„Röra ihop“ ist der perfekte Sommerkuchen – lagom einfach!

Das ich gerne backe und koche habt ihr ja aufgrund der Rezepte hier am Blog sicher schon gemerkt. Aber ganz ehrlich – bei diesen warmen Sommertemperaturen steht mir der Sinn nicht unbedingt danach, Stunden in der heissen Küche zu verbringen. Zumal ich berufsbedingt sowieso fast den ganzen Tag hinter dem Herd oder am Backofen stehe. Aber eine gemütlich Kaffeepause oder „fika“ wie es auf schwedisch heißt, ohne selbstgebackenem Kuchen ist bei uns im Schwedenhäuschen undenkbar. Daher war ich sofort hin und weg, als ich vor einigen Jahren in einem schwedischen Kochbuch das Rezept zum einfachsten Obstkuchen der Welt gefunden habe.

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„Röra ihop“ nennen ihn die Schweden, was soviel heißt wie „zusammenrühren“ und das ist eigentlich schon alles, was man an Backtalent für diesen köstlichen Kuchen mitbringen muss.

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Da im Garten unseres Schwedenhäuschens ein uralter, knorriger Marillenbaum steht liegt es nahe, dass dieser Kuchen den man mit wirklich jedem Obst belegen kann, bei uns in den letzten Wochen immer mit Marillen belegt auf den Kaffeetisch kam.

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Ich mag diesen alten Marillenbaum der bestimmt schon an die 50 Jahre alt ist. Er war schon alt als wir das Grundstück vor mehr als 25 Jahren gekauft haben und bis auf ein paar wenige Jahre, in denen ein später Frost während der Blüte die Marillenernte zerstört hat, trägt der Baum jede Menge herrlicher Früchte. Einen Großteil davon verarbeiten wir zu Marmelade, aber wir achten immer darauf, dass genügend Marillen für den Kuchen übrig bleiben.

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Das Rezept für den Röra ihop ist wie gesagt sehr simpel. Für ein Backblech braucht ihr folgende Zutaten:

4 dl Mehl
4 dl Zucker
200 g Butter (sie sollte Raumtemperatur haben)
4 Eier
2 TL  Backpulver
2 TL Vanillezucker
Marillen oder andere Früchte

Nachdem ihr den Backofen auf 175°C vorgeheizt habt nehmt ihr eine Rührschüssel und rührt erst das Backpulver und das Mehl sowie den Zucker und den Vanillezucker zusammen. Danach kommen die zimmerwarme Butter und die Eier dazu. Ihr braucht dafür nicht einmal eine elektrischen Mixer, ein Kochlöffel reicht völlig aus.

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Wenn alle Zutaten zu einem cremigen Teig vermischt sind streicht ihr ihn auf ein gefettetes und bemehltes  Backblech und belegt ihn mit den Früchten. Jetzt muss er nur noch für ca. 25-30 Minuten bei 175°C in den Backofen und schon steht einer schwedischen „fika“ mit frischem Kuchen nichts mehr im Weg. Wenn ihr nur eine kleine Bratenform mit Kuchen backen wollt, so wie die Form auf den Fotos, dann reicht die Hälfte der angegebenen Menge aus.

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Aber Achtung, dieser Kuchen macht süchtig und es bleibt selten bei nur einem Stück! Als nächstes werden meine späten Himbeeren reif und ich weiss jetzt schon was ich damit backen werde.

Den Sommer genießen und trotzdem nicht auf frischen, selbstgebackenen Kuchen verzichten müssen, das ist für mich lagom!

Ha det bra, Conny

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Ein lagom Sommer in Schweden…

… das ist jeden Tag frische Erdbeeren essen. Eine Sonne die wärmt und nicht sengend heiß vom Himmel glüht. Wiesen voll mit den wunderbarsten Sommerblumen. Helle Nächte in denen man nicht schlafen gehen möchte und gemütliche Cafés mitten im Niergendwo, wo es köstliche selbstgebackene Mehlspeisen gibt.

