Lagom geht auch im Garten

Ist es tatsächlich erst Ende April? Da haben wir aber doch schon wieder eine Jahreszeit übersprungen. Wenn man auf das Thermometer blickt könnte man das fast annehmen. 28 Grad!!! Die Natur ist nahezu explosionsartig aufgeblüht, irgendwie alles zur gleichen Zeit.

IMG_5920

Ich habe ja seit vielen Jahren so ein morgendliches Ritual. Sobald die Temperaturen morgens über 5 Grad steigen gehe ich direkt nach dem Aufstehen, gemeinsam mit meinem Hund, in den Garten und sehe nach, wo was Neues aus der Erde sprießt. Das hat zum Vorteil, dass ich danach hellwach bin, vor allem wenn die Temperaturen noch knackig kühl sind, und immer auf dem Laufenden bin, was in welcher Ecke des Gartens in Kürze blühen wird. Abends, wenn ich dann nach der Arbeit wieder meine Gartenrunde drehe, sieht es oft schon wieder ganz anders aus. Die Tulpen, die morgens noch ganz geschlossen waren, haben ihre Kelche in der Frühlingssonne weit geöffnet und die Knospen an der Forsythie sind dann auch schon aufgesprungen.

IMG_5929

IMG_5930

Dieses Jahr aber habe ich das Gefühl man könnte den Pflanzen beim Wachsen zusehen. Ich bin fast nicht mit dem Fotografieren nachgekommen. Dabei fotografiere ich gerade den Garten so gerne.

Mein Garten ist übrigens, wie könnte es auch anders sein, lagom. Er ist nicht allzu groß, aber groß genug um ihn ein wenig räumlich zu gliedern. An der sonnigsten Stelle im Garten haben wir ein Blumenbeet angelegt. Hier teilen sich Frühjahrsblüher mit mehrjährigen Stauden und Englischen Rosen und Pfingstrosen den Platz. Auch das ein oder andere Unkraut darf bei mir wachsen. Schließlich sind viele dieser Unkräuter gerade im Frühling eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und so bleiben Löwenzahn und Gundelrebe in meinem Garten stehen.

IMG_5924

Da unser Grundstück ost/west ausgerichtet ist haben wir auf der einen Seite jede Menge Sonne aber auf der Nordseite dafür auch jede Menge Schatten und da glücklicherweise feuchten Schatten. An dieser Nordseite des Grundstücks steht ein sehr alter Hühnerstall, den wir als Brennholzlager nutzen und an dessen alter Mauer wächst alles was mein nordisches Herz höher schlagen lässt. Hier ist der ideale Platz für Farne, Moos, Bärlauch und Waldmeister.

IMG_5922

Und was darf im Garten eines Nordlichts auf keinen Fall fehlen? Natürlich Birken! Ich liebe diese Bäume. Kein anderer Baum strahlt für mich so viel Leichtigkeit und Eleganz aus wie die Birke. Und obwohl sie zu jeder Jahreszeit wunderschön aussieht, mag ich sie im Frühling, wenn die jungen hellgrünen Blätter austreiben am liebsten.

Lövsprickning nennen die Schweden diese Zeit im Jahr, wenn die Blattknospen der Bäume aufspringen und das erste zarte Grün zu sehen ist.

IMG_5928

IMG_5923

IMG_5925

Ich mag es mir im Garten gemütliche Ecken einzurichten. Ein bequemer Sessel, ein Hocker der als Tischchen dient und ein paar Blumen und duftende Kräuter – mehr brauche ich nicht.

IMG_5931

Dieses Jahr habe ich meine Wohlfühlecke ganz hinten im Garten eingerichtet. Dort wo die Birkenscheite für den Winter lagern. Von dort aus habe ich einen wunderbaren Blick auf meine geliebten Birken, unser Schwedenhäuschen und den ganzen Garten. Und da sitze ich dann und plane meine nächsten Projekte. Vielleicht den Platz vorm Schwedenhäuschen doch mit Holzdielen verkleiden? Welche Sommerblumen sollen heuer auf der Terrasse blühen? Dort in meiner Lieblingsecke habe ich einfach die besten Ideen.

