Norrsken – Nordlicht

„Ich kann nicht lange bleiben,
flüstert der Glücksmoment,
aber ich leg dir eine Erinnerung ins Herz !“
(Autor unbekannt)

Wir haben in den vergangenen 30 Jahren in Schweden so viele Glücksmomente erlebt und jeden einzelnen tief im Herzen aufbewahrt.

Wir sind im Frühling kurz nach dem Austrieb der Blätter durch einen Birkenwald gewandert.

CE090162-E4F6-49A2-9E0D-20C20913D1C1Standen staunend am Ufer des Torneträsk vor der Silhouette des Lapp-Porten.

FC4E4536-99FC-4DB6-90B9-722747EA0A6AWir haben im Herzen Dalarnas mit geschätzt 2000 Schweden das Aufstellen der Majstång und den Beginn des Sommers gefeiert.

B6350469-C295-436F-80FB-E03FB41D6176Haben in endlos hellen Sommernächten während unserer Kanutouren am Ufer eines Sees übernachtet und am Morgen aus dem Schlafsack beobachtet wie die Nebel aus dem Wasser steigen.

DAAB65AF-5358-4D63-8328-46086D807CB0Sind während des Sonnenuntergangs zwischen den mächtigen Steinen der Schiffsetzung Ales Stenar gesessen und haben die magische Energie gespürt, die dieser besondere Platz ausstrahlt.

58A95721-7CF3-4147-946B-4E016E39D475Wir haben am Ufer des Klarälven den ersten Frost erlebt.

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Und Weihnachten in einer verschneiten Hütte in Nordvärmland gefeiert.

4416DE37-172F-4070-A148-F32CAF6EF010Aber all diese wunderbaren Glücksmomente werden seit heuer von einer einzigen Nacht überstrahlt, von der ich unendlich dankbar bin, dass ich sie gemeinsam mit meinem Lebensmenschen erleben durfte – von einer Nacht in der am Himmel das Nordlicht tanzte!

3D52A409-78BD-43A3-BAA4-06ECB7108059Wir waren auf einer Landstraße zwischen Arvidsjaur und Jokkmokk als wir die ersten, ganz zarten Veränderungen am Himmel entdeckten. Erst waren wir skeptisch! Schließlich war es die Nacht vom 31. August auf den 1. September – eigentlich zu früh für Nordlichter.

Dann waren wir sprachlos! Den das Spektakel am Himmel dauert viele Stunden an und bescherte uns eine unvergessliche, schlaflose Nacht in der stillen Einsamkeit Lapplands.

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Man kann es nicht nur mit einem Wort beschreiben. Es war sensationell, fantastisch, atemberaubend, magisch, spektakulär, einzigartig, berauschend, ergreifend, aussergewöhnlich, bezaubernd, enorm, fabelhaft, fesselnd, mystisch, phänomenal und überwältigend.

Als wir in dieser Nacht um 3.45 Uhr müde aber überglücklich ins Bett fielen begann es im Norden bereits wieder zu dämmern, während über unserem Stellplatz noch immer die Lichter am Himmel tanzten.

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Am nächsten Morgen haben wir uns dann erst einmal die Fotos auf der Kamera angesehen um sicher zu gehen, dass wir das alles nicht nur geträumt haben. Immerhin standen Nordlichter lange Zeit ganz oben auf unserer „Schweden Bucket-List“.

Eigentlich könnten wir diesen Punkt ja jetzt abhacken, wäre da nicht ein kleines Problem: Einmal Nordlichter zu sehen reicht definitiv nicht aus. Im Gegenteil, es macht süchtig nach mehr! Und so sind wir schon wieder am planen und überlegen, wann wir das nächste Mal Richtung Norden aufbrechen.

Ha det bra, Conny

Mellan sommar och höst – Zwischen Sommer und Herbst

Det finns en känsla jag inte rår på
Den kommer alltid när du ska gå
Det finns en känsla i hjärtats djup
Den kommer alltid när sommaren är slut
En känsla mellan sommar och höst
När ingen bara du kan ge mej tröst
Es gibt ein Gefühl mit dem ich nicht zurechtkomme
Es kommt immer wenn du gehst
Es gibt ein Gefühl in der tiefe des Herzens
Es kommt immer wenn der Sommer zu Ende ist
Ein Gefühl zwischen Sommer und Herbst
wenn nichts, außer dir, mir Trost geben kann.