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Sommer in Schweden sind aber auch Millionen von Mücken mit denen man sich den wunderschönen Platz am Waldsee teilen muss oder ein kräftiger Regenguss der schnurgerade vom Himmel prasselt. Mit den Mücken und mit dem Regen ist das so eine Sache, man kann sich darüber ärgern und sich damit die Laune verderben oder sich mit Mückenmittel einsprühen und auch dem Regentag einfach etwa Schönes abgewinnen.

Genau so ein Regentag ist heute. Ich sitze mit einer Tasse frischem Kaffee im Wohnmobil und genieße das Geräusch der Regentropfen am Dach. Dieses Geräusch hat für mich etwas unheimlich Gemütliches. Schon in der Nacht hat es begonnen zu regnen. Und die Natur hier oben braucht den Regen ohnehin schon sehr dringend. Die Böden sind trocken, der Wald ebenso und es herrscht im ganzen Land strengstes Feuerverbot.

Wir sind auf unserer Reise durch Schweden bereits wieder im Västra Götaland angekommen. Nach dem Abstecher auf das Nordkap hatten wir wunderbare Tage in Lappland. Auf der E45, dem Inlandsvägen, sind wir von Karesuando über Gällivare nach Jokkmokk gefahren.

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Mit Jokkmokk verbindet mich seit fast 30 Jahren etwas ganz Besonderes. Hier oben nördlich des Polarkreises habe ich damals das erste Mal endlose Weite und taghelle Nächte erlebt. Ich habe damals erst begriffen, was Lappland überhaupt ist. Wie groß, wie weit und wie einzigartig die Landschaft ist. Die letzte große Wildnis Nordeuropas ist geprägt von weiter Tundra, schneebedecktem Fjäll, Rentierherden und dem Leben der Samen, der Ureinwohner Lapplands.

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Von Jokkmokk aus sind wir auf dem Weg Richtung Süden für eine Nacht auf dem Campingplatz Sandsjögården geblieben. In der Gemeinde Blattnicksele haben sich Caroline und Daniel Schafer vor mehreren Jahren gemeinsam mit ihren über 20 Schlittenhunden einen Traum verwirklicht. Sie betreiben einen kleine Campingplatz mit Hüttenvermietung und einem Restaurant.

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Schon im Vorjahr haben wir die beiden kennengelernt und waren von der herzlichen und familiären Atmosphäre auf ihrem Hof begeistert. Und auch heuer haben wir gerne wieder dort Halt gemacht und uns wieder sehr wohl gefühlt. Vor allem nach dem köstlichen Abendbuffet und dem Genuss der im Freien zubereiteten Wokpfanne mit regionalem Gemüse und Elchfleisch wollten wir eigentlich gar nicht mehr weg.

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Leider fehlte heuer die Zeit für einen längeren Aufenthalt, aber wir haben uns vorgenommen sehr bald und dann aber für länger auf den Sandsjögården zu kommen.

Für uns gings über Storuman und Vilhelmina weiter nach Östersund wo wir zwei Tage auf der Insel Frösö verbracht haben. Die Insel im Storsjön ist von Östersund aus über eine Brücke zu erreichen und bietet herrliche Natur und wunderschöne Wanderwege nur wenige Autominuten vom Stadtzentrum entfernt.

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Bei Mora in Dalarna haben wir dann die E45 verlassen und sind dem Ufer des Siljansees folgend über Rättvik nach Leksand und dort auf den Tällberg gefahren. Diese Gegend Schwedens bezeichne ich immer als die „schwedischste“ überhaupt. Man kann gar nicht aufhören, die wunderbaren Häuser auf den weitläufigen Grundstücken zu bewundern. Wenn man dann, so wie wir, auch nicht traumhaftes Wetter hat, dann steht die Kamera gar nicht mehr still.
Aber ich hör jetzt mal auf zu reden und lasse euch die Gegend in Ruhe zu genießen:

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Na, habe ich euch zu viel versprochen? Will man da nicht sofort vor einem der Häuser in der Sonne Platz nehmen und die Aussicht über den See genießen?