IMG_5927

Habt ihr auch so eine Lieblingsecke im Garten oder auf der Terrasse die euch inspiriert? Wo ihr ausspannen könnt oder einfach nur so vor euch hinträumen könnt? Wenn nicht, dann schafft euch so einen Platz und nehmt euch die Zeit dort ein wenig ganz für euch alleine zu sein. Gerade in unserer schnelllebigen und lauten Zeit werden solche Momente immer kostbarer.

IMG_5926

Das war ein kleiner Rundgang durch meinen Lagom-Garten an einem Frühlingstag der sich anfühlt als wäre schon Sommer. Bald werden Tulpen und Bärlauch verblüht sein und den Sommerstauden und Gemüsepflanzen Platz machen. Bis dahin genießt ruhige Momente in der Natur, die zu keiner Jahreszeit so lebendig und frisch ist wie im Frühling. Lasst das ein oder andere Unkraut im Garten ruhig wachsen, ein kurzer Augenblick in Ruhe genossen, ist mehr wert als ein perfekter Rasen.

Ha det bra, Conny

 

Advertisements

Frühling im Schwedenhäuschen

Und plötzlich ist es Frühling! Habt ihr auch den Eindruck, dass er heuer förmlich über Nacht gekommen ist. Gerade noch lag alles unter einer dicken Schneedecke und nur innerhalb weniger Stunden sind die zauberhaften Eislichter aus meinem letzten Post dahingeschmolzen. Aber traurig bin ich darüber natürlich nicht. Auch ich freue mich selbstverständlich auf den Frühling und ich kann es kaum erwarten meine Finger wieder in die Erde meiner Blumen- und Gemüsebeete zu graben.

IMG_5751

Aber wisst ihr was ich am Frühling am allermeisten liebe? Das frische Grün der jungen Blätter und Sprossen. Zu keiner anderen Jahreszeit gibt es dieses zarte Grün in der Natur.  Kein Wunder also, dass ich diese Farbe auch in mein Schwedenhäuschen geholt habe.

IMG_5748

Das Geschirr habe ich schon voriges Jahr bei meinem schwedischen Lieblingsmöbelhaus entdeckt und war sofort begeistert. Es hat genau die richtige Farbe für den Frühling in meiner Küche und die etwas unregelmäßige Optik lässt meinen es wäre von Hand getöpfert.

IMG_5749

IMG_5750

Und noch etwas Grünes gehört für mich unbedingt zum Frühling – frische Kräuter. Was gibt es Köstlicheres als weichgekochte Eier mit frischem Schnittlauch. Noch dazu wenn dieser auf einem schwedischen Brett geschnitten wird. Ja, ihr seht richtig, das Holzbrett ist nicht nur aus Schweden, es hat auch die Form des Landes.

IMG_5754

Die Frühlingsblumen im Haus habe ich in diesem Jahr auch in grün und weiß gehalten. Sie wirken frisch und klar und passen perfekt zu den zarten weißen Häschen die gemeinsam mit den Palmkätzchen und Wachteleiern schon auf das kommende Osterfest  hinweisen.

IMG_5753

IMG_5756

IMG_5752

IMG_5758

Und wie könnte es anders sein, gibt es im Schwedenhäuschen natürlich auch schwedischen Osterschmuck. Påskris – Osterreisig – ist in Schweden der traditionelle Osterschmuck. Dabei wird Birkenreisig zu Buschen gebunden und mit bunten Federn und Ostereiern geschmückt. Bei mir schmückt es heuer gemeinsam mit den schwedischen Worten „Glad Påsk“ (Frohe Ostern) die Eingangstür.

IMG_5755

IMG_5757

Auch wenn der Wetterbericht für das kommende Wochenende wieder Temperaturen knapp über Null Grad und Schneefall angesagt hat, es wird bestimmt nicht mehr lange dauern bis das erste frische Grün an Bäumen und Sträuchern zu sprießen beginnt. Bis dahin erfreue ich mich Tag für Tag am zarten Grün in meinem Schwedenhäuschen.

