Ein besonderes Gespür für Licht

Habe ich schon erwähnt das ich ein Herbstkind bin? Natürlich mag ich jede Jahreszeit aber der Herbst hat es mir besonders angetan. Ich lebe auf wenn die Luft kühl wird und kann selbst trüben Nebeltagen etwas Schönes abgewinnen. Da mache ich es mir eben drinnen mit einer flauschigen Decke gemütlich und ziehe mir beim Spaziergang mit dem Hund den dicken Wollpulli an.

Ich mag die Farben dieser Jahreszeit, die von kräftigem Rot über strahlendes Gelb bis zu Brauntönen so bunt und harmonisch zugleich sind. An einem Tag strahlen sie intensiv und fast unrealistisch wenn die Herbstsonne die Landschaft in warmes Licht hüllt, am anderen Tag leuchten sie nur dumpf durch die Nebelschwaden die über Wiesen oder Seen liegen.

IMG_4396

Der Herbst in Schweden ist eine ganz besondere Zeit. Die Menschen genießen die letzten Sonnenstrahlen mit dem Wissen, dass ein langer dunkler Winter vor ihnen liegt. Und wer schon einmal einen Winter in Schweden erlebt hat, der weiß wie wertvoll jeder einzelne Sonnenstrahl für das Gemüt ist. Die Zeit die man im Winter in den Häusern verbringt ist schließlich lange genug.

IMG_4398

Aber die Menschen in den skandinavischen Ländern haben ein ganz besonderes Gespür für Licht. Sie wissen, wie sie sich in der dunklen Jahreszeit eine gemütliche und heimelige Stimmung schaffen können. Wenn die Tage kürzer werden beleuchten die Schweden ihre Häuser mit kleinen Lampen die sie in die Fenster stellen. Egal ob in den Städten oder auf dem Land, sobald es dunkel wird gehen in  den Fenstern die Lichter an.

IMG_4411

Die Tradition stammt noch aus einer Zeit, in der es kein elektrisches Licht gab. Damals war es auf den Straßen und Wegen während den Wintermonaten natürlich  dunkel. Vor allem in den ländlichen Gegenden, wo die Höfe weit verstreut lagen, war die Kerze im Fenster oder die Laterne vor der Eingangstür die einzige Möglichkeit sich auf dem Heimweg zu orientieren.

IMG_4409.jpg

Heute sind es keine Kerzen mehr die in den Fenstern stehen. Eigentlich würde man, dank Straßenbeleuchtung, gar keine Orientierungshilfe mehr brauchen, aber die Schweden halten an dieser Tradition fest. Zu meiner Freude, denn ich liebe es im Dunkeln durch ein Dorf zu spazieren und dabei die einladend wirkenden Fenster und Eingangsbereiche zu bewundern.

IMG_4413

Wer es noch ein wenig gemütlicher haben möchte, der beleuchtet Haus und Garten mit Fackellichtern (Marschalljus). Ich habe keine Ahnung wie viele von diesen Marschalljus wir in den letzten Jahren schon nach Österreich importiert haben. Sie geben ein wunderschönes Licht, trotzen selbst starkem Wind und brennen einige Stunden lang.

Immer wenn wir Gäste erwarten, wird bei uns der Garten mit Fackellichtern und Laternen beleuchtet. Sie heißen die Gäste beim Eintreffen willkommen und geleiten sie auch wieder stimmungsvoll durch den Garten zum Eingangstor.

IMG_4417

Mein absoluter Favorit unter den Gartenlichtern sind seit ein paar Jahren „Järnklot“ (järn = Eisen, klot = Kugel). Diese Eisenkugeln habe ich das erste Mal in einem Dekoladen in Dänemark entdeckt, und war sofort fasziniert davon. Als ich dann im Jahr darauf in einem schwedischen Geschäft nochmal darüber gestolpert bin, musste ich einfach zuschlagen.

IMG_4419

Järnklot sind schon bei Tageslicht ein absoluter Blickfang im Garten. Aber wenn es dunkel wird und das Fackellicht durch das Eisengeflecht flackert sieht das einfach sensationell aus.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig dazu inspirieren, euch die kommenden dunklen Monate etwas heller zu gestalten. Mit ein wenig Phantasie und Kreativität wird das einfachste Glas zur stimmungsvollen Lichtquelle. Schaut doch einfach mal nach, was ihr so daheim habt. Einweckgläser eignen sich gut, da sie groß genug sind um eine Blockkerze hineinzustellen.

IMG_4421

Und vielleicht merkt ihr ja beim kreativen Werkeln, das ihr es auch habt, dieses besondere Gespür für Licht.

Ha det bra, Conny