„Mellan sommar och höst“ Marie Fredriksson

 

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Zugegeben, auch ein Nordlicht wie ich mag den Sommer. Endlose Tage im Freien, warme Sonnenstrahlen auf der Haut, im schattigen Gastgarten mit guten Freunden ein kühles Getränk genießen, abends lange im Garten sitzen.

Was ich aber gar nicht mag ist extreme Hitze vor der ich mich im Haus verstecken muss. Zähe, heiße Luft die mir den Atem nimmt sobald ich das Haus wieder verlasse und tropische Nächte in denen ich keinen Schlaf finde. So einem Sommer weine ich nicht nach.

Bei dem schwedischen Sommer allerdings, den wir heuer erlebt haben, ist das schon ein bisschen anders. Da habe ich mir sehr oft gewünscht er möge nie zu Ende gehen.

Eigentlich wollten wir heuer erst  viel später im Jahr nach Schweden fahren. Wir hatten Anfang Oktober geplant, aber der Job hat es nicht anders zugelassen. Also haben wir eben schon Mitte August unseren Camper vollgepackt und haben uns auf den Weg nach Norden gemacht. Und zwar nur nach Norden! Und das war perfekt so, denn wir konnten dadurch den letzten tropischen Wochen daheim entfliehen und wurden dafür im Norden mit einem herrlichen Spätsommer und Frühherbst beschenkt.

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Drei Wochen zwischen Sommer und Herbst in denen der ohnehin kurze schwedische Sommer noch nicht ganz bereit dazu war dem Herbst das Land zu überlassen. Die Natur war noch grün, da und dort hatten die Birken aber schon erste gelbe Blätter und die vielen Ebereschen leuchteten knallrot am Wandrand und in den Gärten. Morgens lag Tau auf den Wiesen und Nebel am Wasser und trotzdem konnten wir Ende August nur 300 km nördlich vom Polarkreis noch schwimmen gehen.

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Bewusst haben wir Süd- und Mittelschweden ziemlich zügig und hauptsächlich auf den großen Europastraßen durchfahren und nur einige nette Kleinstädte herausgesucht um uns die Füße zu vertreten und in einem netten Café eine typisch schwedische Fika (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fika) zu genießen.

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Erst an der „Höga Kusten“ haben wir unsere Reisegeschwindigkeit reduziert. Hier an der Ostküste Nordschwedens, wo die schroffen, roten Granitfelsen der Berge direkt aus dem Meer emporsteigen begann unsere eigentliche Reise im schwedischen Norden.

F0EBFBAF-D171-420E-B737-6674D1485574Über die gewaltige Höga Kusten Bron – einer Hängebrücke über den Ångermanälven – tauchten wir ein in das Unesco Weltnaturerbe Höga Kusten und waren fasziniert von dieser gewaltigen Landschaft. Die Wanderung durch den Skulleskogen Nationalpark hat uns zwar einiges abverlangt, aber es war jeden schmerzenden Muskel wert.

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Der größte Luxus für mich ist es, Zeit zu haben! Und auch wenn es im Zusammenhang mit einer Urlaubsreise etwas eigenartig klingt, ich liebe es auch kein fixes Ziel zu haben. Keinen Plan der mir vorgibt wann ich wo zu sein habe weil irgendwas fix gebucht ist.

Und so wussten wir bei dieser Reise nur, dass  wir in den Norden Schwedens wollen. Wohin es uns am nächste Tag dann tatsächlich verschlägt, haben wir oft erst abends bei einem gemütlichen Gläschen Wein beschlossen. Das ist für mich lagom Reisen. Das gibt mir die Freiheit dort länger zu bleiben wo es mir gerade gefällt und auch die schönen Dinge abseits der Touristenhighlights zu entdecken.

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Einfach mal spontan auf eine Insel fahren, das Auto am Festland zurücklassen und die Insel zu Fuß entdecken.

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Einfach mitten im Nirgendwo anhalten um die grandiose Landschaft zu fotografieren, egal wie lange es dauert.

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Einfach stundenlang durch ein kleines Dorf wandern und die wunderschönen und liebevoll gepflegten Häuser und Gärten bewundern.

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Vielleicht war dieser Urlaub so speziell, weil wir ohne fixes Ziel und ohne große Erwartungen losgefahren sind. Wir wollten einfach ausspannen, den Alltag ein wenig vergessen, die Natur genießen. Wieder einmal Zeit für einander haben.

Vielleicht aber war dieser Urlaub auch deshalb so speziell, weil es ein Jubiläum für uns war. Genau vor 30 Jahren, fast zur selben Jahreszeit, haben wir uns in „unser“ Schweden verliebt.