Also, zieht euch für die nächsten Tage nochmal warm an und holt euch mit zarten Farben doch einfach schon ein wenig Frühling ins Haus.

Ha det bra, Conny

 

 

Lagom Weihnachten

Genau das wünsche ich euch – lagom Weihnachten!

Es muss nicht der größte und teuerste Baum sein, es muss nicht das perfekte Weihnachtsessen sein und es müssen auch nicht Berge von Päckchen unter dem Christbaum liegen.

Leider beschäftigen wir uns Jahr für Jahr genau damit am häufigsten in der Vorweihnachtszeit. Wir lassen uns von Werbung, sozialen Medien und verschiedenen Trends diese ruhigste Zeit im Jahr viel zu oft verderben.

Dabei sind es nich die materiellen Dinge, die dieses Fest ausmachen, sondern die Menschen mit denen wir es feiern.

IMG_5379

Ich wünsche euch ein richtiges Lagom-Weihnachtsfest, nicht zu üppig, nicht zu schlicht, gemütlich und behaglich mit den Menschen die euch wichtig sind und die ihr gerne um euch habt.

God jul och ha det bra, Conny

 

 

Lagom Weihnachtsstimmung im Schwedenhäuschen

Meine Lieben, was soll ich euch sagen, ich bin aufgeregt wie ein Kind vor Heiligabend. Dabei haben wir doch fast noch ein Monat bis dahin. Aber meine Aufregung hat nichts mit dem Weihnachtstag selber zu tun. Nein, ich darf heuer zum ersten Mal bei der Österreichischen Blogger Christmas Home Tour dabei sein und das bereitet mir ganz schön Kribbeln im Bauch.

Banner2017

Seit Montag läuft die Christmas Home Tour nun schon und nachdem uns Barbara von Herzenswärme Fotoblog gerade so liebevoll durch ihr wunderbar weihnachtlich geschmücktes Haus am Berg geführt hat, darf ich euch nun einladen, mich in mein Schwedenhäuschen zu begleiten.

Seit vielen Jahren schon sind meine Weihnachtsfarben rot, weiß und grün. Der Stil meiner Weihnachtsdekoration hat sich in den letzten Jahren zwar geändert, aber meinen Farben bin ich immer treu geblieben. Habe ich früher gerne fix fertige Dekorationen gekauft, die man nur auspacken und hinstellen musste, macht es mir in letzter Zeit mehr Spaß Dinge selber herzustellen.

Als Nordlicht liebe ich Birkenholz, Moos und kuschelige Felle. Und getreu dem Lagom-Motto „weniger ist mehr“ sind heuer viele Dekoelemente der vergangenen Jahren in den Weihnachtskisten geblieben. Aber ihr könnt euch ja jetzt in Ruhe umschauen in meinem weihnachtlichen Schwedenhäuschen.

Obwohl . . . ., wartet noch einen Moment! Weihnachten beginnt bei mir ja eigentlich schon vor der Tür. Jetzt hätte ich um ein Haar vergessen euch meinen Lieblingsplatz im Garten zu zeigen.

Ja ihr habt richtig gehört, ich habe auch im Winter einen Lieblingsplatz im Garten. Aber keine Angst, wer hier Platz nimmt muss nicht frieren, denn das dicke Rentierfell ist so warm, da hält man es auch bei Minusgraden ein Weilchen aus. Wenn wir im Winter Gäste haben, dann kommen die meisten von ihnen immer schon warm eingepackt weil sie wissen, dass wir vor dem Essen eine heiße Tasse Glögg und ein paar Häppchen Fingerfood im Garten am Feuerkorb genießen, bevor wir uns im Haus an den Tisch setzen.

IMG_5149

IMG_5150

Es gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen die Terrasse vor unserem Schwedenhäuschen den Jahreszeiten entsprechend mit Blumen und anderen Naturmaterialien zu dekorieren.

