Lagom Weihnachten

Genau das wünsche ich euch – lagom Weihnachten!

Es muss nicht der größte und teuerste Baum sein, es muss nicht das perfekte Weihnachtsessen sein und es müssen auch nicht Berge von Päckchen unter dem Christbaum liegen.

Leider beschäftigen wir uns Jahr für Jahr genau damit am häufigsten in der Vorweihnachtszeit. Wir lassen uns von Werbung, sozialen Medien und verschiedenen Trends diese ruhigste Zeit im Jahr viel zu oft verderben.

Dabei sind es nich die materiellen Dinge, die dieses Fest ausmachen, sondern die Menschen mit denen wir es feiern.

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Ich wünsche euch ein richtiges Lagom-Weihnachtsfest, nicht zu üppig, nicht zu schlicht, gemütlich und behaglich mit den Menschen die euch wichtig sind und die ihr gerne um euch habt.

God jul och ha det bra, Conny

 

 

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Lagom Weihnachtsstimmung im Schwedenhäuschen

Meine Lieben, was soll ich euch sagen, ich bin aufgeregt wie ein Kind vor Heiligabend. Dabei haben wir doch fast noch ein Monat bis dahin. Aber meine Aufregung hat nichts mit dem Weihnachtstag selber zu tun. Nein, ich darf heuer zum ersten Mal bei der Österreichischen Blogger Christmas Home Tour dabei sein und das bereitet mir ganz schön Kribbeln im Bauch.

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Seit Montag läuft die Christmas Home Tour nun schon und nachdem uns Barbara von Herzenswärme Fotoblog gerade so liebevoll durch ihr wunderbar weihnachtlich geschmücktes Haus am Berg geführt hat, darf ich euch nun einladen, mich in mein Schwedenhäuschen zu begleiten.

Seit vielen Jahren schon sind meine Weihnachtsfarben rot, weiß und grün. Der Stil meiner Weihnachtsdekoration hat sich in den letzten Jahren zwar geändert, aber meinen Farben bin ich immer treu geblieben. Habe ich früher gerne fix fertige Dekorationen gekauft, die man nur auspacken und hinstellen musste, macht es mir in letzter Zeit mehr Spaß Dinge selber herzustellen.

Als Nordlicht liebe ich Birkenholz, Moos und kuschelige Felle. Und getreu dem Lagom-Motto „weniger ist mehr“ sind heuer viele Dekoelemente der vergangenen Jahren in den Weihnachtskisten geblieben. Aber ihr könnt euch ja jetzt in Ruhe umschauen in meinem weihnachtlichen Schwedenhäuschen.

Obwohl . . . ., wartet noch einen Moment! Weihnachten beginnt bei mir ja eigentlich schon vor der Tür. Jetzt hätte ich um ein Haar vergessen euch meinen Lieblingsplatz im Garten zu zeigen.

Ja ihr habt richtig gehört, ich habe auch im Winter einen Lieblingsplatz im Garten. Aber keine Angst, wer hier Platz nimmt muss nicht frieren, denn das dicke Rentierfell ist so warm, da hält man es auch bei Minusgraden ein Weilchen aus. Wenn wir im Winter Gäste haben, dann kommen die meisten von ihnen immer schon warm eingepackt weil sie wissen, dass wir vor dem Essen eine heiße Tasse Glögg und ein paar Häppchen Fingerfood im Garten am Feuerkorb genießen, bevor wir uns im Haus an den Tisch setzen.

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Es gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen die Terrasse vor unserem Schwedenhäuschen den Jahreszeiten entsprechend mit Blumen und anderen Naturmaterialien zu dekorieren.

Während der kalten Jahreszeit sind es Christrosen und Scheinbeeren, die für wunderbare Winterstimmung sorgen. Felle, Geweihstücke und Birkenholz sorgen zusätzlich für skandinavische Gemütlichkeit.