Für uns bricht nun leider schon die letzte Woche des Urlaubs an, aber auch die werden wir bestimmt genießen. Wo es uns hintreibt? Mal sehen, ihr erfahrt es auf jeden Fall im nächsten Post.

Bis dahin, ha det bra, Conny

Lagom zu Besuch beim Nachbarn

Es lohnt sich wirklich auch einmal ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Keine Frage Schweden wird für mich immer Urlaubs- und Sehnsuchtsland Nummer eins bleiben, aber es gibt da schon einiges, das das Nachbarland Norwegen zu bieten hat.

Wir sind die letzten zwei Tage in Nordnorwegen gewesen. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, hat meine große Liebe zu Schweden, ja vor fast 30 Jahren auf einer Reise ans Nordkap begonnen. Und genau dahin, hat es uns gestern wieder verschlagen – ans nördlichste Ende Europas.

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Beinahe 4.000 km haben wir in den letzten 7 Tagen zurückgelegt. Wir sind über Deutschland nach Dänemark, über die Öresundbrücke nach Schweden und dort auf der E4 quer durchs Land an die Ostküste gefahren, durch Stockholm hinauf an die „Höga Kusten“ und weiter über Umeå, Piteå und Luleå bis nach Pajala, wo wir dann über die Grenze nach Finnland gefahren sind. Nach ein paar hundert Kilometern entlang der finnischen Grenze sind wir nach Norwegen gekommen und dort dann über Kautokeino nach Karasjok und entlang der Küste weiter bis ans Nordkap.
Bei unserer ersten Reise 1989 gab es den fast 7 km langen Nordkaptunnel, der unter dem Meer auf die Insel Magerøya führt, noch nicht. Damals fuhren zwischen Festland und Insel noch Autofähren. Die Fahrt durch diesen Tunnel, der erst bergab und ab der Hälfte wieder bergauf verläuft, war schon sehr beeindruckend. Aber ganz ehrlich, beeindruckend ist in Norwegen so einiges. Nicht nur die Landschaft bietet extreme Kontraste, auch das Wetter hat so einiges an Extremen zu bieten.

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Sturmböen, Graupelschauer, blauer Himmel, dichte Wolken, Schneeschauer und noch mehr Sturm – wir haben auf unserer Fahrt ans Nordkap von allem etwas abbekommen. Ich habe großen Respekt vor den Naturgewalten in dieser kargen und schroffen Landschaft und gleichzeitig fasziniert sie mich. Vor allem aber habe ich Respekt vor den Menschen, die in dieser Region ihrem ganz normalen Alltag nachgehen

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Das Nordkap selber ist natürlich das touristische Highlight dieser Gegend. Bussweise werden die Touristen dorthin gekarrt um im Nordkapcenter ein mehr oder weniger kitschiges Souvenier zu ergattern und sich vor dem großen Eisenglobus fotografieren zu lassen. Aber man erfährt auch einiges über die Geschichte des Nordkaps und ein kurzer Film auf Panoramaleinwand vermittelt einen Eindruck vom Wandel der Jahreszeiten.

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Es war durchaus die lange Anfahrt wert, auch wenn wir aufgrund des extremen Wetters keine Mitternachtssonne hatten, aber die hatten wir ja schließlich schon vor 30 Jahren.

Jetzt geht es auf jeden Fall wieder zurück nach Schweden. Wir planen von Karesuando aus auf dem Inlandsvägen Richtung Süden zu fahren. Es gibt also in Kürze wieder schwedisches Lebensgefühl hier am Blog!

Ha det bra, Conny

Offene Landschaft – Öppna landskap

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen,
einige Monate des Jahres, damit die Seele Ruhe finden kann

So beginnt mein ganz persönliches schwedisches Lieblingslied. Schon bei den ersten Takten dieses Liedes bekomme ich Gänsehaut und spätestens wenn die rauchig, kratzige Stimme des Sängers Ulf Lundell erklingt, möchte ich meine Sachen packen und losfahren.