Und vielleicht hat uns „unser“ Schweden gerade deshalb heuer zum Jubiläum ein ganz besonderes Geschenk gemacht, aber davon erzähle ich euch das nächste Mal.

Ha det bra, Conny

Sommarkänslor – Sommergefühle

Wenn ich an den schwedischen Sommer denke, dann entstehen in meinem Kopf Bilder von bunten Blumenwiesen, spiegelglatten Seen im warmen Licht der tiefstehende Sonne, hellen Nächten in denen die Sonne nie untergeht und ich höre das fröhliche Plaudern und Lachen von Menschen, die die meiste Zeit des nicht enden wollenden Tages im Freien verbringen.

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Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele liebevoll eingerichtete „Gartenzimmer“ und gemütliche Aussensitzplätze gesehen zu haben, wie in Schweden. Die Menschen verlagern im Sommer ihr ganzes Leben nach draußen. Es wird draußen gekocht, gegrillt, gegessen, geduscht, gearbeitet. Und die Freude daran lassen sich die Schweden auch nicht von Mückenschwärmen oder Kaltfronten verderben.

Den Höhepunkt und zugleich Startschuss für dieses Leben draußen bildet das Midsommarfest, das traditionell an dem Samstag gefeiert wird, der zwischen dem 20. und dem 26. Juni liegt. Wenn man als Schwedenurlauber erwartet, bei einer solchen Midsommarfeier jede Menge Bier oder Wein zu bekommen und bis spät in die Nacht ausgelassen feiern zu können, dann irrt man. Die öffentlichen Midsommarfeste sind geprägt vom gemeinsamen schmücken der Majstange, von Volksmusik und gemeinsamem Singen und Tanzen um die Majstange. Dazu bringen viele Schweden ihr eigenes kleines Picknick mit und für alle anderen gibt es Kaffee und Kuchen und die typisch schwedischen Hotdog.

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Ausgelassen und fröhlich wird es dann erst in den eigenen vier Wänden mit Familie und Freunden. Dort kommt dann der klassische eingelegte Hering mit den im Dillsud gekochten Frühkartoffeln auf den Tisch, es gibt Lachs und Knäckebrot, gegrillten Fisch oder Huhn und zur Nachspeise Erdbeeren in den verschiedensten Variationen.

Seit 1998 gibt es diese Tradition des Midsommarfestes mit Majstange und typisch schwedischem Essen auch bei uns im Schwedenhäuschen. Bis auf die Jahre, die wir an Midsommar in Schweden waren, haben wir noch kein Fest ausgelassen. Und auch unser „Uteplats“ (Terrasse) vor dem Schwedenhäuschen wird von Jahr zu Jahr schwedischer.

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Die strahlend weissen Gartenmöbel mit den charakteristisch gekreuzten Brettern in der Lehne stehen nicht nur in vielen schwedischen Gärten sondern man findet sie auch in vielen Gartencafés und vor den typischen Sommercafés im ganzen Land.

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Ein paar gestreifte Sitzkissen und ein wenig sommerlich, maritime Deko – mehr brauche ich nicht für mein schwedisches Gartenglück.

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Meine Lieben, ich wünsche euch einen wunderbaren Sommer und gemütliche, gesellige Abende an eurem ganz speziellen Lieblingsplatz. Sei er nun bei euch im Garten, am Balkon oder aber im Park.

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Ich setze mich jetzt wieder mit einem kühlen Getränk auf meine Terrasse und träume mich ein wenig in den Norden. Schließlich haben wir für heuer ja noch eine Reise nach Schweden vor und die will ja geplant werden.

Ha det bra, Conny

Heißer Glögg und der Duft nach frischem Reisig

Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir in den vergangen Jahren jemals so schwer gefallen ist mein Schwedenhäuschen weihnachtlich zu dekorieren. Normalerweise werfe ich schon Anfang November einen ersten verstohlenen Blick in die Kisten in denen ich meine Dekosachen aufbewahre. Zum einen, um mich auf all die schönen Dinge zu freuen die darin aufbewahrt werden, und zum anderen um vielleicht die ein oder andere Kleinigkeit noch zu ergänzen bevor es ans Dekorieren geht.

