Sommarkänslor – Sommergefühle

Wenn ich an den schwedischen Sommer denke, dann entstehen in meinem Kopf Bilder von bunten Blumenwiesen, spiegelglatten Seen im warmen Licht der tiefstehende Sonne, hellen Nächten in denen die Sonne nie untergeht und ich höre das fröhliche Plaudern und Lachen von Menschen, die die meiste Zeit des nicht enden wollenden Tages im Freien verbringen.

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Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele liebevoll eingerichtete „Gartenzimmer“ und gemütliche Aussensitzplätze gesehen zu haben, wie in Schweden. Die Menschen verlagern im Sommer ihr ganzes Leben nach draußen. Es wird draußen gekocht, gegrillt, gegessen, geduscht, gearbeitet. Und die Freude daran lassen sich die Schweden auch nicht von Mückenschwärmen oder Kaltfronten verderben.

Den Höhepunkt und zugleich Startschuss für dieses Leben draußen bildet das Midsommarfest, das traditionell an dem Samstag gefeiert wird, der zwischen dem 20. und dem 26. Juni liegt. Wenn man als Schwedenurlauber erwartet, bei einer solchen Midsommarfeier jede Menge Bier oder Wein zu bekommen und bis spät in die Nacht ausgelassen feiern zu können, dann irrt man. Die öffentlichen Midsommarfeste sind geprägt vom gemeinsamen schmücken der Majstange, von Volksmusik und gemeinsamem Singen und Tanzen um die Majstange. Dazu bringen viele Schweden ihr eigenes kleines Picknick mit und für alle anderen gibt es Kaffee und Kuchen und die typisch schwedischen Hotdog.

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Ausgelassen und fröhlich wird es dann erst in den eigenen vier Wänden mit Familie und Freunden. Dort kommt dann der klassische eingelegte Hering mit den im Dillsud gekochten Frühkartoffeln auf den Tisch, es gibt Lachs und Knäckebrot, gegrillten Fisch oder Huhn und zur Nachspeise Erdbeeren in den verschiedensten Variationen.

Seit 1998 gibt es diese Tradition des Midsommarfestes mit Majstange und typisch schwedischem Essen auch bei uns im Schwedenhäuschen. Bis auf die Jahre, die wir an Midsommar in Schweden waren, haben wir noch kein Fest ausgelassen. Und auch unser „Uteplats“ (Terrasse) vor dem Schwedenhäuschen wird von Jahr zu Jahr schwedischer.

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Die strahlend weissen Gartenmöbel mit den charakteristisch gekreuzten Brettern in der Lehne stehen nicht nur in vielen schwedischen Gärten sondern man findet sie auch in vielen Gartencafés und vor den typischen Sommercafés im ganzen Land.

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Ein paar gestreifte Sitzkissen und ein wenig sommerlich, maritime Deko – mehr brauche ich nicht für mein schwedisches Gartenglück.

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Meine Lieben, ich wünsche euch einen wunderbaren Sommer und gemütliche, gesellige Abende an eurem ganz speziellen Lieblingsplatz. Sei er nun bei euch im Garten, am Balkon oder aber im Park.

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Ich setze mich jetzt wieder mit einem kühlen Getränk auf meine Terrasse und träume mich ein wenig in den Norden. Schließlich haben wir für heuer ja noch eine Reise nach Schweden vor und die will ja geplant werden.

Ha det bra, Conny

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Heißer Glögg und der Duft nach frischem Reisig

Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir in den vergangen Jahren jemals so schwer gefallen ist mein Schwedenhäuschen weihnachtlich zu dekorieren. Normalerweise werfe ich schon Anfang November einen ersten verstohlenen Blick in die Kisten in denen ich meine Dekosachen aufbewahre. Zum einen, um mich auf all die schönen Dinge zu freuen die darin aufbewahrt werden, und zum anderen um vielleicht die ein oder andere Kleinigkeit noch zu ergänzen bevor es ans Dekorieren geht.