Wenn dann abends in den Laternen und Windlichtern die Kerzen brennen will ich manchmal trotz Kälte gar nicht ins Haus gehen, sondern einfach nur auf dem Rentierfell sitzend die warme Kerzenstimmung genießen.

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Aber jetzt will ich euch nicht mehr länger in der Kälte stehen lassen, sondern möchte euch in meinem Schwedenhäuschen herzlich willkommen heißen.

Varmt välkommen!

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Unser Vorzimmer war früher einmal eine Veranda. Daher gibt es neben der Tür in die Küche auch einen Fensterrahmen. Er ist heuer Präsentationsfläche für meine Adventlåda. In Schweden gibt es nämlich keinen Adventkranz, sondern eine Adventlåda. Das ist meistens ein längliches Metallgefäß mit vier Kerzenhaltern, welches mit Islandmoos, Tannenreisig und  Preiselbeerlaub geschmückt wird. Die Kerzen stehen also nicht im Kreis sondern in einer Reihe.

Meine Adventlåda ist heuer ein Stück Birkenholz von dem wir in unserem Brennholzschuppen jede Menge haben. Ich habe das Schönste ausgesucht, vier Löcher für die Kerzenhalter gebohrt und ein wenig Reisig, Zimtstangen und Orangenscheiben dazwischengelegt. Ein Band locker um die Kerzen gewunden und schon ist die Låda bereit für ihren Auftritt am ersten Advent.

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Die große Fensterfront unserer Veranda bietet jede Menge Platz für Lichtertreppen.  Sie gehören für mich einfach zu Weihnachten dazu und leuchten in Schweden nahezu in jedem Fenster. Ich mag es ganz besonders, wenn ich abends heimkomme und mein Lebensmensch schon alle Lichter angesteckt hat. Es gibt während der dunklen Jahreszeit keinen schöneren Willkommensgruß.

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Schon seit letztem Jahr gibt es bei mir keinen klassischen Reisigkranz zum Advent, sondern eine umfunktionierte alte Pepparkakadose. Im Inneren befindet sich ein feuchter Steckschwamm der zum einen den Kerzen Halt gibt und zum anderen dafür sorgt, dass das Moos feucht und dadurch frisch und grün bleibt.

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In meiner Küche halte ich mich während der Vorweihnachtszeit eigentlich am meisten auf. Es werden Kekse und Weihnachtsbrot („vörtbröd“)gebacken, die Gewürze für den Glögg werden angesetzt und kurz vor Heiligabend wird für das traditionelle schwedische Weihnachtsessen („julbord“) gekocht. Was es da für Köstlichkeiten gibt, verrate ich euch aber ein anderes Mal, heute soll schließlich die Weihnachtsdekoration im Mittelpunkt stehen. Obwohl die schwedischen Keksdosen und Glöggtassen natürlich auch Teil von dieser Weihnachtsdekoration sind.

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So wie im Garten habe ich natürlich auch im Haus einen Lieblingsplatz. Und der ist ganz klar vor unserem Kaminofen. Ich könnte stundenlang davor sitzen, in die Flammen schauen und dem Knistern der Holzscheite zuhören.

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Der Birkenast über dem Ofen bekommt zu jeder Jahreszeit eine passende Dekoration. Aber zur Weihnachtszeit mag ich ihn fast am liebsten.

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Das wunderschöne Lebkuchenherz aus Ton, dessen Schriftzug „eine gesegnete Weihnacht“ wünscht, habe ich vor vielen Jahren während eines Winterurlaubs in Schweden gekauft. Bevor es nicht an der Wand neben dem Ofen hängt, ist meine Weihnachtsdekoration einfach nicht komplett.

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Außer dem Lebkuchenherz sind auch viele andere Dekorationselemente in meinem Haus aus Schweden. Jedes Einzelne erinnert mich an einen schönen Urlaub oder an die Region in der ich es gekauft habe. Ich mag es mein Haus mit Dingen zu dekorieren, die gleichzeitig auch Erinnerungsstücke sind und mit denen ich die ein oder andere Geschichte verbinde.