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Heuer jedoch war alles anders. Das Wetter war zu warm, nach den langen Arbeitstagen in meiner Kaffeehausbackstube war ich zu müde um Abends noch Kisten hervorzukramen und außerdem mussten ja erst einmal die Gasträume im Café dekoriert werden. Kurz habe ich sogar darüber nachgedacht auf Weihnachtsdekoration daheim ganz zu verzichten, weil ich doch ohnehin die meiste Zeit im Café bin.

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Aber dann kam das erste Adventwochenende immer näher, das Wettter wurde endlich halbwegs winterlich und die Vorhersage versprach für die ersten Dezembertage Schnee bis ins Flachland. Und schlagartig war sie wieder da, die Vorfreude darauf unser kleines Schwedenhäuschen auch heuer wieder in ein kuscheliges Winter-Weihnachtshäuschen zu verwandeln.

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Was doch ein paar Schneeflocken und der Duft nach frischem Tannenreisig für eine magische Wirkung haben. Einen ganzen Nachmittag lang bin ich regelrecht durchs Haus gewirbelt. Habe herumprobiert, umgestellt, Neues ausprobiert. Meinen klassischen Weihnachtsfarben bin ich dabei jedoch treu geblieben.

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Abends als dann alles fertig dekoriert war und Kerzen und Sternenlichter das Schwedenhäuschen mit warmem Licht erhellt haben war es Zeit für den ersten selbstangesetzten Glögg. Natürlich kann man diese schwedische Weihnachtsspezialität mittlerweile in vielen Geschäften kaufen, aber ganz ehrlich, so gut wie ein selbstgemachter Glögg schmecken sie alle nicht.

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Rezept für Starkvinsglögg:
1 Teelöffel Kardamomkerne
3 Zimtstangen
2 x 2 cm frischen, geschälten Ingwer
10 Nelken
3 Streifen Orangenschale
1,5 dl Vodka
1 Flasche Rotwein
1,5 dl Zucker
Mark einer Vanilleschote
geschälte Mandeln
Rosinen

Zubereitung:
Die Kardamomkerne werden in einem Mörser zerstoßen und gemeinsam mit den Zimtstangen, Nelken, dem Ingwer und den Orangenschalenstreifen für mindestens 1 Nacht in ein Schraubglas gelegt und mit dem Vodka übergossen. Anschließend das Glas mit dem Deckel verschließen und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Am nächsten Tag den Vodka durch ein Sieb gießen und mit dem Rotwein, dem Zucker und dem Mark der Vanilleschote erwärmen.
Serviert wird der heiße Glögg mit Mandeln und Rosinen.

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Es ist etwas Wunderbares mit einer dampfenden Tasse Glögg im winterlich geschmückten Schwedenhäuschen auf dem Rentierfell zu sitzen. Für mich ist es die schönste Art sich auf die kommende Vorweihnachtszeit einzustimmen.

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Schön, dass ihr mich bei meinem Rundgang durchs Schwedenhäuschen begleitet habt. Macht es euch doch ebenfalls ein wenig gemütlich und genießt diese wunderbare Zeit. Sie ist schon etwas ganz besonderes!

Ha det bra, Conny

Offene Landschaft – Öppna landskap

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen,
einige Monate des Jahres, damit die Seele Ruhe finden kann

So beginnt mein ganz persönliches schwedisches Lieblingslied. Schon bei den ersten Takten dieses Liedes bekomme ich Gänsehaut und spätestens wenn die rauchig, kratzige Stimme des Sängers Ulf Lundell erklingt, möchte ich meine Sachen packen und losfahren.

„Öppna landskap“ (offene Landschaft) ist die in Musik gefasste Liebeserklärung an Schweden. Ein Lied über die schwedische Seele, die Sehnsucht nach Freiheit und ein einfaches Leben am Meer. Als das Lied 1982 auf dem Album „Kär och galen“ (Verliebt und verrückt) erschien traf es auch die Schweden mitten ins Herz. Der damals schon nicht unbekannte Sänger Ulf Lundell erlangte damit Kultstatus und  „Öppna landskap“ wurde zur heimlichen, inoffiziellen Nationalhymne Schwedens.

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
dort wo die Winde an Fahrt gewinnen,
dort wo die Lärchen hoch im Himmel fliegen
und wunderbar singen

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Dort brenne ich meinen Brantwein selbst
und würze ihn mit Johanniskraut
und trinke es mit Wohlbehagen
zu Hering und selbstgebackenem Gewürzbrot

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Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft,
am Meer will ich wohnen.

