Caféet med den svenska atmosfären – Das Café mit dem schwedischen Touch

Es ist ein großes Glück, wenn man seinen Lebensunterhalt damit verdienen darf, das zu tun wofür das Herz schlägt, abends müde aber zufrieden nach Hause zu gehen und sich auf den nächsten Arbeitstag zu freuen. Wenn dann der Arbeitsplatz auch noch im Heimatort und da in einem wunderschönen historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert liegt, gehts eigentlich gar nicht mehr besser.

Vor fast 2 Jahren habe ich so ein Glück erfahren. Ich habe mir den Traum vom eigenen Café verwirklicht und führe seit damals gemeinsam mit meinem Bruder das  Café Mühle Kaffee – Kunst – Werk im Zentrum von Perchtoldsdorf, direkt vor den Toren Wiens.

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Wenn früh am Morgen meine Küchenmaschinen fleissig am Rühren sind, es aus dem Ofen nach frischem, schwedischem Hefegebäck duftet oder in der Pfanne ein fluffiges Omelette brutzelt, dann bin ich in meinem Element. Meinen Gästen schöne Momente in gemütlicher Atmosphäre zu bereiten und zufriedene Menschen an den Tischen zu sehen, wenn ich durch die Räume des Cafés gehe, macht mich einfach glücklich.

067BFDA8-D8C4-4B9A-80EB-C1B7F3C87D25Die verschiedenen Räume des Cafés dekoriere ich selbst. Klar, dass ich auch hier auf das richtige Maß achte. Nicht zu wenig, nicht zu viel – Lagom eben! Und so ist in den letzten zwei Jahren Schritt für Schritt ein wenig schwedisches Lebensgefühl in die historischen Räume eingezogen.

5EDBC880-C140-4ABD-B329-C3EA3C6608BEGerade die Vorweihnachtszeit bietet so viele Möglichkeiten natürliche, schwedische Atmosphäre zu verbreiten. Ein paar Zapfen, Flechten und Moos, ein kuscheliges Fell und Kerzen verwandeln die „Ecke für zwei“ am Ende des Gewölbes fast in eine schwedischen Stube.

In den beiden großen Ohrensesseln machen es sich gerne Gäste gemütlich, die ein wenig für sich sein wollen. Hier wird für die Uni gelernt, am Manuskript geschrieben oder der besten Freundin das Herz ausgeschüttet.

CE9B1F60-95C4-412F-B6D2-5FD28DFEE55EDas „Lesezimmer“ wird gerne für Geschäftsbesprechungen oder kleine Familienfeiern genutzt. Hier ist man ungestört und hört die Kaffeehausgeräusche nur gedämpft durch die dicken Wände.

7A5CE7B9-41FB-46E5-91BC-F596F4DAE276Einer unserer beliebtesten Räume ist aber eindeutig das Kaminzimmer. Auch hier gibt es einen „Platz für zwei“ direkt am Kamin. Befeuert wird der wunderschöne alte Kamin zwar nicht mehr, aber mit brennenden Kerzen verbreitet er trotzdem eine heimelige Atmosphäre.

34960893-C53A-44E7-9597-E396F98A0B47Der älteste Teil des Cafés ist das historische Gewölbe aus dem 16. Jahrhundert. Manchmal wenn ich morgens als erste durch die Räume gehe, denke ich darüber nach, wie viele verschiedene Menschen in den hunderten von Jahren schon über den alten Steinboden gegangen sind.

0766B229-ACA1-4FE7-8AC5-FED5FA014447
7AB2E10C-0504-4C91-ADF8-51DFCC4AEB19Im Verkaufsraum treffen sich alle Liebhaber von süßen Leckereien vor unserer Kuchenvitrine, um zwischen österreichischen Klassikern wie Gugelhupf, Apfel- oder Topfenstrudel und schwedischen Köstlichkeiten wie Mandeltorte oder Kanelbulle, zu wählen. Im Verkaufsraum herrscht Kaffeehausatmosphäre pur, die Espressomaschine zischt und dampft, Kaffeeduft liegt in der Luft und es zieht der feine Duft aus der Backstube durch den Raum.

