zu genießen. Die Kerzen geben nicht nur warmes Licht sondern wärmen auch den Raum rasch auf. Und wenn ein stürmischer Herbstwind bläst, dann schließen wir einfach die Türe und lauschen den Blättern wenn sie von den Bäumen auf das Glasdach fallen.

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Ich hoffe der kleine Ausflug in mein schwedisches Gartenzimmer hat euch gefallen. Und vielleicht konnte ich euch ein wenig dazu inspirieren, ein schon lange aufgeschobenes Herzensprojekt von euch zu verwirklichen. Nehmt euch die Zeit dafür, lasst nicht den Alltag und die Gesellschaft euer Leben bestimmen, bestimmt selber darüber. Schließlich ist es euer Leben. Und damit es „lagom“ wird braucht es die richtige Balance zwischen Alltagspflichten und Herzensprojekten.

 

Ha det bra, Conny