So wie das Teelichthäuschen aus Visby. Es erinnert mich nicht nur an die einzigartige Mittelalterstadt auf Gotland, sondern auch daran, dass ich bald wieder auf diese traumhafte schwedische Insel in der Ostsee zurück möchte.

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Die Kugeln mit dem schwedischen Weihnachtsgruß besitze ich nun schon seit 17 Jahren. Ich habe sie während eines Weihnachtsurlaubs im Värmland gekauft. Sie haben damals schon den Weihnachtsbaum in unserem Ferienhaus geschmückt und sind seither Jahr für Jahr das Highlight an unserem Weihnachtsbaum daheim. Da dieser aber erst in ein paar Wochen aufgestellt wird, dürfen die Kugeln in der Zwischenzeit in der Weihnachtsdekoration glänzen.

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Und schon sind wir fast am Ende meiner Christmas Home Tour angelangt. Aber ich möchte euch nicht gehen lassen ohne euch noch ein paar Eindrücke mitzugeben, wie es aussieht, wenn es abends dunkel wird und im Schwedenhäuschen alle Lichter und Kerzen angehen. Dann nämlich wird es erst so richtig gemütlich oder „mysig“ wie man in Schweden sagt.

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Ich hoffe ich konnte euch mit meiner Christmas Home Tour ein wenig in Vorweihnachtsstimmung bringen. Ich freue mich jetzt auf eine wunderschöne und ruhige Zeit in meinem weihnachtlich geschmückten Schwedenhäuschen.

Die nächste Teilnehmerin der Tour Manuela von „Es war einmal“ wartet bestimmt auch schon voll Freude auf euren Besuch.  Ihr werdet begeistert sein von ihrer nostalgischen Weihnachtsdekoration. Ich schaue auf jeden Fall auch jetzt gleich bei ihr vorbei.

Bevor ich mich verabschiede, möchte ich noch ein großes Dankeschön an zwei Teilnehmerinnen dieser Christmas Home Tour aussprechen:
Zum einen unserer Home-Tour-Mama Hilda von „Hildi’s Good Life“  für ihr Vertrauen und die herzliche Betreuung im Vorfeld der Tour.
Und zum anderen Barbara von „Herzenswärme Fotoblog“ ohne deren Überredungskunst ich „Bloggerneuling“ mich wohl nie an diese Home Tour gewagt hätte.

Ich wünsche euch allen von Herzen eine ganz wunderbare Vorweihnachtszeit.

God Jul och ha det bra, Conny

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Montag

Dienstag
Mittwoch
Donnerstag

Ein fast schwedisches Wochenende

Schwedisches Lebensgefühl in den eigenen vier Wänden lässt sich mit skandinavisch inspirierter Einrichtung und Dekoelementen ganz einfach umsetzen. Wenn dann auch noch schwedisch gekocht und gebacken wird und es daheim nach frischen Kanelbullar, Pytt i Panna oder gratiniertem Lachs duftet schlägt das Herz des Schwedenfans gleich noch viel höher.

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Aber kann man schwedisches Lebensgefühl auch fern vom geliebten Urlaubsland, sozusagen vor der eigenen Haustür, spüren? Ja, auch das geht. Wunderschöne Wälder und Wiesen oder vielleicht auch einen kleinen See findet ihr sogar, wenn ihr so wie wir, in der Nähe einer Großstadt lebt. Der schwedische Lebensstil „Lagom“ funktioniert nämlich nicht nur in Schweden. Die Kunst ist es, diese Lebenseinstellung auch in den Alltag und in die Freizeit zu integrieren.