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092DD84D-5FAA-415B-A4F6-CAD0D2672BAFWenn es draussen dann dunkel wird und die ersten Schneeflocken fallen, verströmen die leuchtenden Sterne in den Schaufenstern und die Laternen am Eingang behagliche Wärme und laden ein, es sich für eine Weile in einem der Räume gemütlich zu machen und dem vorweihnachtlichen Treiben auf den Straßen kurz zu entkommen.

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CF2DF775-DE47-4622-B6E9-0060FCE33D7DIch wünsche euch allen wunderbare Feiertage und viele schöne Momente mit euren Lieben. Auch wir wollen die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr mit unseren Familien verbringen und schließen daher die alte, schwere Holztüre des Cafés für ein paar Tage. Im neuen Jahr freuen wir uns dann wieder darauf, unsere Gäste mit Kaffee und süßen Köstlichkeiten verwöhnen zu dürfen.

Ha det bra, Conny

Photocredit: Barbara Bruckbauer von herzenswaermefotografie.at
Vielen Dank für diese wunderbaren Fotos.

 

Wie kann etwas Winziges so satt machen?

Übersetzt man den Namen des klassischen schwedischen Gerichtes Pytt i Panna auf deutsch heißt es „winzig in der Pfanne“. Spätestens nach den ersten Bissen dieses köstlichen Resteessens merkt man, dass dieses Gericht mit winzig recht wenig zu tun hat. Im Gegenteil, Pytt i Panna ist eigentlich ziemlich deftig und sättigend. Aber eben auch unheimlich lecker.

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Zugegeben, wenn man die Zutatenliste liest könnte man meinen es handelt sich um ein typisch österreichisches Tiroler Gröstl. Aber das besondere beim Pytt ist eben genau die Winzigkeit. Im Gegensatz zum Gröstl werden die Zutaten für ein Pytt i Panna in „winzig“ kleine Würfel geschnitten.

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Das dauert zwar in der Zubereitung etwas länger, aber für mich macht genau dieses Kleingeschnittene den besonderen Geschmack aus.

In ein Pytt gehören neben Zwiebeln auf jeden Fall Kartoffeln. Ihr könnt vom Vortag übrige Salzkartoffeln nehmen, immerhin ist Pytt i Panna ja ein Resteessen oder aber auch rohe Kartoffel. Beim Fleisch ist so ziemlich alles erlaubt. Klassisch wird das Pytt i Panna mit Rindfleisch zubereitet (Oxpytt – Ochsenpytt), es gibt aber auch Varianten mit Selchfleisch, Wurstresten oder mit Hühnerfleisch. Sogar eine fleischlose Variante gibt es (grönsakspytt – Gemüsepytt).

Ich verwende gerne Selchfleisch, weil das schon viel Geschmack mitbringt und man dann nicht mehr soviel würzen muss.

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Die Zubereitung ist wirklich simpel. Nachdem ihr die Zwiebel, Kartoffeln und das Fleisch klein würfelig geschnitten habt, bratet ihr alles zusammen in etwas Butter in einer Pfanne an bis die Kartoffeln schön knusprig sind. Und schon ist es fertig das Pytt i Panna.

Serviert wird es traditionell mit in Scheiben geschnittenen, eingelegten Roten Rüben und einem Spiegelei. Nachdem wir immer schwedisches Bier aus dem Urlaub mitbringen, gibt es bei uns diesmal eine Bier aus der nordschwedischen Region Höga Kusten.

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Bleibt mir nur noch euch smaklig måltid (guten Appetit) und skål (Prost) zu wünschen.

Ha det bra, Conny

 

 

Mein schwedisches Gartenzimmer

Kennt ihr auch diese Projekte die manchmal Jahre brauchen bis sie verwirklicht werden? Ihr habt es eigentlich schon lange fix fertig im Kopf, wisst genau wie es aussehen soll, aber immer wieder kommt euch der Alltag dazwischen. Viel zu viele Dinge von denen man selber glaubt, dass sie so wichtig sind und man deswegen die eigenen Herzensprojekte in den Hintergrund drängt. „Na dann mach ich das eben ein anderes Mal!“

