Rotes Gold im hohen Norden

Safran – kein anderes Gewürz verbinde ich so sehr mit der schwedischen Weihnachtszeit. Die kostbaren roten Fäden der Krokusblüte Crocus sativus wurden schon in der Antike mit Gold aufgewogen und auch heute noch ist Safran das teuerste Gewürz der Welt.

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Die Hauptanbaugebiete dieser besonderen Krokuspflanze liegen zwar im Iran aber auch in Schweden wird Safran angebaut. Auf der schwedischen Insel Gotland am Hof Stafva Gård befindet sich Schwedens größtes Anbaugebiet. Ob es ein Zufall ist, dass Saffranspannkaka Gotlands Nationalgericht ist?

Aber heute will ich euch eigentlich ein Safrangebäck vorstellen, welches in Schweden aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken ist – Lussekatter.
Dieses traditionelle Hefegebäck mit dem feinen Safrangeschmack hat vor allem am 13. Dezember, dem Tag der heiligen Lucia, in Schweden seinen großen Auftritt. Egal ob zum Frühstück mit einer Tasse Tee oder Kaffee oder am späten Abend mit einer Tasse Glögg, am 13. Dezember isst ganz Schweden Lussekatter oder Saffransbröd wie es auch genannt wird.

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Ich backe jedes Jahr ca. 30 Stück dieser Köstlichkeit. Durch den Topfen im Germteig bleibt das Gebäck lange saftig. Es kann aber auch eingefroren werden.

Hier aber erst einmal das Rezept für ca. 32 Stück Lussekatter:

1 Würfel Hefe
150 g Butter
5 dl Milch
250 g Topfen (10%ig)
0,5 tsk Salz
2 dl Zucker
3 – 4 g Safran + 1 Stück Würfelzucker
1 Ei
17 dl Weizenmehl
1 Ei zum Bestreichen
1 dl Rosinen

Zubereitung:
Als erstes bröselt ihr die Hefe in eine Rührschüssel. Danach gebt ihr die Butter in einen Topf und lasst sie bei geringer Wärme schmelzen. Jetzt gebt ihr die Milch dazu und erwärmt beides auf ca. 37 Grad.
Das Butter-Milch-Gemisch gießt ihr nun über die Hefe und rührt um bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Den Safran gebt ihr gemeinsam mit einem Stück Würfelzucker in einen Mörser und zerreibt beides ganz fein und rührt es in die Milchmischung ein. Nun kommen Zucker, Salz, Topfen und das Ei dazu und ein großer Teil des Mehls. Das ganze wird jetzt so lange verrührt bzw. abgeschlagen, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

Den fertigen Teig, der nun eine wunderbar gelbe Farbe hat und schon ganz herrlich nach Safran duftet lasst ihr nun ca. 1 Stunde rasten.

Für die Herstellung der Lussekatter teilt ihr nun den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 32 gleich große Stücke und formt diese zu kleinen Kugeln. Die Kugeln rollt ihr mit beiden Händen zu dünnen Strängen und dreht diese an den Enden gegengleich zu Schnecken.

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Die geformten Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und noch einmal für ca. 30 Minuten rasten lassen. Jetzt könnt ihr auch schon den Ofen auf  225 Grad vorheizen.

Nach dem Rasten werden die Lussekatter mit verquirltem Ei bestrichen und  mit Rosinen verziert.

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Gebacken werden sie ca. 8-10 Minuten.

Glaubt mir das Geruchserlebnis während dem Backen ist sensationell. Die Lussekatter sind fertig gebacken, wenn sie schön dunkelgelb sind und beginnen ganz leicht braun zu werden.

Jetzt müsst ihr nur noch genug Geduld aufbringen bis die Gebäckstücke ausgekühlt sind, wobei ich euch gestehen muss, dass ich sie lauwarm auch schon gegessen habe.

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An einem kalten Wintertag gibt es für mich nichts Schöneres als mit einer heissen Tasse Glögg und einem frisch gebackenen Stück Lussekatt vor dem Kamin zu sitzen. Wenn dann vielleicht draussen auch noch ein paar Schneeflocken vom Himmel fallen und die CD mit meinen schwedischen Weihnachtsliedern leise im Hintergrund läuft, dann ist das für mich ein perfekter Moment.

Ich wünsche euch für die letzte Woche vor Weihnachten ein wenig Zeit für eure ganz persönlichen perfekten Momente. Gönnt euch etwas Ruhe und lasst euch nicht zu sehr vom Weihnachtstrubel antreiben.