Während der kalten Jahreszeit sind es Christrosen und Scheinbeeren, die für wunderbare Winterstimmung sorgen. Felle, Geweihstücke und Birkenholz sorgen zusätzlich für skandinavische Gemütlichkeit.

Wenn dann abends in den Laternen und Windlichtern die Kerzen brennen will ich manchmal trotz Kälte gar nicht ins Haus gehen, sondern einfach nur auf dem Rentierfell sitzend die warme Kerzenstimmung genießen.

IMG_5151

IMG_5195

IMG_5196

Aber jetzt will ich euch nicht mehr länger in der Kälte stehen lassen, sondern möchte euch in meinem Schwedenhäuschen herzlich willkommen heißen.

Varmt välkommen!

IMG_5152

Unser Vorzimmer war früher einmal eine Veranda. Daher gibt es neben der Tür in die Küche auch einen Fensterrahmen. Er ist heuer Präsentationsfläche für meine Adventlåda. In Schweden gibt es nämlich keinen Adventkranz, sondern eine Adventlåda. Das ist meistens ein längliches Metallgefäß mit vier Kerzenhaltern, welches mit Islandmoos, Tannenreisig und  Preiselbeerlaub geschmückt wird. Die Kerzen stehen also nicht im Kreis sondern in einer Reihe.

Meine Adventlåda ist heuer ein Stück Birkenholz von dem wir in unserem Brennholzschuppen jede Menge haben. Ich habe das Schönste ausgesucht, vier Löcher für die Kerzenhalter gebohrt und ein wenig Reisig, Zimtstangen und Orangenscheiben dazwischengelegt. Ein Band locker um die Kerzen gewunden und schon ist die Låda bereit für ihren Auftritt am ersten Advent.

IMG_5156

Die große Fensterfront unserer Veranda bietet jede Menge Platz für Lichtertreppen.  Sie gehören für mich einfach zu Weihnachten dazu und leuchten in Schweden nahezu in jedem Fenster. Ich mag es ganz besonders, wenn ich abends heimkomme und mein Lebensmensch schon alle Lichter angesteckt hat. Es gibt während der dunklen Jahreszeit keinen schöneren Willkommensgruß.

IMG_2713

Schon seit letztem Jahr gibt es bei mir keinen klassischen Reisigkranz zum Advent, sondern eine umfunktionierte alte Pepparkakadose. Im Inneren befindet sich ein feuchter Steckschwamm der zum einen den Kerzen Halt gibt und zum anderen dafür sorgt, dass das Moos feucht und dadurch frisch und grün bleibt.

IMG_5154

IMG_5155

IMG_5153

In meiner Küche halte ich mich während der Vorweihnachtszeit eigentlich am meisten auf. Es werden Kekse und Weihnachtsbrot („vörtbröd“)gebacken, die Gewürze für den Glögg werden angesetzt und kurz vor Heiligabend wird für das traditionelle schwedische Weihnachtsessen („julbord“) gekocht. Was es da für Köstlichkeiten gibt, verrate ich euch aber ein anderes Mal, heute soll schließlich die Weihnachtsdekoration im Mittelpunkt stehen. Obwohl die schwedischen Keksdosen und Glöggtassen natürlich auch Teil von dieser Weihnachtsdekoration sind.

IMG_5157

IMG_5158

IMG_5164

IMG_5165

So wie im Garten habe ich natürlich auch im Haus einen Lieblingsplatz. Und der ist ganz klar vor unserem Kaminofen. Ich könnte stundenlang davor sitzen, in die Flammen schauen und dem Knistern der Holzscheite zuhören.

IMG_5202

Der Birkenast über dem Ofen bekommt zu jeder Jahreszeit eine passende Dekoration. Aber zur Weihnachtszeit mag ich ihn fast am liebsten.

IMG_5160

IMG_5201

Das wunderschöne Lebkuchenherz aus Ton, dessen Schriftzug „eine gesegnete Weihnacht“ wünscht, habe ich vor vielen Jahren während eines Winterurlaubs in Schweden gekauft. Bevor es nicht an der Wand neben dem Ofen hängt, ist meine Weihnachtsdekoration einfach nicht komplett.