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für Körper und auch für die Seele
Keiner kommt in meine Nähe
der mich begrenzt und mich bestiehlt

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Ich fühle mich am wohlsten wenn der Tag anbricht
wenn die Felder von Sonne erfüllt sind
wenn die Hähne von weit weg krähen
wenn es weit ist bis zum nächsten Haus

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Aber doch so nahe,
dass man in einer geräuschlosen und stillen Nacht,
wenn man unter den Sternen sitzt
das Lachen von einem Fest hören kann

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Ich fühle mich am wohlsten in Frieden und Freiheit
für beide, Körper und Seele

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
wenn der Strand voll von Muschelschalen ist
mit Meeresmusik gefüllt

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Wenn das Klare und das Einfache
waltet wie es will,
wenn ein Ja ein Ja ist und ein Nein ein Nein
und der Zweifel still schweigt

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Da binde ich einen Kranz aus Blättern
und lege ihn auf den nächsten Stein
wo Runen für uns eingeritzt wurden
irgendwann vor langer Zeit

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Ich fühle mich am wohlsten wenn das Meer wogt
und die Möven schreien
Ich fühle mich am wohlsten in offener Landschaft
am Meer will ich wohnen

Und, habt ihr jetzt auch Gänsehaut? Also ich auf jeden Fall. Das ist ein Lied, das mir bis unter die Haut geht und es kann sogar vorkommen das ich beim Zuhören feuchte Augen bekomme. Denn dieses Lied beschreibt wie kein Anderes meine Sehnsucht nach Schweden.

Habt Ihr Lust euch das Lied anzuhören? Hier ist der Link dazu: Öppna landskap

Wie wunderbar, dass es für mich nun wirklich nicht mehr lange dauert, bis ich wieder dort bin, in meiner „öppna landskap“. In Kürze packen wir unseren Camper und kehren dem Alltag für mehr als 3 Wochen den Rücken. Ich habe mir vorgenommen euch ein wenig an unserem Roadtrip durch mein Sehnsuchtsland teilhaben zu lassen. Also bleibt dran, am Blog, auf Facebook oder auf Instagram dann verpasst ihr nichts.

Bis dahin, ha det bra, Conny

Rotes Gold im hohen Norden

Safran – kein anderes Gewürz verbinde ich so sehr mit der schwedischen Weihnachtszeit. Die kostbaren roten Fäden der Krokusblüte Crocus sativus wurden schon in der Antike mit Gold aufgewogen und auch heute noch ist Safran das teuerste Gewürz der Welt.

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Die Hauptanbaugebiete dieser besonderen Krokuspflanze liegen zwar im Iran aber auch in Schweden wird Safran angebaut. Auf der schwedischen Insel Gotland am Hof Stafva Gård befindet sich Schwedens größtes Anbaugebiet. Ob es ein Zufall ist, dass Saffranspannkaka Gotlands Nationalgericht ist?

Aber heute will ich euch eigentlich ein Safrangebäck vorstellen, welches in Schweden aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken ist – Lussekatter.
Dieses traditionelle Hefegebäck mit dem feinen Safrangeschmack hat vor allem am 13. Dezember, dem Tag der heiligen Lucia, in Schweden seinen großen Auftritt. Egal ob zum Frühstück mit einer Tasse Tee oder Kaffee oder am späten Abend mit einer Tasse Glögg, am 13. Dezember isst ganz Schweden Lussekatter oder Saffransbröd wie es auch genannt wird.

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Ich backe jedes Jahr ca. 30 Stück dieser Köstlichkeit. Durch den Topfen im Germteig bleibt das Gebäck lange saftig. Es kann aber auch eingefroren werden.

Hier aber erst einmal das Rezept für ca. 32 Stück Lussekatter:

1 Würfel Hefe
150 g Butter
5 dl Milch
250 g Topfen (10%ig)
0,5 tsk Salz
2 dl Zucker
3 – 4 g Safran + 1 Stück Würfelzucker
1 Ei
17 dl Weizenmehl
1 Ei zum Bestreichen
1 dl Rosinen

Zubereitung:
Als erstes bröselt ihr die Hefe in eine Rührschüssel. Danach gebt ihr die Butter in einen Topf und lasst sie bei geringer Wärme schmelzen. Jetzt gebt ihr die Milch dazu und erwärmt beides auf ca. 37 Grad.
Das Butter-Milch-Gemisch gießt ihr nun über die Hefe und rührt um bis sich die Hefe aufgelöst hat.
Den Safran gebt ihr gemeinsam mit einem Stück Würfelzucker in einen Mörser und zerreibt beides ganz fein und rührt es in die Milchmischung ein. Nun kommen Zucker, Salz, Topfen und das Ei dazu und ein großer Teil des Mehls. Das ganze wird jetzt so lange verrührt bzw. abgeschlagen, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

Den fertigen Teig, der nun eine wunderbar gelbe Farbe hat und schon ganz herrlich nach Safran duftet lasst ihr nun ca. 1 Stunde rasten.