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Heuer jedoch war alles anders. Das Wetter war zu warm, nach den langen Arbeitstagen in meiner Kaffeehausbackstube war ich zu müde um Abends noch Kisten hervorzukramen und außerdem mussten ja erst einmal die Gasträume im Café dekoriert werden. Kurz habe ich sogar darüber nachgedacht auf Weihnachtsdekoration daheim ganz zu verzichten, weil ich doch ohnehin die meiste Zeit im Café bin.

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Aber dann kam das erste Adventwochenende immer näher, das Wettter wurde endlich halbwegs winterlich und die Vorhersage versprach für die ersten Dezembertage Schnee bis ins Flachland. Und schlagartig war sie wieder da, die Vorfreude darauf unser kleines Schwedenhäuschen auch heuer wieder in ein kuscheliges Winter-Weihnachtshäuschen zu verwandeln.

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Was doch ein paar Schneeflocken und der Duft nach frischem Tannenreisig für eine magische Wirkung haben. Einen ganzen Nachmittag lang bin ich regelrecht durchs Haus gewirbelt. Habe herumprobiert, umgestellt, Neues ausprobiert. Meinen klassischen Weihnachtsfarben bin ich dabei jedoch treu geblieben.

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Abends als dann alles fertig dekoriert war und Kerzen und Sternenlichter das Schwedenhäuschen mit warmem Licht erhellt haben war es Zeit für den ersten selbstangesetzten Glögg. Natürlich kann man diese schwedische Weihnachtsspezialität mittlerweile in vielen Geschäften kaufen, aber ganz ehrlich, so gut wie ein selbstgemachter Glögg schmecken sie alle nicht.

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Rezept für Starkvinsglögg:
1 Teelöffel Kardamomkerne
3 Zimtstangen
2 x 2 cm frischen, geschälten Ingwer
10 Nelken
3 Streifen Orangenschale
1,5 dl Vodka
1 Flasche Rotwein
1,5 dl Zucker
Mark einer Vanilleschote
geschälte Mandeln
Rosinen

Zubereitung:
Die Kardamomkerne werden in einem Mörser zerstoßen und gemeinsam mit den Zimtstangen, Nelken, dem Ingwer und den Orangenschalenstreifen für mindestens 1 Nacht in ein Schraubglas gelegt und mit dem Vodka übergossen. Anschließend das Glas mit dem Deckel verschließen und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Am nächsten Tag den Vodka durch ein Sieb gießen und mit dem Rotwein, dem Zucker und dem Mark der Vanilleschote erwärmen.
Serviert wird der heiße Glögg mit Mandeln und Rosinen.

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Es ist etwas Wunderbares mit einer dampfenden Tasse Glögg im winterlich geschmückten Schwedenhäuschen auf dem Rentierfell zu sitzen. Für mich ist es die schönste Art sich auf die kommende Vorweihnachtszeit einzustimmen.

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Schön, dass ihr mich bei meinem Rundgang durchs Schwedenhäuschen begleitet habt. Macht es euch doch ebenfalls ein wenig gemütlich und genießt diese wunderbare Zeit. Sie ist schon etwas ganz besonderes!

Ha det bra, Conny

Offene Landschaft – Öppna landskap

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen,
einige Monate des Jahres, damit die Seele Ruhe finden kann

So beginnt mein ganz persönliches schwedisches Lieblingslied. Schon bei den ersten Takten dieses Liedes bekomme ich Gänsehaut und spätestens wenn die rauchig, kratzige Stimme des Sängers Ulf Lundell erklingt, möchte ich meine Sachen packen und losfahren.