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Mein Lebensmensch und ich zum Beispiel, habe im nördlichen Niederösterreich in der Region Kamptal unser „Ersatzschweden“ gefunden. Dort zieht es uns hin, wenn wir einfach einmal ein Wochenende Auszeit brauchen. Wenn die Zeit für die lange Anreise nach Schweden leider nicht reicht. Dann wird das Notwendigste in das Wohnmobil gepackt, das Kanu aufs Dach geschnallt und schon geht es ab Richtung Norden.

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Nach knapp 1,5 Stunden Fahrtzeit bzw. 130 km erreichen wir unser Ziel. Den Ottensteiner Stausee. Er ist der Größte der insgesamt drei Kampstauseen im niederösterreichischen Waldviertel. Durch seine vielen verzweigten Seitenarme und das zum Teil schroffe Felsufer kann es schon passieren, dass ich beim gleichmäßigen Eintauchen des Paddels vergesse, dass es gar kein schwedischer See ist auf dem wir still über das Wasser gleiten.

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Vergangenes Wochenende war es wieder an der Zeit. Wir hatten Lust auf Natur, Stille, und darauf, ein wenig die Zeit zu vergessen. Das Wetter war sonnig und warm wie an einem Sommertag. Klar, das der Nachmittagskaffee im Freien genossen wurde. Ein paar Herbstkekse in Blätteroptik, Kürbisbrioche und original  Waldviertler Mohnzelten durften dabei natürlich nicht fehlen.

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Die Steaks für das Abendessen wurden natürlich am offenen Feuer gegrillt und am Feuer sitzend haben wir den wunderbaren Tag mit einem Glas Rotwein dann auch ausklingen lassen.

Es braucht nicht viel um Abzuschalten und neue Energie für die kommende Arbeitswoche zu tanken. Nur ein wenig Natur und Ruhe. Wenn man dann auch noch, so wie wir, das Glück hat, dass die besten Freunde auch schwedenverrückt sind, dann wird aus so einem Wochenende ein perfektes, fast schwedisches Lagom-Wochenende.

Ich wünsche euch, dass auch ihr euren Platz zum Tanken neuer Energie findet. Egal ob es ein See, ein Park oder der Wald hinter dem Haus ist. Das Wichtigste ist, dass ihr euch dort absolut wohlfühlt.

Ha det bra, Conny

 

 

 

Mein schwedisches Gartenzimmer

Kennt ihr auch diese Projekte die manchmal Jahre brauchen bis sie verwirklicht werden? Ihr habt es eigentlich schon lange fix fertig im Kopf, wisst genau wie es aussehen soll, aber immer wieder kommt euch der Alltag dazwischen. Viel zu viele Dinge von denen man selber glaubt, dass sie so wichtig sind und man deswegen die eigenen Herzensprojekte in den Hintergrund drängt. „Na dann mach ich das eben ein anderes Mal!“

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Genau so ging es mir mit meinem Gewächshaus. Ich träumte immer von einem richtigen Gartenzimmer, einem gemütlichen Raum in dem ich im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Sonne angenehm warm durch die Glasscheiben strahlt, mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch sitzen kann und trotzdem das Gefühl habe ich sitze mitten im Grünen. Als ich mir vor einigen Jahren dann endlich diesen lang gehegten Traum erfüllt habe, benutzte ich das Gewächshaus erst einmal nur für die Anzucht von Pflanzen. In den heißen Sommermonaten, diente es als Aufbewahrungsplatz für die Auflagen der Gartenmöbel und während der Wintermonate als Stauraum für all die Gartengeräte, Pflanzkübel und Utensilien, für die im Haus kein Platz war. Ich muss gestehen es gab Zeiten, da sah es eher aus wie eine Rumpelkammer. Weit entfernt von dem Wohlfühlort, den ich mir immer erträumt hatte.

IMG_4497Dann fiel mir eine Ausgabe der schwedischen Wohn- und Gartenzeitschrift Drömhem & Trädgård in die Hände. Darin war eine Reportage über ein Gewächshaus, das von seinen Besitzern liebevoll in ein gemütliches Gartenzimmer verwandelt wurde. Es diente nicht nur als Gartenarbeitsraum sondern auch als Ort für diverse andere kreative Arbeiten, als Rückzugsort und als Lesezimmer.