IMG_5169

Außer dem Lebkuchenherz sind auch viele andere Dekorationselemente in meinem Haus aus Schweden. Jedes Einzelne erinnert mich an einen schönen Urlaub oder an die Region in der ich es gekauft habe. Ich mag es mein Haus mit Dingen zu dekorieren, die gleichzeitig auch Erinnerungsstücke sind und mit denen ich die ein oder andere Geschichte verbinde.

So wie das Teelichthäuschen aus Visby. Es erinnert mich nicht nur an die einzigartige Mittelalterstadt auf Gotland, sondern auch daran, dass ich bald wieder auf diese traumhafte schwedische Insel in der Ostsee zurück möchte.

IMG_5162

IMG_5161

IMG_5163

Die Kugeln mit dem schwedischen Weihnachtsgruß besitze ich nun schon seit 17 Jahren. Ich habe sie während eines Weihnachtsurlaubs im Värmland gekauft. Sie haben damals schon den Weihnachtsbaum in unserem Ferienhaus geschmückt und sind seither Jahr für Jahr das Highlight an unserem Weihnachtsbaum daheim. Da dieser aber erst in ein paar Wochen aufgestellt wird, dürfen die Kugeln in der Zwischenzeit in der Weihnachtsdekoration glänzen.

IMG_5170

Und schon sind wir fast am Ende meiner Christmas Home Tour angelangt. Aber ich möchte euch nicht gehen lassen ohne euch noch ein paar Eindrücke mitzugeben, wie es aussieht, wenn es abends dunkel wird und im Schwedenhäuschen alle Lichter und Kerzen angehen. Dann nämlich wird es erst so richtig gemütlich oder „mysig“ wie man in Schweden sagt.

IMG_5168

IMG_5167

IMG_5166

IMG_5197

IMG_5198

Ich hoffe ich konnte euch mit meiner Christmas Home Tour ein wenig in Vorweihnachtsstimmung bringen. Ich freue mich jetzt auf eine wunderschöne und ruhige Zeit in meinem weihnachtlich geschmückten Schwedenhäuschen.

Die nächste Teilnehmerin der Tour Manuela von „Es war einmal“ wartet bestimmt auch schon voll Freude auf euren Besuch.  Ihr werdet begeistert sein von ihrer nostalgischen Weihnachtsdekoration. Ich schaue auf jeden Fall auch jetzt gleich bei ihr vorbei.

Bevor ich mich verabschiede, möchte ich noch ein großes Dankeschön an zwei Teilnehmerinnen dieser Christmas Home Tour aussprechen:
Zum einen unserer Home-Tour-Mama Hilda von „Hildi’s Good Life“  für ihr Vertrauen und die herzliche Betreuung im Vorfeld der Tour.
Und zum anderen Barbara von „Herzenswärme Fotoblog“ ohne deren Überredungskunst ich „Bloggerneuling“ mich wohl nie an diese Home Tour gewagt hätte.

Ich wünsche euch allen von Herzen eine ganz wunderbare Vorweihnachtszeit.

God Jul och ha det bra, Conny

Collage 2017

Montag

Dienstag
Mittwoch
Donnerstag

Ein fast schwedisches Wochenende

Schwedisches Lebensgefühl in den eigenen vier Wänden lässt sich mit skandinavisch inspirierter Einrichtung und Dekoelementen ganz einfach umsetzen. Wenn dann auch noch schwedisch gekocht und gebacken wird und es daheim nach frischen Kanelbullar, Pytt i Panna oder gratiniertem Lachs duftet schlägt das Herz des Schwedenfans gleich noch viel höher.

Design

Aber kann man schwedisches Lebensgefühl auch fern vom geliebten Urlaubsland, sozusagen vor der eigenen Haustür, spüren? Ja, auch das geht. Wunderschöne Wälder und Wiesen oder vielleicht auch einen kleinen See findet ihr sogar, wenn ihr so wie wir, in der Nähe einer Großstadt lebt. Der schwedische Lebensstil „Lagom“ funktioniert nämlich nicht nur in Schweden. Die Kunst ist es, diese Lebenseinstellung auch in den Alltag und in die Freizeit zu integrieren.