„Öppna landskap“ (offene Landschaft) ist die in Musik gefasste Liebeserklärung an Schweden. Ein Lied über die schwedische Seele, die Sehnsucht nach Freiheit und ein einfaches Leben am Meer. Als das Lied 1982 auf dem Album „Kär och galen“ (Verliebt und verrückt) erschien traf es auch die Schweden mitten ins Herz. Der damals schon nicht unbekannte Sänger Ulf Lundell erlangte damit Kultstatus und  „Öppna landskap“ wurde zur heimlichen, inoffiziellen Nationalhymne Schwedens.

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
dort wo die Winde an Fahrt gewinnen,
dort wo die Lärchen hoch im Himmel fliegen
und wunderbar singen

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Dort brenne ich meinen Brantwein selbst
und würze ihn mit Johanniskraut
und trinke es mit Wohlbehagen
zu Hering und selbstgebackenem Gewürzbrot

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen.

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für Körper und auch für die Seele
Keiner kommt in meine Nähe
der mich begrenzt und mich bestiehlt

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Ich fühle mich am wohlsten wenn der Tag anbricht
wenn die Felder von Sonne erfüllt sind
wenn die Hähne von weit weg krähen
wenn es weit ist bis zum nächsten Haus

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Aber doch so nahe,
dass man in einer geräuschlosen und stillen Nacht,
wenn man unter den Sternen sitzt
das Lachen von einem Fest hören kann

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für beide, Körper und Seele

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
wenn der Strand voll von Muschelschalen ist
mit Meeresmusik gefüllt

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Wenn das Klare und das Einfache
waltet wie es will,
wenn ein Ja ein Ja ist und ein Nein ein Nein
und der Zweifel still schweigt

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Da binde ich einen Kranz aus Blättern
und lege ihn auf den nächsten Stein
wo Runen für uns eingeritzt wurden
irgendwann vor langer Zeit

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft
am Meer will ich wohnen

Und, habt ihr jetzt auch Gänsehaut? Also ich auf jeden Fall. Das ist ein Lied, das mir bis unter die Haut geht und es kann sogar vorkommen das ich beim Zuhören feuchte Augen bekomme. Denn dieses Lied beschreibt wie kein Anderes meine Sehnsucht nach Schweden.

Habt Ihr Lust euch das Lied anzuhören? Hier ist der Link dazu: Öppna landskap

Wie wunderbar, dass es für mich nun wirklich nicht mehr lange dauert, bis ich wieder dort bin, in meiner „öppna landskap“. In Kürze packen wir unseren Camper und kehren dem Alltag für mehr als 3 Wochen den Rücken. Ich habe mir vorgenommen euch ein wenig an unserem Roadtrip durch mein Sehnsuchtsland teilhaben zu lassen. Also bleibt dran, am Blog, auf Facebook oder auf Instagram dann verpasst ihr nichts.

Bis dahin, ha det bra, Conny

Rotes Gold im hohen Norden

Safran – kein anderes Gewürz verbinde ich so sehr mit der schwedischen Weihnachtszeit. Die kostbaren roten Fäden der Krokusblüte Crocus sativus wurden schon in der Antike mit Gold aufgewogen und auch heute noch ist Safran das teuerste Gewürz der Welt.

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Die Hauptanbaugebiete dieser besonderen Krokuspflanze liegen zwar im Iran aber auch in Schweden wird Safran angebaut. Auf der schwedischen Insel Gotland am Hof Stafva Gård befindet sich Schwedens größtes Anbaugebiet. Ob es ein Zufall ist, dass Saffranspannkaka Gotlands Nationalgericht ist?

Aber heute will ich euch eigentlich ein Safrangebäck vorstellen, welches in Schweden aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken ist – Lussekatter.
Dieses traditionelle Hefegebäck mit dem feinen Safrangeschmack hat vor allem am 13. Dezember, dem Tag der heiligen Lucia, in Schweden seinen großen Auftritt. Egal ob zum Frühstück mit einer Tasse Tee oder Kaffee oder am späten Abend mit einer Tasse Glögg, am 13. Dezember isst ganz Schweden Lussekatter oder Saffransbröd wie es auch genannt wird.