Ich war begeistert! Und mit einem Mal war er wieder da mein Traum vom Gartenzimmer. Alles im Leben hat seine Zeit! Und diesen Frühsommer kam die Zeit für mein „Gartenzimmer-Projekt“.

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Die alten Tische, die bisher als Arbeitstische und Abstellflächen genutzt wurden flogen auf den Sperrmüll und ein Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsplatte durfte stattdessen einziehen. Alles was an Kleinutensilien für die Anzucht von Jungpflanzen nötig ist findet in der geräumigen Lade des Tisches Platz. Kleine Anzuchttöpfe, Dekomaterial das ich von meinen Streifzügen durch den Wald mitbringe sowie Gefäße für Schnittblumen werden in den schlichten Holzkisten Knagglig vom bekannte schwedischen Möbelhaus verstaut.

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Zwei alte Ladenkästchen die eigentlich schon für den Sperrmüll vorgesehen waren bekamen einen weißen Anstrich sowie neue Griffe und schon strahlen sie eine skandinavische Leichtigkeit aus. In den Laden ist viel Stauraum für Kerzen, Bänder und alles was ich sonst für Dekoarbeiten brauche.

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IMG_4495Auch die geräumige Munitionskiste vom Flohmarkt hat durch den weißen Anstrich ihr militärisch strenges Aussehen verloren und passt nun perfekt ins Bild. In ihr hat alles Platz was groß und sperrig ist und mit einer hübschen Auflage oder einem Fell lädt sie zum genießen und Verweilen ein.

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Rechtzeitig zu Beginn der kühleren Jahreszeit ist es nun fertig geworden, mein schwedisches Gartenzimmer. Ein paar Urlaubserinnerungen und schwedische Gartenbilder machen es jetzt endlich zu meinem ganz persönlichen Wohlfühlort. Hier kann ich über zukünftige Gartenprojekte nachdenken, Blumensträuße oder Kränzen binden oder einfach nur mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch ein wenig die Zeit vergessen.

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Gerade jetzt an schon etwas kühlen Herbstabenden gibt es nichts Romantischeres als gemeinsam mit meinem Lebensmensch ein Glas Wein im schwedischen Gartenzimmer zu genießen. Die Kerzen geben nicht nur warmes Licht sondern wärmen auch den Raum rasch auf. Und wenn ein stürmischer Herbstwind bläst, dann schließen wir einfach die Türe und lauschen den Blättern wenn sie von den Bäumen auf das Glasdach fallen.

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Ich hoffe der kleine Ausflug in mein schwedisches Gartenzimmer hat euch gefallen. Und vielleicht konnte ich euch ein wenig dazu inspirieren, ein schon lange aufgeschobenes Herzensprojekt von euch zu verwirklichen. Nehmt euch die Zeit dafür, lasst nicht den Alltag und die Gesellschaft euer Leben bestimmen, bestimmt selber darüber. Schließlich ist es euer Leben. Und damit es „lagom“ wird braucht es die richtige Balance zwischen Alltagspflichten und Herzensprojekten.

 

Ha det bra, Conny

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt ist meine Zeit!

Als echtes Nordlicht, liebe ich natürlich die kalten Jahreszeit. Vor allem der Herbst mit seinen wunderbaren Farben und der Fülle an Früchten hat es mir ganz besonders angetan. Wenn rund um mich die Leute jammern, dass es nun leider wieder kalt wird, habe ich meist ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen und denke mir:
Jetzt ist meine Zeit!
Jetzt ist die Zeit in der ich endlos mit dem Hund durch den Wald spaziere.
Jetzt ist die Zeit in der ich es mir im Garten noch einmal gemütlich mache, dick eingepackt in eine Kuscheldecke oder ein Fell.