Für die Herstellung der Lussekatter teilt ihr nun den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in 32 gleich große Stücke und formt diese zu kleinen Kugeln. Die Kugeln rollt ihr mit beiden Händen zu dünnen Strängen und dreht diese an den Enden gegengleich zu Schnecken.

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Die geformten Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und noch einmal für ca. 30 Minuten rasten lassen. Jetzt könnt ihr auch schon den Ofen auf  225 Grad vorheizen.

Nach dem Rasten werden die Lussekatter mit verquirltem Ei bestrichen und  mit Rosinen verziert.

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Gebacken werden sie ca. 8-10 Minuten.

Glaubt mir das Geruchserlebnis während dem Backen ist sensationell. Die Lussekatter sind fertig gebacken, wenn sie schön dunkelgelb sind und beginnen ganz leicht braun zu werden.

Jetzt müsst ihr nur noch genug Geduld aufbringen bis die Gebäckstücke ausgekühlt sind, wobei ich euch gestehen muss, dass ich sie lauwarm auch schon gegessen habe.

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An einem kalten Wintertag gibt es für mich nichts Schöneres als mit einer heissen Tasse Glögg und einem frisch gebackenen Stück Lussekatt vor dem Kamin zu sitzen. Wenn dann vielleicht draussen auch noch ein paar Schneeflocken vom Himmel fallen und die CD mit meinen schwedischen Weihnachtsliedern leise im Hintergrund läuft, dann ist das für mich ein perfekter Moment.

Ich wünsche euch für die letzte Woche vor Weihnachten ein wenig Zeit für eure ganz persönlichen perfekten Momente. Gönnt euch etwas Ruhe und lasst euch nicht zu sehr vom Weihnachtstrubel antreiben.

Ha det bra, Conny

Heute muss es Kladdkaka sein

Kennt ihr das auch, diese Tage an denen es einfach nicht schokoladig genug sein kann. Irgendwie hat man ein wenig den Herbstblues, ist auch noch nicht so ganz in Adventstimmung und braucht etwas um das Gemüt ein wenig aufzuhellen.

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Schokolade funktioniert bei mir leider immer um schlechte Laune zu bekämpfen. Aber nicht etwa einfach so ein Stück aus der Packung, nein, ein richtig schokoladiger  Kuchen muss es dann sein. So einer wie ihn heute am „Kladdkakans dag“ (Tag des klebrigen Schokoladekuchens) in Schweden alle essen.

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Das tolle am Kladdkaka ist nicht nur, dass er unglaublich cremig schokoladig schmeckt, er ist auch ganz einfach und schnell zuzubereiten.

Ihr braucht folgendes dazu:

eine Kuchenform mit ca 24 cm Durchmesser

etwas Butter für die Form

2,5 dl Zucker

2 Eier

100 gr Butter

1,5 dl Mehl

3 Esslöffel Kakao

1 Teelöffel Vanillezucker

dl ist die Maßeinheit mit der in Schweden die meisten Rezeptzutaten angegeben sind. Eine kurze Erklärung dazu findet ihr in meinem Kanelbullerezept.

Die Eier und den Zucker schlagt ihr schaumig und gebt danach die geschmolzene Butter dazu. Dann mischt ihr Kakao, Vanillezucker und Mehl dazu und verrührt alles zu einem herrlich cremigen Teig. Den füllt ihr in die mit Butter gefettete Form und schiebt das Ganze für ca 20-25 Minuten bei 175 Grad in den Backofen.

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Nach dem Auskühlen kommt noch etwas Staubzucker oben drauf und serviert wird der Kladdkaka in Schweden traditionell mit einem Klecks Sahne. Und seid nicht überrascht wenn ihr den Kuchen anschneidet, er muss so richtig schön klebrig sein – kladdig eben!

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Ich hab heute schon was für mein Gemüt getan und mir den Kladdkaka zum Nachmittagskaffee gegönnt. Was soll ich euch sagen, es hat gewirkt!

Ich wünsche euch nun gutes Gelingen und einen schokoladig guten Appetit!

Ha det bra, Conny