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Ich backe jedes Jahr ca. 30 Stück dieser Köstlichkeit. Durch den Topfen im Germteig bleibt das Gebäck lange saftig. Es kann aber auch eingefroren werden.

Hier aber erst einmal das Rezept für ca. 32 Stück Lussekatter:

1 Würfel Hefe
150 g Butter
5 dl Milch
250 g Topfen (10%ig)
0,5 tsk Salz
2 dl Zucker
3 – 4 g Safran + 1 Stück Würfelzucker
1 Ei
17 dl Weizenmehl
1 Ei zum Bestreichen
1 dl Rosinen

Zubereitung:
Als erstes bröselt ihr die Hefe in eine Rührschüssel. Danach gebt ihr die Butter in einen Topf und lasst sie bei geringer Wärme schmelzen. Jetzt gebt ihr die Milch dazu und erwärmt beides auf ca. 37 Grad.
Das Butter-Milch-Gemisch gießt ihr nun über die Hefe und rührt um bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Den Safran gebt ihr gemeinsam mit einem Stück Würfelzucker in einen Mörser und zerreibt beides ganz fein und rührt es in die Milchmischung ein. Nun kommen Zucker, Salz, Topfen und das Ei dazu und ein großer Teil des Mehls. Das ganze wird jetzt so lange verrührt bzw. abgeschlagen, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

Den fertigen Teig, der nun eine wunderbar gelbe Farbe hat und schon ganz herrlich nach Safran duftet lasst ihr nun ca. 1 Stunde rasten.

Für die Herstellung der Lussekatter teilt ihr nun den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 32 gleich große Stücke und formt diese zu kleinen Kugeln. Die Kugeln rollt ihr mit beiden Händen zu dünnen Strängen und dreht diese an den Enden gegengleich zu Schnecken.

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Die geformten Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und noch einmal für ca. 30 Minuten rasten lassen. Jetzt könnt ihr auch schon den Ofen auf  225 Grad vorheizen.

Nach dem Rasten werden die Lussekatter mit verquirltem Ei bestrichen und  mit Rosinen verziert.

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Gebacken werden sie ca. 8-10 Minuten.

Glaubt mir das Geruchserlebnis während dem Backen ist sensationell. Die Lussekatter sind fertig gebacken, wenn sie schön dunkelgelb sind und beginnen ganz leicht braun zu werden.

Jetzt müsst ihr nur noch genug Geduld aufbringen bis die Gebäckstücke ausgekühlt sind, wobei ich euch gestehen muss, dass ich sie lauwarm auch schon gegessen habe.

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An einem kalten Wintertag gibt es für mich nichts Schöneres als mit einer heissen Tasse Glögg und einem frisch gebackenen Stück Lussekatt vor dem Kamin zu sitzen. Wenn dann vielleicht draussen auch noch ein paar Schneeflocken vom Himmel fallen und die CD mit meinen schwedischen Weihnachtsliedern leise im Hintergrund läuft, dann ist das für mich ein perfekter Moment.

Ich wünsche euch für die letzte Woche vor Weihnachten ein wenig Zeit für eure ganz persönlichen perfekten Momente. Gönnt euch etwas Ruhe und lasst euch nicht zu sehr vom Weihnachtstrubel antreiben.

Ha det bra, Conny

Heute muss es Kladdkaka sein

Kennt ihr das auch, diese Tage an denen es einfach nicht schokoladig genug sein kann. Irgendwie hat man ein wenig den Herbstblues, ist auch noch nicht so ganz in Adventstimmung und braucht etwas um das Gemüt ein wenig aufzuhellen.

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Schokolade funktioniert bei mir leider immer um schlechte Laune zu bekämpfen. Aber nicht etwa einfach so ein Stück aus der Packung, nein, ein richtig schokoladiger  Kuchen muss es dann sein. So einer wie ihn heute am „Kladdkakans dag“ (Tag des klebrigen Schokoladekuchens) in Schweden alle essen.