Design

Mein Lebensmensch und ich zum Beispiel, habe im nördlichen Niederösterreich in der Region Kamptal unser „Ersatzschweden“ gefunden. Dort zieht es uns hin, wenn wir einfach einmal ein Wochenende Auszeit brauchen. Wenn die Zeit für die lange Anreise nach Schweden leider nicht reicht. Dann wird das Notwendigste in das Wohnmobil gepackt, das Kanu aufs Dach geschnallt und schon geht es ab Richtung Norden.

Design

Nach knapp 1,5 Stunden Fahrtzeit bzw. 130 km erreichen wir unser Ziel. Den Ottensteiner Stausee. Er ist der Größte der insgesamt drei Kampstauseen im niederösterreichischen Waldviertel. Durch seine vielen verzweigten Seitenarme und das zum Teil schroffe Felsufer kann es schon passieren, dass ich beim gleichmäßigen Eintauchen des Paddels vergesse, dass es gar kein schwedischer See ist auf dem wir still über das Wasser gleiten.

Design

Vergangenes Wochenende war es wieder an der Zeit. Wir hatten Lust auf Natur, Stille, und darauf, ein wenig die Zeit zu vergessen. Das Wetter war sonnig und warm wie an einem Sommertag. Klar, das der Nachmittagskaffee im Freien genossen wurde. Ein paar Herbstkekse in Blätteroptik, Kürbisbrioche und original  Waldviertler Mohnzelten durften dabei natürlich nicht fehlen.

Design

Die Steaks für das Abendessen wurden natürlich am offenen Feuer gegrillt und am Feuer sitzend haben wir den wunderbaren Tag mit einem Glas Rotwein dann auch ausklingen lassen.

Es braucht nicht viel um Abzuschalten und neue Energie für die kommende Arbeitswoche zu tanken. Nur ein wenig Natur und Ruhe. Wenn man dann auch noch, so wie wir, das Glück hat, dass die besten Freunde auch schwedenverrückt sind, dann wird aus so einem Wochenende ein perfektes, fast schwedisches Lagom-Wochenende.

Ich wünsche euch, dass auch ihr euren Platz zum Tanken neuer Energie findet. Egal ob es ein See, ein Park oder der Wald hinter dem Haus ist. Das Wichtigste ist, dass ihr euch dort absolut wohlfühlt.

Ha det bra, Conny

 

 

 

Mein schwedisches Gartenzimmer

Kennt ihr auch diese Projekte die manchmal Jahre brauchen bis sie verwirklicht werden? Ihr habt es eigentlich schon lange fix fertig im Kopf, wisst genau wie es aussehen soll, aber immer wieder kommt euch der Alltag dazwischen. Viel zu viele Dinge von denen man selber glaubt, dass sie so wichtig sind und man deswegen die eigenen Herzensprojekte in den Hintergrund drängt. „Na dann mach ich das eben ein anderes Mal!“

IMG_4505

Genau so ging es mir mit meinem Gewächshaus. Ich träumte immer von einem richtigen Gartenzimmer, einem gemütlichen Raum in dem ich im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Sonne angenehm warm durch die Glasscheiben strahlt, mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch sitzen kann und trotzdem das Gefühl habe ich sitze mitten im Grünen. Als ich mir vor einigen Jahren dann endlich diesen lang gehegten Traum erfüllt habe, benutzte ich das Gewächshaus erst einmal nur für die Anzucht von Pflanzen. In den heißen Sommermonaten, diente es als Aufbewahrungsplatz für die Auflagen der Gartenmöbel und während der Wintermonate als Stauraum für all die Gartengeräte, Pflanzkübel und Utensilien, für die im Haus kein Platz war. Ich muss gestehen es gab Zeiten, da sah es eher aus wie eine Rumpelkammer. Weit entfernt von dem Wohlfühlort, den ich mir immer erträumt hatte.