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Dieses mal habe ich mir eines meiner Lieblingskochbücher zum Lesen mit in den Garten genommen. LAGOM SVENSKT ein Kochbuch über die einfache schwedische Küche. Das Rezept für die unheimlich köstlichen Kanelbullar daraus verrate ich euch übrigens im nächsten Post.

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Herbstdeko findet man bei mir sowohl im Haus als auch im Garten. Schlichtheit und Natürlichkeit stehen aber auch hier für mich an erster Stelle.

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Eine einfache Glasvase mit einem Zweig vom Vogelbeerbaum zum Beispiel, auf einer Scheibe Birkenholz und mit einem schlichten weissen Kürbis kombiniert.

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Die kleinen weissen Baby Boo Kürbisse haben es mir heuer besonders angetan. Ich fahre fast täglich bei einer Kürbisbäuerin vorbei. Sie kennt mich mittlerweile und freut sich immer wenn ich komme. Und sie weiß was ich mag und hebt mir manchmal einen besonders schönen Kürbis auf.

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Einen davon habe ich auf ein Moosbett gesetzt und mit Clematisranken und Kastanien kombiniert. Die Teelichthalter aus Wacholderholz habe ich heuer in Dänemark entdeckt und ich wusste sofort, dass sie in meiner Herbstdeko eine Rolle spielen werden.

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Auch Felle und Geweihstücke gehören für mich zur kalten Jahreszeit. Vor allem Rentier- und Schaffelle dürfen nicht fehlen. Worauf ich dabei allerdings achte, ist die biologische Gerbung. Die Schaffelle kaufe ich bei einem fahrenden Händler, den ich vor Jahren auf einem Mittelaltermarkt auf der Ruine Aggstein in der Wachau kennengelernt habe. Bei ihm werde ich immer fündig. Die Rentierfelle sind, wie kann es anders sein, aus Lappland. Und natürlich haben wir auch das Rentiergeweih und die Elchschaufel aus Schweden mitgebracht.

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Das gelockte graue Fell ist von der schwedischen Insel Gotland, auf der die typischen Gotlandschafe mit dem grauen Locken gezüchtet werden. Es fühlt sich seidig weich an, ist jedoch ein wenig dünner und daher nicht so warm wie ein klassisches Schaffell. Für gemütliche Stunden im windgeschützten Gewächshaus ist es aber ideal.

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Während ich es im Haus gerne Ton in Ton mag, darf es im Garten ruhig ein bisschen bunter zugehen. Schließlich sind die vielen Orange- und Gelbtöne genau das, was den Herbst so zauberhaft macht. Heruntergefalle Blätter auf dem Gartentisch dürfen auch mal einen Tag liegen bleiben. Im Herbst ist die Natur der Regiseur und ich freue mich, wenn es jeden Morgen ein neues Bild zu bewundern gibt.

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Na, konnte ich euch jetzt auch ein wenig mit meiner Herbsteuphorie anstecken?
Ich hoffe es, denn diese Jahreszeit ist einfach zu schön um sie nicht zu genießen. Und sie bietet eine so reiche Fülle an Dekomaterial, das wunderbar zu einem lagom Lebensstil passt. Geht einfach mal hinaus in die Natur und haltet ein wenig die Augen offen. Ihr werden bestimmt mit vollen Händen und jeder Menge Inspiration nach Hause kommen.

Und daheim gibt es dann eine gute Tasse Kaffee oder Tee und dazu ofenfrische Kanelbullar. Bleibt also dabei, dann verpasst ihr das Rezept für dieses schwedische Nationalgebäck in meinem nächsten Post bestimmt nicht.

Ha det bra, Conny

Lagom ist Schweden – Schweden ist Lagom

Zugegeben, typisch schwedisch klingt es nicht das Wort LAGOM und doch beschreibt kein anderes Wort die schwedische Mentalität besser. Eine direkte Übersetzung ins Deutsche gibt es nicht. Bei uns würde man nicht zu viel – nicht zu wenig, nicht zu kalt – nicht zu warm, nicht zu groß – nicht zu klein sagen.  Die Schweden sagen einfach „lagom“.