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Das tolle am Kladdkaka ist nicht nur, dass er unglaublich cremig schokoladig schmeckt, er ist auch ganz einfach und schnell zuzubereiten.

Ihr braucht folgendes dazu:

eine Kuchenform mit ca 24 cm Durchmesser

etwas Butter für die Form

2,5 dl Zucker

2 Eier

100 gr Butter

1,5 dl Mehl

3 Esslöffel Kakao

1 Teelöffel Vanillezucker

dl ist die Maßeinheit mit der in Schweden die meisten Rezeptzutaten angegeben sind. Eine kurze Erklärung dazu findet ihr in meinem Kanelbullerezept.

Die Eier und den Zucker schlagt ihr schaumig und gebt danach die geschmolzene Butter dazu. Dann mischt ihr Kakao, Vanillezucker und Mehl dazu und verrührt alles zu einem herrlich cremigen Teig. Den füllt ihr in die mit Butter gefettete Form und schiebt das Ganze für ca 20-25 Minuten bei 175 Grad in den Backofen.

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Nach dem Auskühlen kommt noch etwas Staubzucker oben drauf und serviert wird der Kladdkaka in Schweden traditionell mit einem Klecks Sahne. Und seid nicht überrascht wenn ihr den Kuchen anschneidet, er muss so richtig schön klebrig sein – kladdig eben!

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Ich hab heute schon was für mein Gemüt getan und mir den Kladdkaka zum Nachmittagskaffee gegönnt. Was soll ich euch sagen, es hat gewirkt!

Ich wünsche euch nun gutes Gelingen und einen schokoladig guten Appetit!

Ha det bra, Conny

Ein schwedischer Urlaubstraum

Habt ihr gewusst, dass Schweden eines der größten europäischen Länder ist? Und das auf einer Fläche von ca. 450.000 km² nur 9 Millionen Menschen leben? Das sind nur 22 Einwohner pro km². Da kann es schon mal vorkommen, dass euch in manchen Gegenden drei Tage lang kein Mensch über den Weg läuft.

Dank der Größe des Landes verliert sich auch die immer größer werdende Zahl der Menschen, die jedes Jahr von überall auf der Welt nach Schweden kommen um hier Urlaub zu machen. Jeder will die einzigartige Natur genießen und jeder tut es auf seine Art. Es wird geangelt, gesegelt, gepaddelt, geradelt und gewandert. Und all diese Menschen brauchen nach ihren mehr oder weniger schweißtreibenden Freizeitaktivitäten natürlich ein Bett zum Schlafen.

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Jetzt gibt es in Schweden aber fernab der Großstädte und Skigebieten nicht wirklich viele Hotels oder Pensionen. Schließlich ist das Land so groß, dass es einen auch einmal in eine Gegend verschlägt in der außer unberührter Natur und kleinen Dörfern sonst nichts zu finden ist. Wo also wohnen, während man die unzähligen Seen mit dem Kanu erkundet oder sein Anglerglück versucht?

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Das eigene Zelt ist natürlich eine Möglichkeit. Auch wenn es eine eher einfache Unterkunft ist, gibt es viele Menschen, die auf diese sehr bodenständige und naturverbundene Art durch Schweden reisen. Campingplätze gibt es jede Menge und dank des „allemansrätten“ dem Jedermannsrecht darf man ja das Zelt auch mal für eine Nacht in der freien Natur aufstellen, solange man sich an die Regeln hält.

Die etwas luxuriösere Variante des Campingurlaubs ist das Wohnmobil oder der Wohnwagen. Man muss so ein Wohnmobil jetzt nicht zwingend sein Eigen nennen um damit in Urlaub fahren zu können. Es gibt mittlerweile sehr viele Firmen die Wohnmobile vermieten. Allerdings ist das im Vergleich zum Zelt schon eine eher kostspieligere Angelegenheit.