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Genau so ging es mir mit meinem Gewächshaus. Ich träumte immer von einem richtigen Gartenzimmer, einem gemütlichen Raum in dem ich im Frühjahr oder im Herbst, wenn die Sonne angenehm warm durch die Glasscheiben strahlt, mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch sitzen kann und trotzdem das Gefühl habe ich sitze mitten im Grünen. Als ich mir vor einigen Jahren dann endlich diesen lang gehegten Traum erfüllt habe, benutzte ich das Gewächshaus erst einmal nur für die Anzucht von Pflanzen. In den heißen Sommermonaten, diente es als Aufbewahrungsplatz für die Auflagen der Gartenmöbel und während der Wintermonate als Stauraum für all die Gartengeräte, Pflanzkübel und Utensilien, für die im Haus kein Platz war. Ich muss gestehen es gab Zeiten, da sah es eher aus wie eine Rumpelkammer. Weit entfernt von dem Wohlfühlort, den ich mir immer erträumt hatte.

IMG_4497Dann fiel mir eine Ausgabe der schwedischen Wohn- und Gartenzeitschrift Drömhem & Trädgård in die Hände. Darin war eine Reportage über ein Gewächshaus, das von seinen Besitzern liebevoll in ein gemütliches Gartenzimmer verwandelt wurde. Es diente nicht nur als Gartenarbeitsraum sondern auch als Ort für diverse andere kreative Arbeiten, als Rückzugsort und als Lesezimmer.

Ich war begeistert! Und mit einem Mal war er wieder da mein Traum vom Gartenzimmer. Alles im Leben hat seine Zeit! Und diesen Frühsommer kam die Zeit für mein „Gartenzimmer-Projekt“.

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Die alten Tische, die bisher als Arbeitstische und Abstellflächen genutzt wurden flogen auf den Sperrmüll und ein Pflanztisch mit verzinkter Arbeitsplatte durfte stattdessen einziehen. Alles was an Kleinutensilien für die Anzucht von Jungpflanzen nötig ist findet in der geräumigen Lade des Tisches Platz. Kleine Anzuchttöpfe, Dekomaterial das ich von meinen Streifzügen durch den Wald mitbringe sowie Gefäße für Schnittblumen werden in den schlichten Holzkisten Knagglig vom bekannte schwedischen Möbelhaus verstaut.

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Zwei alte Ladenkästchen die eigentlich schon für den Sperrmüll vorgesehen waren bekamen einen weißen Anstrich sowie neue Griffe und schon strahlen sie eine skandinavische Leichtigkeit aus. In den Laden ist viel Stauraum für Kerzen, Bänder und alles was ich sonst für Dekoarbeiten brauche.

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IMG_4495Auch die geräumige Munitionskiste vom Flohmarkt hat durch den weißen Anstrich ihr militärisch strenges Aussehen verloren und passt nun perfekt ins Bild. In ihr hat alles Platz was groß und sperrig ist und mit einer hübschen Auflage oder einem Fell lädt sie zum genießen und Verweilen ein.

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Rechtzeitig zu Beginn der kühleren Jahreszeit ist es nun fertig geworden, mein schwedisches Gartenzimmer. Ein paar Urlaubserinnerungen und schwedische Gartenbilder machen es jetzt endlich zu meinem ganz persönlichen Wohlfühlort. Hier kann ich über zukünftige Gartenprojekte nachdenken, Blumensträuße oder Kränzen binden oder einfach nur mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch ein wenig die Zeit vergessen.

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Gerade jetzt an schon etwas kühlen Herbstabenden gibt es nichts Romantischeres als gemeinsam mit meinem Lebensmensch ein Glas Wein im schwedischen Gartenzimmer zu genießen. Die Kerzen geben nicht nur warmes Licht sondern wärmen auch den Raum rasch auf. Und wenn ein stürmischer Herbstwind bläst, dann schließen wir einfach die Türe und lauschen den Blättern wenn sie von den Bäumen auf das Glasdach fallen.

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Ich hoffe der kleine Ausflug in mein schwedisches Gartenzimmer hat euch gefallen. Und vielleicht konnte ich euch ein wenig dazu inspirieren, ein schon lange aufgeschobenes Herzensprojekt von euch zu verwirklichen. Nehmt euch die Zeit dafür, lasst nicht den Alltag und die Gesellschaft euer Leben bestimmen, bestimmt selber darüber. Schließlich ist es euer Leben. Und damit es „lagom“ wird braucht es die richtige Balance zwischen Alltagspflichten und Herzensprojekten.

 

Ha det bra, Conny