Lagom kann alles sein, das Wetter, die Größe der Fleischbällchen (Köttbullar), die Temperatur des Badesees, die Einrichtung der Wohnung oder die Verkehrslage auf der Autobahn.

Darüber, woher das Wort stammt, ist man sich nicht ganz einig. Wikipedia erklärt das Wort so:
Lagom (gewöhnlich „laghum“ geschrieben) war die frühere Form des Dativs im Plural von lag (Gesetz, rechte Ordnung), wobei dabei auf kein juristisches Gesetz verwiesen werden musste. Die heutige Bedeutung ist eher abgeschwächt und hat neben „gemäß rechter Ordnung“ auch die Bedeutung von „passend“, „weder zu wenig noch zu viel“.
Fragt man in Schweden nach der Herkunft des Wortes, hört man oft von einem Mythos der besagt, das Wort stamme noch aus der Wikingerzeit. Damals soll ein mit Met gefülltes Trinkhorn unter der Mannschaft (auf schwedisch laget) eines Schiffes herumgereicht worden sein. Jeder hat daraus nur so viel getrunken, dass für den Nächsten noch etwas übrig geblieben ist. Das Trinkhorn wurde sozusagen „laget om“ – einmal in der Mannschaft herum – gereicht.
Mir persönlich gefällt die Version mit dem Trinkhorn besser, ich kann es mir so schön bildlich vorstellen:
Eine Horde gestählter, bärtiger Hünen mit stahlblauen Augen sitzt am Strand um ein knisterndes Lagerfeuer, auf dem Wasser schaukelt das Schiff mit dem schlanken Holzrumpf und das mit Met gefüllte Trinkhorn wird von einem zum anderen gereicht.

Aber Lagerfeuerromantik beiseite, die Geschichte mit dem Trinkhorn erklärt für mich viel klarer den wichtigsten Gedanken hinter dem Wort LAGOM:

Ich nehme mir soviel, dass es für mich reicht, denke aber auch an die Bedürfnisse meines Nächsten.
Wenn ihr lagom einkauft, dann reduziert ihr den Konsum auf das was ihr wirklich braucht und was ihr aufessen könnt. Ihr verschwendet weder Lebensmittel noch andere Ressourcen und wählt bewusst nachhaltige und regionale Produkte.
Wenn ihr euch lagom ernährt, dann esst ihr ausgewogen und gesund. Ihr kasteit euch nicht oder haltet Diät und gönnt euch auch mal eine kleine leckere Sünde.
Wenn ihr lagom arbeitet, dann versucht ihr stressfrei aber trotzdem produktiv zu arbeiten. Ihr nehmt euch Zeit für Familie, Hobby und Freunde und werdet nicht zum Sklaven eurer Arbeit.
Und wenn ihr euch lagom einrichtet, dann wohnt ihr in einer entspannten, luftigen Atmosphäre mit klaren Linien, hellen Farben und Dekoelementen aus Holz und anderen Naturmaterialien.
Ist das in unserer heutigen  Zeit nicht eine erstrebenswerte Lebenseinstellung?
In diesem Blog möchte ich euch in Zukunft mehr über die Schweden erzählen. Über ihre Liebe zur Natur, über die einzigartigen Landschaften hoch oben im Norden, über liebevoll gepflegte Traditionen, geschmackvoll in Szene gesetzte Dekodetails und auch das ein oder andere meiner schwedischen Lieblingsrezepte werde ich euch verraten.
Bis dahin versucht ein wenig schwedische Leichtigkeit in euren Alltag einfließen zu lassen, denn wie heißt es in einem Sprichwort so treffend:
LAGOM ÄR BÄST! (WENIGER IST MEHR!)

Ha det bra (macht’s gut)

 

Conny