Obwohl wir hauptsächlich mit dem eigenen Wohnmobil in Schweden unterwegs sind, gibt es da noch eine Möglichkeit der Urlaubsunterkunft die meiner Meinung nach die Schönste überhaupt ist: das Ferienhaus oder „semsterstuga“.

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Und jetzt lehnt euch einmal kurz zurück ………. macht die Augen zu ………. und stellt euch vor ihr wohnt für die Dauer eures Urlaubs in so einem gemütlichen roten Häuschen. Die weiß gestrichenen Hausecken, Fenstereinfassungen und die Veranda leuchten in der Sonne, hinter dem Haus zaubert das Sonnenlicht kleine funkelnde Sterne auf die Wasserfläche des Sees. Rund um das Haus sind die Wiesen übersät mit Margeriten und Lupinen und der nächste Nachbar wohnt einige hundert Meter weit entfernt.
Nein, das ist kein Auszug aus einem Inga Lindström Drehbuch, das gibt es in Schweden tatsächlich. Ich habe es selber viele Male so erlebt.

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Wir hatten im Winter 2000 das erste Mal ein Ferienhaus in der Region Värmland gemietet. Damals waren wir über Weihnachten in Schweden und das wollten wir natürlich stilvoll in einem Haus feiern.

An den Moment, als ich den Schlüssel für „unser“ Ferienhaus endlich in der Hand hielt kann ich mich erinnern als wäre es gestern gewesen. So lange hatte ich mich auf einen Urlaub im Ferienhaus gefreut. Und dann stand ich tatsächlich unter dem Dach der Veranda und durfte das erste Mal den Schlüssel im Schloss umdrehen. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke. Fast andächtig sind wir dann das erste Mal  durch das gemütliche Haus gegangen und haben uns von der ersten Sekunde an absolut wohl darin gefühlt.

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Zugegeben, es waren damals keine Sommerblumen auf der Wiese vor dem Haus, statt dessen aber eine strahlend weiße Schneedecke aus vielen wunderbar glitzernden Eiskristallen. Es war einer der schönsten Urlaube, die wir je in Schweden verbracht haben. In den darauffolgenden Jahren haben wir immer wieder Ferienhäuser in Schweden gemietet. Mal mit dem See direkt vor der Haustür, mal ein Strandhaus an einem Sandstrand in Südschweden.

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Fotos: Incomingcenter of Scandinavia

Ferienhäuser in Schweden gibt es für nahezu jedes Budget und in jeder Größe. Ob ihr nun zu zweit unterwegs seid und euch die schlichte Hütte mit Stockbett und Kochplatte reicht, weil ihr die meiste Zeit des Tages ohnehin in der Natur unterwegs seid, oder ob ihr ein Haus für eine 5 köpfige Familie sucht, das von der Sandkiste auf der Wiese vor dem Haus bis zu den Fahrrädern alles bietet, egal, ihr werdet bestimmt das passende Haus für euch finden.

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Fotos: Incomingcenter of Scandinavia, AB

Auf der Internetseite von Maria und Michael besuchschweden.de findet ihr Ferienhäuser in nahezu jeder Ecke von Schweden und für jeden Anspruch und jede Reisekasse. Klickt euch doch einfach einmal durch und vielleicht findet ihr dort ja euren schwedischen Ferientraum für den nächsten Urlaub.

Ha det bra, Conny

Ein besonderes Gespür für Licht

Habe ich schon erwähnt das ich ein Herbstkind bin? Natürlich mag ich jede Jahreszeit aber der Herbst hat es mir besonders angetan. Ich lebe auf wenn die Luft kühl wird und kann selbst trüben Nebeltagen etwas Schönes abgewinnen. Da mache ich es mir eben drinnen mit einer flauschigen Decke gemütlich und ziehe mir beim Spaziergang mit dem Hund den dicken Wollpulli an.