Ha det bra, Conny

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Jetzt ist meine Zeit!

Als echtes Nordlicht, liebe ich natürlich die kalten Jahreszeit. Vor allem der Herbst mit seinen wunderbaren Farben und der Fülle an Früchten hat es mir ganz besonders angetan. Wenn rund um mich die Leute jammern, dass es nun leider wieder kalt wird, habe ich meist ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen und denke mir:
Jetzt ist meine Zeit!
Jetzt ist die Zeit in der ich endlos mit dem Hund durch den Wald spaziere.
Jetzt ist die Zeit in der ich es mir im Garten noch einmal gemütlich mache, dick eingepackt in eine Kuscheldecke oder ein Fell.

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Dieses mal habe ich mir eines meiner Lieblingskochbücher zum Lesen mit in den Garten genommen. LAGOM SVENSKT ein Kochbuch über die einfache schwedische Küche. Das Rezept für die unheimlich köstlichen Kanelbullar daraus verrate ich euch übrigens im nächsten Post.

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Herbstdeko findet man bei mir sowohl im Haus als auch im Garten. Schlichtheit und Natürlichkeit stehen aber auch hier für mich an erster Stelle.

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Eine einfache Glasvase mit einem Zweig vom Vogelbeerbaum zum Beispiel, auf einer Scheibe Birkenholz und mit einem schlichten weissen Kürbis kombiniert.

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Die kleinen weissen Baby Boo Kürbisse haben es mir heuer besonders angetan. Ich fahre fast täglich bei einer Kürbisbäuerin vorbei. Sie kennt mich mittlerweile und freut sich immer wenn ich komme. Und sie weiß was ich mag und hebt mir manchmal einen besonders schönen Kürbis auf.

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Einen davon habe ich auf ein Moosbett gesetzt und mit Clematisranken und Kastanien kombiniert. Die Teelichthalter aus Wacholderholz habe ich heuer in Dänemark entdeckt und ich wusste sofort, dass sie in meiner Herbstdeko eine Rolle spielen werden.

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Auch Felle und Geweihstücke gehören für mich zur kalten Jahreszeit. Vor allem Rentier- und Schaffelle dürfen nicht fehlen. Worauf ich dabei allerdings achte, ist die biologische Gerbung. Die Schaffelle kaufe ich bei einem fahrenden Händler, den ich vor Jahren auf einem Mittelaltermarkt auf der Ruine Aggstein in der Wachau kennengelernt habe. Bei ihm werde ich immer fündig. Die Rentierfelle sind, wie kann es anders sein, aus Lappland. Und natürlich haben wir auch das Rentiergeweih und die Elchschaufel aus Schweden mitgebracht.

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Das gelockte graue Fell ist von der schwedischen Insel Gotland, auf der die typischen Gotlandschafe mit dem grauen Locken gezüchtet werden. Es fühlt sich seidig weich an, ist jedoch ein wenig dünner und daher nicht so warm wie ein klassisches Schaffell. Für gemütliche Stunden im windgeschützten Gewächshaus ist es aber ideal.

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Während ich es im Haus gerne Ton in Ton mag, darf es im Garten ruhig ein bisschen bunter zugehen. Schließlich sind die vielen Orange- und Gelbtöne genau das, was den Herbst so zauberhaft macht. Heruntergefalle Blätter auf dem Gartentisch dürfen auch mal einen Tag liegen bleiben. Im Herbst ist die Natur der Regiseur und ich freue mich, wenn es jeden Morgen ein neues Bild zu bewundern gibt.

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Na, konnte ich euch jetzt auch ein wenig mit meiner Herbsteuphorie anstecken?
Ich hoffe es, denn diese Jahreszeit ist einfach zu schön um sie nicht zu genießen. Und sie bietet eine so reiche Fülle an Dekomaterial, das wunderbar zu einem lagom Lebensstil passt. Geht einfach mal hinaus in die Natur und haltet ein wenig die Augen offen. Ihr werden bestimmt mit vollen Händen und jeder Menge Inspiration nach Hause kommen.

Und daheim gibt es dann eine gute Tasse Kaffee oder Tee und dazu ofenfrische Kanelbullar. Bleibt also dabei, dann verpasst ihr das Rezept für dieses schwedische Nationalgebäck in meinem nächsten Post bestimmt nicht.

Ha det bra, Conny