„Öppna landskap“ (offene Landschaft) ist die in Musik gefasste Liebeserklärung an Schweden. Ein Lied über die schwedische Seele, die Sehnsucht nach Freiheit und ein einfaches Leben am Meer. Als das Lied 1982 auf dem Album „Kär och galen“ (Verliebt und verrückt) erschien traf es auch die Schweden mitten ins Herz. Der damals schon nicht unbekannte Sänger Ulf Lundell erlangte damit Kultstatus und  „Öppna landskap“ wurde zur heimlichen, inoffiziellen Nationalhymne Schwedens.

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
dort wo die Winde an Fahrt gewinnen,
dort wo die Lärchen hoch im Himmel fliegen
und wunderbar singen

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Dort brenne ich meinen Brantwein selbst
und würze ihn mit Johanniskraut
und trinke es mit Wohlbehagen
zu Hering und selbstgebackenem Gewürzbrot

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen.

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für Körper und auch für die Seele
Keiner kommt in meine Nähe
der mich begrenzt und mich bestiehlt

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Ich fühle mich am wohlsten wenn der Tag anbricht
wenn die Felder von Sonne erfüllt sind
wenn die Hähne von weit weg krähen
wenn es weit ist bis zum nächsten Haus

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Aber doch so nahe,
dass man in einer geräuschlosen und stillen Nacht,
wenn man unter den Sternen sitzt
das Lachen von einem Fest hören kann

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für beide, Körper und Seele

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
wenn der Strand voll von Muschelschalen ist
mit Meeresmusik gefüllt

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Wenn das Klare und das Einfache
waltet wie es will,
wenn ein Ja ein Ja ist und ein Nein ein Nein
und der Zweifel still schweigt

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Da binde ich einen Kranz aus Blättern
und lege ihn auf den nächsten Stein
wo Runen für uns eingeritzt wurden
irgendwann vor langer Zeit

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft
am Meer will ich wohnen

Und, habt ihr jetzt auch Gänsehaut? Also ich auf jeden Fall. Das ist ein Lied, das mir bis unter die Haut geht und es kann sogar vorkommen das ich beim Zuhören feuchte Augen bekomme. Denn dieses Lied beschreibt wie kein Anderes meine Sehnsucht nach Schweden.

Habt Ihr Lust euch das Lied anzuhören? Hier ist der Link dazu: Öppna landskap

Wie wunderbar, dass es für mich nun wirklich nicht mehr lange dauert, bis ich wieder dort bin, in meiner „öppna landskap“. In Kürze packen wir unseren Camper und kehren dem Alltag für mehr als 3 Wochen den Rücken. Ich habe mir vorgenommen euch ein wenig an unserem Roadtrip durch mein Sehnsuchtsland teilhaben zu lassen. Also bleibt dran, am Blog, auf Facebook oder auf Instagram dann verpasst ihr nichts.

Bis dahin, ha det bra, Conny

Lagom geht auch im Garten

Ist es tatsächlich erst Ende April? Da haben wir aber doch schon wieder eine Jahreszeit übersprungen. Wenn man auf das Thermometer blickt könnte man das fast annehmen. 28 Grad!!! Die Natur ist nahezu explosionsartig aufgeblüht, irgendwie alles zur gleichen Zeit.

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Ich habe ja seit vielen Jahren so ein morgendliches Ritual. Sobald die Temperaturen morgens über 5 Grad steigen gehe ich direkt nach dem Aufstehen, gemeinsam mit meinem Hund, in den Garten und sehe nach, wo was Neues aus der Erde sprießt. Das hat zum Vorteil, dass ich danach hellwach bin, vor allem wenn die Temperaturen noch knackig kühl sind, und immer auf dem Laufenden bin, was in welcher Ecke des Gartens in Kürze blühen wird. Abends, wenn ich dann nach der Arbeit wieder meine Gartenrunde drehe, sieht es oft schon wieder ganz anders aus. Die Tulpen, die morgens noch ganz geschlossen waren, haben ihre Kelche in der Frühlingssonne weit geöffnet und die Knospen an der Forsythie sind dann auch schon aufgesprungen.