Ich mag die Farben dieser Jahreszeit, die von kräftigem Rot über strahlendes Gelb bis zu Brauntönen so bunt und harmonisch zugleich sind. An einem Tag strahlen sie intensiv und fast unrealistisch wenn die Herbstsonne die Landschaft in warmes Licht hüllt, am anderen Tag leuchten sie nur dumpf durch die Nebelschwaden die über Wiesen oder Seen liegen.

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Der Herbst in Schweden ist eine ganz besondere Zeit. Die Menschen genießen die letzten Sonnenstrahlen mit dem Wissen, dass ein langer dunkler Winter vor ihnen liegt. Und wer schon einmal einen Winter in Schweden erlebt hat, der weiß wie wertvoll jeder einzelne Sonnenstrahl für das Gemüt ist. Die Zeit die man im Winter in den Häusern verbringt ist schließlich lange genug.

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Aber die Menschen in den skandinavischen Ländern haben ein ganz besonderes Gespür für Licht. Sie wissen, wie sie sich in der dunklen Jahreszeit eine gemütliche und heimelige Stimmung schaffen können. Wenn die Tage kürzer werden beleuchten die Schweden ihre Häuser mit kleinen Lampen die sie in die Fenster stellen. Egal ob in den Städten oder auf dem Land, sobald es dunkel wird gehen in  den Fenstern die Lichter an.

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Die Tradition stammt noch aus einer Zeit, in der es kein elektrisches Licht gab. Damals war es auf den Straßen und Wegen während den Wintermonaten natürlich  dunkel. Vor allem in den ländlichen Gegenden, wo die Höfe weit verstreut lagen, war die Kerze im Fenster oder die Laterne vor der Eingangstür die einzige Möglichkeit sich auf dem Heimweg zu orientieren.

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Heute sind es keine Kerzen mehr die in den Fenstern stehen. Eigentlich würde man, dank Straßenbeleuchtung, gar keine Orientierungshilfe mehr brauchen, aber die Schweden halten an dieser Tradition fest. Zu meiner Freude, denn ich liebe es im Dunkeln durch ein Dorf zu spazieren und dabei die einladend wirkenden Fenster und Eingangsbereiche zu bewundern.

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Wer es noch ein wenig gemütlicher haben möchte, der beleuchtet Haus und Garten mit Fackellichtern (Marschalljus). Ich habe keine Ahnung wie viele von diesen Marschalljus wir in den letzten Jahren schon nach Österreich importiert haben. Sie geben ein wunderschönes Licht, trotzen selbst starkem Wind und brennen einige Stunden lang.

Immer wenn wir Gäste erwarten, wird bei uns der Garten mit Fackellichtern und Laternen beleuchtet. Sie heißen die Gäste beim Eintreffen willkommen und geleiten sie auch wieder stimmungsvoll durch den Garten zum Eingangstor.

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Mein absoluter Favorit unter den Gartenlichtern sind seit ein paar Jahren „Järnklot“ (järn = Eisen, klot = Kugel). Diese Eisenkugeln habe ich das erste Mal in einem Dekoladen in Dänemark entdeckt, und war sofort fasziniert davon. Als ich dann im Jahr darauf in einem schwedischen Geschäft nochmal darüber gestolpert bin, musste ich einfach zuschlagen.

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Järnklot sind schon bei Tageslicht ein absoluter Blickfang im Garten. Aber wenn es dunkel wird und das Fackellicht durch das Eisengeflecht flackert sieht das einfach sensationell aus.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig dazu inspirieren, euch die kommenden dunklen Monate etwas heller zu gestalten. Mit ein wenig Phantasie und Kreativität wird das einfachste Glas zur stimmungsvollen Lichtquelle. Schaut doch einfach mal nach, was ihr so daheim habt. Einweckgläser eignen sich gut, da sie groß genug sind um eine Blockkerze hineinzustellen.

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Und vielleicht merkt ihr ja beim kreativen Werkeln, das ihr es auch habt, dieses besondere Gespür für Licht.

Ha det bra, Conny