IMG_4497Dann fiel mir eine Ausgabe der schwedischen Wohn- und Gartenzeitschrift Drömhem & Trädgård in die Hände. Darin war eine Reportage über ein Gewächshaus, das von seinen Besitzern liebevoll in ein gemütliches Gartenzimmer verwandelt wurde. Es diente nicht nur als Gartenarbeitsraum sondern auch als Ort für diverse andere kreative Arbeiten, als Rückzugsort und als Lesezimmer.

Ich war begeistert! Und mit einem Mal war er wieder da mein Traum vom Gartenzimmer. Alles im Leben hat seine Zeit! Und diesen Frühsommer kam die Zeit für mein „Gartenzimmer-Projekt“.

IMG_4499

Die alten Tische, die bisher als Arbeitstische und Abstellflächen genutzt wurden flogen auf den Sperrmüll und ein Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsplatte durfte stattdessen einziehen. Alles was an Kleinutensilien für die Anzucht von Jungpflanzen nötig ist findet in der geräumigen Lade des Tisches Platz. Kleine Anzuchttöpfe, Dekomaterial das ich von meinen Streifzügen durch den Wald mitbringe sowie Gefäße für Schnittblumen werden in den schlichten Holzkisten Knagglig vom bekannte schwedischen Möbelhaus verstaut.

IMG_4503

Zwei alte Ladenkästchen die eigentlich schon für den Sperrmüll vorgesehen waren bekamen einen weißen Anstrich sowie neue Griffe und schon strahlen sie eine skandinavische Leichtigkeit aus. In den Laden ist viel Stauraum für Kerzen, Bänder und alles was ich sonst für Dekoarbeiten brauche.

IMG_4507

IMG_4495Auch die geräumige Munitionskiste vom Flohmarkt hat durch den weißen Anstrich ihr militärisch strenges Aussehen verloren und passt nun perfekt ins Bild. In ihr hat alles Platz was groß und sperrig ist und mit einer hübschen Auflage oder einem Fell lädt sie zum genießen und Verweilen ein.

IMG_4498

IMG_4500

Rechtzeitig zu Beginn der kühleren Jahreszeit ist es nun fertig geworden, mein schwedisches Gartenzimmer. Ein paar Urlaubserinnerungen und schwedische Gartenbilder machen es jetzt endlich zu meinem ganz persönlichen Wohlfühlort. Hier kann ich über zukünftige Gartenprojekte nachdenken, Blumensträuße oder Kränzen binden oder einfach nur mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch ein wenig die Zeit vergessen.

IMG_4502

Gerade jetzt an schon etwas kühlen Herbstabenden gibt es nichts Romantischeres als gemeinsam mit meinem Lebensmensch ein Glas Wein im schwedischen Gartenzimmer zu genießen. Die Kerzen geben nicht nur warmes Licht sondern wärmen auch den Raum rasch auf. Und wenn ein stürmischer Herbstwind bläst, dann schließen wir einfach die Türe und lauschen den Blättern wenn sie von den Bäumen auf das Glasdach fallen.

IMG_4501

Ich hoffe der kleine Ausflug in mein schwedisches Gartenzimmer hat euch gefallen. Und vielleicht konnte ich euch ein wenig dazu inspirieren, ein schon lange aufgeschobenes Herzensprojekt von euch zu verwirklichen. Nehmt euch die Zeit dafür, lasst nicht den Alltag und die Gesellschaft euer Leben bestimmen, bestimmt selber darüber. Schließlich ist es euer Leben. Und damit es „lagom“ wird braucht es die richtige Balance zwischen Alltagspflichten und Herzensprojekten.

 

Ha det bra, Conny

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt ist meine Zeit!

Als echtes Nordlicht, liebe ich natürlich die kalten Jahreszeit. Vor allem der Herbst mit seinen wunderbaren Farben und der Fülle an Früchten hat es mir ganz besonders angetan. Wenn rund um mich die Leute jammern, dass es nun leider wieder kalt wird, habe ich meist ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen und denke mir:
Jetzt ist meine Zeit!
Jetzt ist die Zeit in der ich endlos mit dem Hund durch den Wald spaziere.
Jetzt ist die Zeit in der ich es mir im Garten noch einmal gemütlich mache, dick eingepackt in eine Kuscheldecke oder ein Fell.