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Dieses Jahr aber habe ich das Gefühl man könnte den Pflanzen beim Wachsen zusehen. Ich bin fast nicht mit dem Fotografieren nachgekommen. Dabei fotografiere ich gerade den Garten so gerne.

Mein Garten ist übrigens, wie könnte es auch anders sein, lagom. Er ist nicht allzu groß, aber groß genug um ihn ein wenig räumlich zu gliedern. An der sonnigsten Stelle im Garten haben wir ein Blumenbeet angelegt. Hier teilen sich Frühjahrsblüher mit mehrjährigen Stauden und Englischen Rosen und Pfingstrosen den Platz. Auch das ein oder andere Unkraut darf bei mir wachsen. Schließlich sind viele dieser Unkräuter gerade im Frühling eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und so bleiben Löwenzahn und Gundelrebe in meinem Garten stehen.

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Da unser Grundstück ost/west ausgerichtet ist haben wir auf der einen Seite jede Menge Sonne aber auf der Nordseite dafür auch jede Menge Schatten und da glücklicherweise feuchten Schatten. An dieser Nordseite des Grundstücks steht ein sehr alter Hühnerstall, den wir als Brennholzlager nutzen und an dessen alter Mauer wächst alles was mein nordisches Herz höher schlagen lässt. Hier ist der ideale Platz für Farne, Moos, Bärlauch und Waldmeister.

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Und was darf im Garten eines Nordlichts auf keinen Fall fehlen? Natürlich Birken! Ich liebe diese Bäume. Kein anderer Baum strahlt für mich so viel Leichtigkeit und Eleganz aus wie die Birke. Und obwohl sie zu jeder Jahreszeit wunderschön aussieht, mag ich sie im Frühling, wenn die jungen hellgrünen Blätter austreiben am liebsten.

Lövsprickning nennen die Schweden diese Zeit im Jahr, wenn die Blattknospen der Bäume aufspringen und das erste zarte Grün zu sehen ist.

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Ich mag es mir im Garten gemütliche Ecken einzurichten. Ein bequemer Sessel, ein Hocker der als Tischchen dient und ein paar Blumen und duftende Kräuter – mehr brauche ich nicht.

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Dieses Jahr habe ich meine Wohlfühlecke ganz hinten im Garten eingerichtet. Dort wo die Birkenscheite für den Winter lagern. Von dort aus habe ich einen wunderbaren Blick auf meine geliebten Birken, unser Schwedenhäuschen und den ganzen Garten. Und da sitze ich dann und plane meine nächsten Projekte. Vielleicht den Platz vorm Schwedenhäuschen doch mit Holzdielen verkleiden? Welche Sommerblumen sollen heuer auf der Terrasse blühen? Dort in meiner Lieblingsecke habe ich einfach die besten Ideen.

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Habt ihr auch so eine Lieblingsecke im Garten oder auf der Terrasse die euch inspiriert? Wo ihr ausspannen könnt oder einfach nur so vor euch hinträumen könnt? Wenn nicht, dann schafft euch so einen Platz und nehmt euch die Zeit dort ein wenig ganz für euch alleine zu sein. Gerade in unserer schnelllebigen und lauten Zeit werden solche Momente immer kostbarer.

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Das war ein kleiner Rundgang durch meinen Lagom-Garten an einem Frühlingstag der sich anfühlt als wäre schon Sommer. Bald werden Tulpen und Bärlauch verblüht sein und den Sommerstauden und Gemüsepflanzen Platz machen. Bis dahin genießt ruhige Momente in der Natur, die zu keiner Jahreszeit so lebendig und frisch ist wie im Frühling. Lasst das ein oder andere Unkraut im Garten ruhig wachsen, ein kurzer Augenblick in Ruhe genossen, ist mehr wert als ein perfekter Rasen.

Ha det bra, Conny

 

Frühling im Schwedenhäuschen

Und plötzlich ist es Frühling! Habt ihr auch den Eindruck, dass er heuer förmlich über Nacht gekommen ist. Gerade noch lag alles unter einer dicken Schneedecke und nur innerhalb weniger Stunden sind die zauberhaften Eislichter aus meinem letzten Post dahingeschmolzen. Aber traurig bin ich darüber natürlich nicht. Auch ich freue mich selbstverständlich auf den Frühling und ich kann es kaum erwarten meine Finger wieder in die Erde meiner Blumen- und Gemüsebeete zu graben.

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Aber wisst ihr was ich am Frühling am allermeisten liebe? Das frische Grün der jungen Blätter und Sprossen. Zu keiner anderen Jahreszeit gibt es dieses zarte Grün in der Natur.  Kein Wunder also, dass ich diese Farbe auch in mein Schwedenhäuschen geholt habe.

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Das Geschirr habe ich schon voriges Jahr bei meinem schwedischen Lieblingsmöbelhaus entdeckt und war sofort begeistert. Es hat genau die richtige Farbe für den Frühling in meiner Küche und die etwas unregelmäßige Optik lässt meinen es wäre von Hand getöpfert.

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Und noch etwas Grünes gehört für mich unbedingt zum Frühling – frische Kräuter. Was gibt es Köstlicheres als weichgekochte Eier mit frischem Schnittlauch. Noch dazu wenn dieser auf einem schwedischen Brett geschnitten wird. Ja, ihr seht richtig, das Holzbrett ist nicht nur aus Schweden, es hat auch die Form des Landes.

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Die Frühlingsblumen im Haus habe ich in diesem Jahr auch in grün und weiß gehalten. Sie wirken frisch und klar und passen perfekt zu den zarten weißen Häschen die gemeinsam mit den Palmkätzchen und Wachteleiern schon auf das kommende Osterfest  hinweisen.

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Und wie könnte es anders sein, gibt es im Schwedenhäuschen natürlich auch schwedischen Osterschmuck. Påskris – Osterreisig – ist in Schweden der traditionelle Osterschmuck. Dabei wird Birkenreisig zu Buschen gebunden und mit bunten Federn und Ostereiern geschmückt. Bei mir schmückt es heuer gemeinsam mit den schwedischen Worten „Glad Påsk“ (Frohe Ostern) die Eingangstür.

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Auch wenn der Wetterbericht für das kommende Wochenende wieder Temperaturen knapp über Null Grad und Schneefall angesagt hat, es wird bestimmt nicht mehr lange dauern bis das erste frische Grün an Bäumen und Sträuchern zu sprießen beginnt. Bis dahin erfreue ich mich Tag für Tag am zarten Grün in meinem Schwedenhäuschen.

Also, zieht euch für die nächsten Tage nochmal warm an und holt euch mit zarten Farben doch einfach schon ein wenig Frühling ins Haus.

Ha det bra, Conny

 

 

Lagom Weihnachten

Genau das wünsche ich euch – lagom Weihnachten!

Es muss nicht der größte und teuerste Baum sein, es muss nicht das perfekte Weihnachtsessen sein und es müssen auch nicht Berge von Päckchen unter dem Christbaum liegen.

Leider beschäftigen wir uns Jahr für Jahr genau damit am häufigsten in der Vorweihnachtszeit. Wir lassen uns von Werbung, sozialen Medien und verschiedenen Trends diese ruhigste Zeit im Jahr viel zu oft verderben.

Dabei sind es nich die materiellen Dinge, die dieses Fest ausmachen, sondern die Menschen mit denen wir es feiern.

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Ich wünsche euch ein richtiges Lagom-Weihnachtsfest, nicht zu üppig, nicht zu schlicht, gemütlich und behaglich mit den Menschen die euch wichtig sind und die ihr gerne um euch habt.

God jul och ha det bra, Conny