IMG_4249

Dieses mal habe ich mir eines meiner Lieblingskochbücher zum Lesen mit in den Garten genommen. LAGOM SVENSKT ein Kochbuch über die einfache schwedische Küche. Das Rezept für die unheimlich köstlichen Kanelbullar daraus verrate ich euch übrigens im nächsten Post.

IMG_4248

Herbstdeko findet man bei mir sowohl im Haus als auch im Garten. Schlichtheit und Natürlichkeit stehen aber auch hier für mich an erster Stelle.

IMG_4250

Eine einfache Glasvase mit einem Zweig vom Vogelbeerbaum zum Beispiel, auf einer Scheibe Birkenholz und mit einem schlichten weissen Kürbis kombiniert.

IMG_4255

Die kleinen weissen Baby Boo Kürbisse haben es mir heuer besonders angetan. Ich fahre fast täglich bei einer Kürbisbäuerin vorbei. Sie kennt mich mittlerweile und freut sich immer wenn ich komme. Und sie weiß was ich mag und hebt mir manchmal einen besonders schönen Kürbis auf.

IMG_4251

Einen davon habe ich auf ein Moosbett gesetzt und mit Clematisranken und Kastanien kombiniert. Die Teelichthalter aus Wacholderholz habe ich heuer in Dänemark entdeckt und ich wusste sofort, dass sie in meiner Herbstdeko eine Rolle spielen werden.

IMG_4252

Auch Felle und Geweihstücke gehören für mich zur kalten Jahreszeit. Vor allem Rentier- und Schaffelle dürfen nicht fehlen. Worauf ich dabei allerdings achte, ist die biologische Gerbung. Die Schaffelle kaufe ich bei einem fahrenden Händler, den ich vor Jahren auf einem Mittelaltermarkt auf der Ruine Aggstein in der Wachau kennengelernt habe. Bei ihm werde ich immer fündig. Die Rentierfelle sind, wie kann es anders sein, aus Lappland. Und natürlich haben wir auch das Rentiergeweih und die Elchschaufel aus Schweden mitgebracht.

IMG_4253

Das gelockte graue Fell ist von der schwedischen Insel Gotland, auf der die typischen Gotlandschafe mit dem grauen Locken gezüchtet werden. Es fühlt sich seidig weich an, ist jedoch ein wenig dünner und daher nicht so warm wie ein klassisches Schaffell. Für gemütliche Stunden im windgeschützten Gewächshaus ist es aber ideal.

IMG_4254

Während ich es im Haus gerne Ton in Ton mag, darf es im Garten ruhig ein bisschen bunter zugehen. Schließlich sind die vielen Orange- und Gelbtöne genau das, was den Herbst so zauberhaft macht. Heruntergefalle Blätter auf dem Gartentisch dürfen auch mal einen Tag liegen bleiben. Im Herbst ist die Natur der Regiseur und ich freue mich, wenn es jeden Morgen ein neues Bild zu bewundern gibt.

IMG_4298

Na, konnte ich euch jetzt auch ein wenig mit meiner Herbsteuphorie anstecken?
Ich hoffe es, denn diese Jahreszeit ist einfach zu schön um sie nicht zu genießen. Und sie bietet eine so reiche Fülle an Dekomaterial, das wunderbar zu einem lagom Lebensstil passt. Geht einfach mal hinaus in die Natur und haltet ein wenig die Augen offen. Ihr werden bestimmt mit vollen Händen und jeder Menge Inspiration nach Hause kommen.

Und daheim gibt es dann eine gute Tasse Kaffee oder Tee und dazu ofenfrische Kanelbullar. Bleibt also dabei, dann verpasst ihr das Rezept für dieses schwedische Nationalgebäck in meinem nächsten Post bestimmt nicht.

Ha det bra, Conny